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Energetisiertes Wasser: Was ist dran?

Die Hinweise verdichten sich, dass Wasser in Leitungen einen Teil seiner Energie verliere. Hersteller von Wasserbelebungsgeräten sind sich sicher, diese Energie zurückzubringen.

30.09.2005 vonLeo FrĂĽhschĂĽtz

Die Hinweise verdichten sich, dass Wasser in Leitungen einen Teil seiner Energie verliere. Hersteller von Wasserbelebungsgeräten sind sich sicher, diese Energie zurückzubringen.

Munter plätschert das Wasser über Granitplatten, wirbelt durch steinerne Kuhlen und erreicht schließlich sein Ziel: die Teigknetmaschine. Der Gebirgsbach ist nicht echt. Er fließt in der hessischen Stadt Fulda und gehört zum Inventar der Bio-Bäckerei Herzberger. „Wasserturm“ nennt Geschäftsführer Eckhart Schlinzig den zwölf Meter hohen Anbau, in dem Steinplatten und -formen dem Wasser aus dem hauseigenen Grundwasserbrunnen noch einmal das Gefühl geben, ein Bergbach zu sein.

„Brot besteht zu 40 Prozent aus Wasser. Es ist nach dem Getreide unsere wichtigste Zutat.“ Für Eckhart Schlinzig war dies der Auslöser für seine ersten Experimente. „Was ändert sich, wenn wir das Wasser bewegen, bevor es in den Teig kommt?“

Seine Vergleichsversuche brachten erstaunliche Ergebnisse. „Die mit bewegtem Wasser gebackenen Brote hatten ein besseres Volumen und gleichmäßigere, größere Poren. Der Teig reifte schneller und die Garzeit war kürzer.“ Auch schimmelte das Brot nicht mehr so schnell, nachdem man es in Plastiktüten verpackt hatte.

Diese Ergebnisse durch Verwirbelung bestärkten Schlinzig. Er setzte seine Versuche fort und als die Bäckerei Herzberger vor zehn Jahren ihr neues Produktionsgebäude baute, entschied er sich für den Wasserturm als optimales Belebungsverfahren.

Was die Änderungen beim Backen ursächlich auslöst, kann der Erfinder des Wasserturms nur teilweise erklären. „Beim Fallen und Wirbeln verdreifacht sich der Sauerstoffgehalt. Doch ich vermute, da passiert noch mehr. Auch wenn es sich physikalisch-chemisch nicht erklären lässt. Ich glaube, dass das Wasser Informationen aufnimmt und sich diese „merkt“.

1935 patentierte das österreichische Patentamt unter der Nummer 142032 ein „Verfahren zur Herstellung von quellwasser-ähnlichem Trinkwasser“. Dabei wird steriles Wasser mit Mineralsalzen und Kohlensäure versetzt, zerstäubt, dann durch kurvige Glasröhren, an Gold- und Silberlamellen vorbeigewirbelt, um schließlich, auf 4 C° abgekühlt, zu reifen.

Was bedeutet Wasser energetisieren?

Vergleichbare Erfahrungen machen viele Zeitgenossen. Zum Beispiel, wenn nach dem Einbau eines Wasserbelebungsgerätes die Kalkablagerungen in der Heizung abnehmen. Oder wenn es eine Kartusche mit energetisiertem Quarzsand schafft, einen umgekippten Badesee wiederzubeleben. Es gibt Bauern und Gärtner, die ihre Pflanzen mit belebtem Wasser gießen, weil sie dann schneller keimen, besser wachsen und größere Früchte tragen. Manche Menschen trinken ihr Wasser aus Karaffen, in denen Edelsteine, ein Bergkristall, ein Amethyst oder ein Rosenquarz, liegen. Andere benutzen Geräte, um es zu energetisieren, und berichten, dass es ihnen seither gesundheitlich besser geht.

