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Kolumne

Klopapier also ...

Unsere Kolumnistin Jutta Koch schreibt diesmal darüber, wie sie durch die Corona-Zeit kommt. Vielleicht ist ihre Strategie auch was für euch!

05.06.2020 vonJutta Koch

Unsere Kolumnistin Jutta Koch schreibt diesmal darüber, wie sie durch die Corona-Zeit kommt. Vielleicht ist ihre Strategie auch was für euch!

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das Corona-Virus hat unseren Alltag gerade vollkommen umgekrempelt. Es ist eine bedrückende Zeit, in der ich mich um viele Menschen da draußen sorge. Ich habe mir trotzdem vorgenommen, jeden Tag eine (möglichst erfreuliche) Sache zum ersten Mal zu machen.

Das klappt bisher sogar ganz gut: Ich bin zum ersten Mal den halben Weg zum Bio-Laden freihändig Fahrrad gefahren, war zum ersten Mal mit meinen Sechsjährigen joggen, und zum ersten Mal haben wir uns mit der ganzen Familie daran gewagt, ein 2000-Teile-Puzzle zusammenzusetzen. Und da ist noch eine Sache: die mit dem Toilettenpapier. Zum ersten Mal habe ich in diesem Frühjahr mit Freunden, Nachbarn – oder auch Wildfremden – über Toilettenpapier gesprochen.

Soziologen behaupten zwar: Menschen gehen ganz unterschiedlich mit Krisensituationen um. Im Fall von Corona gibt es aber einen klaren Deutschland-Trend: Einen kleinen Rest von Sicherheit und gutem Gefühl vermittelt in diesen unruhigen Zeiten offenbar vor allem ein galaktischer Vorrat an Toilettenpapier. Als das Ausmaß der Pandemie in Europa bekannt wurde, legten die Menschen in Frankreich Vorräte von Rotwein an, denn, mon dieu: „Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken!“ Hat kein Franzose gesagt, sondern Goethe. Seine Landsleute denken, wenn es hart auf hart kommt, offenbar trotzdem als Erstes an Zellstoff ...

Im Nachbarstadtteil stand neulich vor der Tür eines Handyladens zum ersten Mal ein windschiefes Regal. Darauf lagen ein paar 20er-Packungen Toilettenpapier von der grauen und besonders kratzigen Sorte – Sie wissen schon –, die mich sofort an meine Schulzeit erinnerte. Dank dem neongrünen Etikett auf der Packung war der Preis weithin zu erkennen: 18,95 Euro. Sicherheit hat eben ihren Preis ...

Ach ja, und dann kam mein Geburtstag. Der erste meines Lebens unter strengem Ausschluss von Gästen und mit einem bedenklich geringen Bestand an WC-Papier im Haus. Statt Besuch bekam ich zwei ganz wunderbare Päckchen. Selten konnte ich Geschenke so gut gebrauchen wie diese: Beide waren prall gefüllt mit Klopapier.

Ein Artikel aus dem Naturkosmetik-Magazin

cosmia

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