Leben

Biofach 2026: Foodtrends, Gesundheit und die Zukunft von Bio

Mit dem Motto „Growing Tomorrow: Young Voices, Bold Visions“ stellte die Biofach in diesem Jahr die junge Generation ins Zentrum. Es ging um frische Perspektiven, generationenübergreifenden Dialog und die Frage, wie Bio weiter wachsen kann.

Auftakt mit Klartext: Bio zwischen Vision und Verantwortung

Klimaaktivistin Luisa Neubauer setzte gleich zu Beginn bei der Eröffnungsveranstaltung der Messe ein deutliches Zeichen. Sie fragte, welche „neue Welt“ wir wirklich wollen und welche alten Muster wir hinter uns lassen müssen. Angesichts der Tatsache, dass laut UN nur drei Prozent der globalen Finanzströme in den Schutz der Natur fließen, rief sie dazu auf, wach zu bleiben, statt zu resignieren. Die Untergrabung von Fakten und Wissenschaft nannte sie “strategische Verdummung der Öffentlichkeit”, an der wir uns nicht beteiligen dürften. Der ökologische Landbau hingegen sei ein “gelebtes Ja zur Welt”. Es brauche politischen und wirtschaftlichen Einsatz für gesunde Böden und faire Arbeitsbedingungen.  

Landwirtschaftsminister Alois Rainer betonte die wichtige Rolle des Öko-Landbaus für Resilienz und Ernährungssicherheit. Trotz Sparplänen der Regierung bekannte er sich weiter zur Bio-Strategie 30/30 und zur Stärkung junger Betriebe. Gerade Jung- und Neulandwirt:innen und zunehmend auch Frauen seien entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Branche. Zugleich warb er für ein Miteinander von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft. 

International setzte Indien als „Land des Jahres“ der Biofach 2026 Akzente. Indien bewirtschaftet über 1,7 Millionen Hektar Agrarfläche mit Öko-Landbau, die stetig weiterwächst. Der indische Staatssekretär betonte, dass die Regierung das Vertrauen in Bio ausbauen wolle. Dafür sollen höhere Standards bei Bio-Zertifizierungen eingeführt werden. 

Bio unter Druck: Gentechnik-Debatte und Wachstumsdynamik

Die Biofach 2026 machte deutlich: Die Branche wächst, hat politisch aber wenig Unterstützung. Im Zentrum der Diskussionen, unter anderem mit dem EU-Abgeordnetem Martin Häusling, stand das geplante EU-Gentechnik-Gesetz. Voraussichtlich ab Mitte Mai soll das Europäische Parlament final darüber abstimmen. In der Bio-Branche herrscht große Sorge, dass neue Verfahren künftig ohne klare Kennzeichnung auf den Markt kommen könnten und Patente auf Saatgut zunehmen. Mehrere Akteure erwägen deshalb eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. 

Deregulierung der Gentechnik verhindern

Hier könnt ihr euch informieren:

Save our Seeds

Gen-editierte Lebensmittel kennzeichnen

Gebt jetzt eure Stimme ab

Jetzt mitmachen

Parallel dazu boomt der Markt: 2025 kletterte der Bio-Umsatz in Deutschland auf über 18 Milliarden Euro. Doch die heimische Öko-Landwirtschaft kann die steigende Nachfrage nicht decken, viele Produkte müssen importiert werden. Auf der Messe wurde das als verpasste Chance für Wertschöpfung im eigenen Land kritisiert. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer bekräftigte zwar das Ziel von 30 Prozent Öko-Fläche bis 2030, machte aber zugleich deutlich, dass der Branche weniger staatliche Mittel zur Verfügung stehen, weswegen man sich auf Kernthemen fokussieren müsse, wie die Stärkung der Regionen und die Außer-Haus-Verpflegung.  

Für innen gut, von außen wow: Foodtrends der Biofach 2026

Darmgesundheit bleibt eines der Top-Themen. Porridges, Snacks und Aufstriche werden gezielt mit Ballaststoffen und Probiotika angereichert, um das Mikrobiom zu unterstützen.  

Gleichzeitig gilt: Clean Label ist Pflicht. Bio-Zutaten, kurze Zutatenlisten, verständliche Rezepturen – Produkte sollen nicht nur wirken, sondern auch transparent sein. Und der Trend geht noch weiter: Gesundheit wird auch trinkbar. Auf der Biofach 2026 wurden Vitamine, Mineralstoffe oder Probiotika in Shots und funktionalen Drinks präsentiert. 
 
Gesund und einfach – das zeigt sich auch beim Süßen: Getrocknete oder gefriergetrocknete Früchte ersetzen raffinierten Zucker. Kakaofruchtflocken, Apfel-Fruchtpüree, Beerenmischungen oder Passionsfrucht bringen natürliche Süße.  

Unsere Entdeckungen auf der Biofach

Bio darf 2026 auffallen. Hersteller setzen verstärkt auf natürlich bunte Pigmente aus Obst, Gemüse oder Algen. In den Hallen gibt es vegane Burgerpatties aus Roter Bete, grüne Spirulina-Nudeln oder Dips aus verschiedenfarbigen Kichererbsen. Vierfarbige Pancakes oder blaue Nussbutter, gefärbt mit blau-grüner Alge, bringen zusätzlich Farbe auf den Teller. Die Botschaft der bunten Produkte: Bewusste Ernährung und ästhetische Vielfalt gehören zusammen.  

Gewinnpaket Bohlsener Mühle

Produkte bewerten und gewinnen

Macht mit bei unserer Produktbewertung und gewinnt eines von zehn Neuheiten-Päckchen von Bohlsener Mühle. Freut euch auf Müslis von Basis über Beeren bis Schoko-Vollmilch und Couscous-Salate von Bohnen bis Tomate! Frisch entdeckt auf der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel in Nürnberg. So könnt ihr das Päckchen von Bohlsener Mühle gewinnen: Registrieren oder anmelden und bis zum 26.04.2026 mindestens einen unserer 7 Produkttipps bewerten und kommentieren. Wir drücken die Daumen!

Auf die Plätze, fertig, probieren! Das große Biofach-Tasting

Zum ersten Mal haben wir an unserem Stand ein Live-Tasting veranstaltet. Zusammen mit Food Bloggerin @essalavanessa ist unser Content Team um die Wette gelaufen. Die Challenge: In 30 Minuten so viele Proben wie möglich sammeln. Anschließend wurden die Produkte blind verkostet. Die Verkostung haben wir live über unseren Instagram-Kanal übertragen. Das komplette Tasting und die Best Off-Ausschnitte findet ihr in unserem Feed.

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