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Geräte zur Wasserbelebung: Am Besten testen

Aber wie macht das Wasser das - Informationen aufnehmen? Das Geheimnis könnte in der Struktur des Wassers liegen: Wassermoleküle sind so genannte Dipole - als Ganzes elektrisch neutral. Doch sind die beiden Wasserstoffatome leicht positiv, der Sauerstoff leicht negativ geladen. Dadurch wirken zwischen den Molekülen schwache elektrische Anziehungskräfte. Wasserstoffbrücken nennen sie die Wissenschaftler und erklären mit ihrer Hilfe, warum sich Wasser oft seltsam verhält. Diese Wasserstoffbrücken können dazu führen, dass sich die Wassermoleküle in festen Strukturen anordnen, ähnlich wie bei einem Kristall. Oder sie sammeln sich in kleinen Häufchen, Cluster genannt.

Wie kann man Wasser beleben?

Es gibt verschiedene Theorien darĂĽber, wie man Wasser beleben kann. Sie lassen sich in vier Gruppen einteilen.

Vorbild Natur

Diese Theorie besagt: Um Wasser Informationen zu übertragen und langfristig dort abzuspeichern, braucht es mehr als ein paar Sekunden Zeit. Anbieter von Heilwässern argumentieren, dass gutes Trinkwasser einen möglichst langen Weg durch den Untergrund nehmen müsse - dabei bis zu mehreren Jahren unterwegs ist -, um sich Schadstoffen entledigen zu können. Außerdem könne es sich nur so mit belebenden Stoffen anreichern.

Direkter Kontakt

Trägermaterial, das positive Informationen ausstrahlt, könne direkt ins Trinkgefäß gegeben werden, sagen andere. Beispiele sind Rosenquarz oder Bergkristall, die der Anwender in eine Wasserkaraffe legt. Die Mineralien sollen durch Schwingungen, die hohe Ordnung ihrer Kristallstruktur auf das Wasser übertragen. Entsprechend dieser Theorie soll sich die Wirkung des Kristalls auch innerhalb von Stunden entfalten können.

Wirbelnde Wasser

Durch Verwirbeln soll Wasser in die Lage versetzt werden, Energie in sich aufzusaugen. Die Bewegung ändert die bisherige Struktur des Wassers und löscht negative Informationen. Gleichzeitig „öffnet“ es sich für positive Prägungen. Beim Verwirbeln spielen oft bestimmte Rhythmen eine wichtige Rolle. Der Physikers Wilfried Hacheney hat sich mit diesem Teilaspekt von energetisiertem Wasser intensiv auseinander gesetzt.

Info im Fluss

Eine weitere Theorie besagt: Wasser kann Informationen aufnehmen, auch durch Rohre hindurch und während es schnell fließt. Magnetische Felder, Klänge oder kosmische Strahlen werden auf ein Trägermaterial aufgespielt. Dieses soll die so erhaltenen positiven Informationen an das Wasser weiter geben. Weiterer praktischer Nebeneffekt: Kalkablagerungen verringern sich. Beispiele sind die Produkte von Grander, Plocher oder Humisal.

Wunder Wasser

Fast alle Religionen erzählen es in ihren Schöpfungsgeschichten: Mit Hilfe einer Gottheit entstand aus dem Wasser das Leben. - Zwei Drittel der Erde sind mit Wasser bedeckt, was sie zum „Blauen Planeten“ macht. Der Mensch besteht zu 70 Prozent aus Wasser, unser Gehirn schwimmt darin. Wenige Tage ohne Wasser, und wir sind tot. Wasser ist das Element des Lebens.

Das spricht gegen Energetisierung von Wasser

Viele Erklärungsversuche gehen davon aus, das schwache elektromagnetische Felder oder der Kontakt mit gelösten Wirkstoffen diese Strukturen ändert, in irgendeiner Form einen stabilen Abdruck hinterlässt. Beim Energetisieren würden sich demnach die Strukturen so anordnen, dass das Wasser einen höherenergetischen, „lebendigeren“ Zustand erreicht. „Keiner derjenigen, die daran glauben, hat solche stabilen Strukturen jemals nachweisen können“, hält Ralf Ludwig diesen Theorien entgegen.

