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Auf der Suche nach bisher unentdeckten Arzneischätzen durchforstet die interdisziplinäre Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg mittelalterliche Kräuterbücher. Was die Schulmedizin lange als 'Dreckapotheke' verschmäht hatte, entpuppt sich immer mehr als wertvolle Fundgrube.
01.02.2001
Auf der Suche nach bisher unentdeckten Arzneischätzen durchforstet die interdisziplinäre Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg mittelalterliche Kräuterbücher. Was die Schulmedizin lange als 'Dreckapotheke' verschmäht hatte, entpuppt sich immer mehr als wertvolle Fundgrube.

Forscher wollen Arzneischatz aus dem Mittelalter heben

Auf der Suche nach bisher unentdeckten Arzneischätzen durchforstet die interdisziplinäre Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg mittelalterliche Kräuterbücher. Was die Schulmedizin lange als "Dreckapotheke" verschmäht hatte, entpuppt sich immer mehr als wertvolle Fundgrube. Eine Wundsalbe aus Schafdung, Käseschimmel und Honig ist nur ein Beispiel für viele alte Rezepte, deren Wirksamkeit die Wissenschaftler zumindest für möglich halten. Inzwischen hat man Verweise auf 500 Heilpflanzen gesammelt und rund 600 Handschriften vorwiegend auf Mikrofilm archiviert.

"Wir wissen sehr viel weniger über die mittelalterliche Medizin, als man bisher dachte", so der Medizinhistoriker Johannes Mayer. Eines der Hauptprobleme ist die exakte Namensbestimmung, denn das botanische Klassifizierungssystem Carl von Linnés war damals noch unbekannt. Trotzdem liegen die Empfehlungen von Mönchen und Nonnen nah bei unserem heutigen Therapiestandard. Fenchel, Thymian und Melisse wurden schon früher gegen Atemwegsbeschwerden und Verdauungsstörungen eingesetzt. Viel versprechend klingen die Angaben zu Gurke und Kürbis, deren gemahlene Kerne bei Fieber helfen sollen. Mayer: "Wenn solche Rezepte über Jahrhunderte weiter gegeben werden, dann muss etwas dran sein".

Mayers Team möchte auch moderne Vorurteile ausräumen und traditionelles Heilwissen aus dem Dunstkreis der Esoterik befreien. Die neuerdings als Visionärin gefeierte Hildegard von Bingen, so Mayers Erkenntnis, lag nicht immer richtig. "Das Johanniskraut taugt nicht viel für die Medizin, weil es ein verwildertes Kraut ist", hatte die Äbtissin behauptet und sich dabei kolossal geirrt.

"Krebs und Wohnsituation": Wer macht mit bei Vasati-Studie?

Eine Zwischenauswertung der Studie "Chronische Krankheiten und Wohnsituation" durch die Veden Akademie hat vor allem bei Krebsleiden signifikante Gemeinsamkeiten im Wohnumfeld der erkrankten Personen erkennen lassen. Die vorläufigen Ergebnisse sollen nun detaillierter untersucht werden. Grundlage hierfür sind die Gesetzmäßigkeiten des Vasati, der vedischen Wohn- und Baukunst, die alte indische Sanskritschriften beschreiben. Demnach führt die Verletzung bestimmter Prinzipien zu energetischen Disharmonien und in der Folge zu gesundheitlichen Problemen. Bei Krebskranken findet man häufig eine Wohnsituation mit geschlossenem Norden oder Osten oder beides, mit Schlafzimmer im Südosten und / oder Toilette im Nordosten. Da die bisherigen Daten aber nicht ausreichen, um eine wissenschaftlich gesicherte Aussage zu treffen, werden Krebskranke von der Akademie gebeten, die Studie durch Einsenden persönlicher Krankheitsdaten und eines Haus-/Wohnungsgrundrisses zu unterstützen. Wichtig ist die Angabe der Himmelsrichtungen. Die Daten, so heißt es, werden vertraulich behandelt. Als Gegenleistung erhalten Teilnehmer eine Analyse ihrer Wohnsituation nach den Kriterien des Vasati. Kontakt: Veden Akademie e.V., Hirschgrund 94, 01814 Schöna, Telefon 035028-80088, Fax 80089.

Quecksilber schädigt Mutterkuchen

Geringere Quecksilberkonzentrationen, als bisher angenommen, können die Funktion des Mutterkuchens beeinträchtigen. Dies stellten Mediziner der Universitäts-Frauenklinik Jena bei Laborversuchen mit vitalen Plazenten fest, deren Lebensfunktionen man nach der Geburt des Kindes über einen künstlichen Kreislauf mehrere Stunden lang aufrecht erhielt. Das giftige Schwermetall störte bereits bei Dosierungen von 30 Mikrogramm pro Liter Blut die Hormonproduktion und den Stoffwechsel des Mutterkuchens erheblich. Außerdem überwand es die Plazentaschranke und hätte so in den Kreislauf des Fötus gelangen können. Quecksilber schädigt vor allem das sich entwickelnde Nervensystem und kann zu Fehlgeburten und Missbildungen führen. Den von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen und in Deutschland geltenden Grenzwert von 50 Mikrogramm halten die Wissenschaftler für zu hoch.

Forschungsreport behandelt Sicherheit unserer Lebensmittel

Verschiedenen Fragen der Lebensmittelsicherheit geht der Forschungsreport (2/2000) des Senats der Bundesforschungsanstalten nach. Das Wissenschaftsmagazin berichtet unter anderem über Listerien-Keime, die durch mangelnde Hygiene entstehen, die Gefahr von Salmonellen-Vergiftungen, Dioxine, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Quecksilber in Thunfischkonserven. Beiträge zur Ernährung der Nutztiere und ein Interview mit Bundesminister Karl-Heinz Funke zur Verbraucherpolitik und Lebensmittelkennzeichnung runden die Schrift ab. Sie ist kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten, Telefon 0531-299-3396 oder per E-mail unter senat@bba.de.

Kurzmeldungen

  • Frauen, die unter Zahnfleischentzündung (Gingivitis) leiden, sollten vorübergehend die Pille absetzen, rät der Gesundheitsreport "Intern" der Universität Berkeley/USA. Während der Pubertät, der Schwangerschaft, der Menstruation und in den Wechseljahren sei die Empfindlichkeit für Zahnfleischerkrankungen erhöht. Rauchen und zuckerreiche Nahrungsmittel könnten das Krankheitsbild generell verschlimmern.
  • Eine 50-prozentige Zunahme der Krebserkrankungen in den nächsten drei Jahrzehnten haben Ärzte beim 24. Deutschen Krebskongress in Berlin prophezeit. 1999 waren weltweit etwa 10 Millionen Menschen an Krebs erkrankt - für 7,2 Millionen Betroffene endete das Leiden tödlich.
  • Ausgedehnte Spaziergänge halten neben dem Herz älterer Menschen auch deren Gehirn auf Trab. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der Universität Illinois/USA. Das Gehtraining erwies sich als effektiver als Muskelübungen und Stretching. Positiv beeinflusst wurden vor allem Denkvorgänge wie Arbeitsgedächtnis und Planen.

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