Jeden Tag eine gute Entscheidung. Für eine bessere Welt. Für uns alle.
Kolumne

Die biologische Uhr bellt

Neulich überkam unsere Kolumnistin Jutta Koch ein Gedanke – er kam von der Hundewiese anscharwenzelt, an der sie vorbeijoggt.

14.11.2020 vonJutta Koch

Neulich überkam unsere Kolumnistin Jutta Koch ein Gedanke – er kam von der Hundewiese anscharwenzelt, an der sie vorbeijoggt.

Neulich ertappte ich mich beim Gedanken an einen Hund. Ich spreche nicht von meinem Schweinehund, den ich an dieser Stelle schon öfter erwähnte (er ist wohlauf und lässt Sie grüßen). Ich meine einen plüschigen, verspielten, treuherzig dreinschauenden Haustier-Hund. Woher dieser Gedanke anscharwenzelt kam? Klar! Von der Hundewiese, an der ich neuerdings vorbeijogge.

Dort traf ich kurz nacheinander zwei Freundinnen, die ich lange nicht mehr gesehen hatte – beide mit einem jungen Hund an der Leine. So ein Zufall, dachte ich. Den Freundinnen ist gemein, dass sie drei beziehungsweise vier Kinder haben und Superfrauen sind: zupackend, furchtlos und festen Schrittes unterwegs auf dem rutschigen Parkett der Realität. Zumindest war das so, bis sie diese Hunde-Sehnsucht überkam.

Ich stutzte, und plötzlich wusste ich, woran mich das alles erinnert: An die Kleinkind-Zeit meiner Zwillinge, die noch gar nicht lange vorbei ist – aber eben doch für immer.

Ihre inzwischen nicht mehr so kleinen Kinder waren von der Idee einen Hund anzuschaffen begeistert. Die Ehemänner entsetzt. Durchgesetzt haben sich die Frauen und Kinder – beziehungsweise die Hunde selbst. Denn im neuen Zuhause angekommen, wollten die kleinen Kerle nachts natürlich nicht allein in ihren Körbchen bleiben – und Pipi machen mussten sie auch, so zwischen 2 und 5 Uhr. Beide Frauen schliefen deshalb wochenlang auf dem Sofa, um das jeweilige Tier zu beruhigen, weil es sonst markerschütternd fiepte und das ganze Haus aufweckte. Die Nächte, berichteten beide, waren löchrig wie ein Schweizer Käse. Aber das ist noch nicht alles: Einer der Welpen machte sich in einem unbeobachteten Moment über Weintrauben her, an denen Hunde sterben können. Es folgten Panik, Tränen und eine rasante wie regelwidrige Fahrt in die Tierklinik.

Ich stutzte, und plötzlich wusste ich, woran mich das alles erinnert: An die Kleinkind-Zeit meiner Zwillinge, die noch gar nicht lange vorbei ist – aber eben doch für immer. Jetzt, wo die Kleinen groß werden, überkommt der reflexhafte Haustier-Wunsch offenbar auch mich. Die biologische Uhr bellt! Ich habe mir fest vorgenommen, erst mal ein paar Jahre durchzuschlafen. Dann sehen wir weiter.

Ein Artikel aus dem Naturkosmetik-Magazin

cosmia

Magazin finden

Kommentare

Schlagwörter

Das könnte interessant sein ...

Ähnliche Beiträge