Der Professor für physikalische Chemie an der Uni Rostock ist einer der bekanntesten deutschen Wasserwissenschaftler. „Forschungen haben gezeigt, dass sich die Wasserstoffbrücken sehr schnell ändern, im Laufe einer Billionstel Sekunde.“

Weil sich die Wassermoleküle also ständig neue Partner suchen, könnten sich in flüssigem Wasser keine stabilen Strukturen als Träger von Informationen bilden. „Ich glaube nicht, dass es möglich ist, mit Wasser Energie oder Informationen zu übertragen“, sagt der Professor und weiß sich darin mit den meisten seiner Kollegen aus der Wissenschaft einig.

Um so größer ist jedes Mal der Aufruhr, wenn ein Wissenschaftler Ergebnisse vorlegt, die dieser Theorie zuwider laufen. Zuletzt verblüffte Louis Rey - Schweizer Chemieprofessor und einstiger Forschungsdirektor des Lebensmittelkonzerns Nestlé. Er hatte im Labor extrem tiefgekühlte Eiswürfel mit Röntgenstrahlen beschossen. Beim Auftauen gaben die Würfel bei bestimmten Temperaturen die dabei erhaltene Energie als messbare Lichtblitze wieder ab. Löste man im Wasser vor dem Einfrieren etwas Kochsalz, leuchtete der Eiswürfel deutlich schwächer auf.

Professor Rey wiederholte den Versuch nun mit einer Kochsalz-Lösung, die er nach homöopathischen Regeln so weit verdünnte, bis sie kein Molekül Kochsalz mehr enthielt. Dennoch verhielt sich der Eiswürfel beim Auftauen nicht wie reines Wasser, sondern wie zuvor die Kochsalzlösung. „Das Wasser hat sich offensichtlich gemerkt, dass es zuvor Salzwasser war“, kommentierte der Chemiker seine Versuche.

Physik: Energetisiertes Wasser sichtbar gemacht

Mit unkonventionellen Methoden kommen konventionelle Forscher dem Phänomen „Energetisiertes Wasser“ näher.

Wissenschaftler am Strömungsinstitut in Herrischried im Schwarzwald lassen Tropfen destillierten Wassers in flache Schalen einer Wasserprobe fallen und fotografieren die Bilder, die dabei entstehen. Bei naturbelassenem Quellwasser zeigen die Bilder vielseitige und rhythmische Formen. Bei Leitungswasser nimmt diese Vielfalt ab, bei belastetem Wasser ist sie kaum noch vorhanden. Anhand der Bilder können die Wissenschaftler Aussagen über die Qualität des Wassers treffen.

Auch bei den Kristall-Analysen des Instituts Hagalis in Überlingen werden solche Unterschiede sichtbar. Herkömmliches Leitungswasser ergibt andere Bilder, nachdem es vitalisiert oder energetisiert wurde.

Der Stuttgarter Professor Bernd Kroeplin hat folgende Untersuchung vorgenommen: Ein Tropfen Spucke, eingetrocknet auf einer Glasplatte, betrachtet unter dem Mikroskop: Die sichtbar gemachten Strukturen sind vielfältig, wirken organisch. Der gleiche Mensch, die gleiche Spucke, entnommen nach einem zweiminütigen Handy-Telefonat. Die Strukturen sind geordnet, wirken vereinfacht. Das Natürliche scheint verloren. Professor Kroeplin hat die Versuche wiederholt. Mit dem Speichel anderer Menschen - immer mit dem gleichen Ergebnis: Durch die Einwirkung des Handys entstehen Bilder mit verarmten Strukturen. Wie dies zustande kommt und was es konkret bedeutet, kann der Raumfahrtexperte nicht erklären.

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