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Allzweckreiniger: So geht Öko-Putz

Allzweckreiniger ist ein perfekter Saubermacher. Doch ist er umweltfreundlich? Und wie erkenne ich gute ökologische Reinigungsmittel?

Eine grauhaarige Frau mit dunkelroter Nickelbrille
Gudrun Ambros

Putzen ist eigentlich gar nicht so schwer. Ein Eimer warmes Wasser, ein Spritzer Reiniger, Lappen in die Hand und los geht’s! – Nur: Welcher Reiniger ist der Richtige?

Welche Putzmittel braucht man?

Die Experten des Umweltbundesamtes raten dazu, sich für den Hausputz auf vier Reiniger zu beschränken: „Mit einem Allzweckreiniger, Handspülmittel, Scheuermilch und einem sauren Reiniger auf Basis von Zitronensäure lässt sich der gesamte Haushalt reinigen.“

Das vereinfacht den Einkauf ungemein. Das schier unüberschaubare Angebot verschiedener Spezialreiniger, die auf langen Regalmetern herkömmlicher Supermärkte miteinander um die Gunst der Kunden konkurrieren, kann man getrost links liegen lassen.

Ein Allzweckreiniger muss sein. Der wischt fast alle Flächen sauber. Nur leider rücken viele Putzmittel nicht nur dem Schmutz zu Leibe, sondern mit teils aggressiven Inhaltsstoffen auch Mensch und Umwelt.

Wie schädlich sind Putzmittel?

Tests kritisieren seit Jahren, dass herkömmliche Reiniger bisweilen unnötige antibakterielle Zusätze und kritische Substanzen enthalten. Das betrifft etwa halogenorganische Verbindungen, die als Konservierungsmittel dienen. Sie haben umweltschädigendes und allergenes Potenzial. Gefährlich sind auch künstliche polyzyklische Moschus-Verbindungen. Diese Duftstoffe gelten ebenfalls als umweltschädlich. Manche wirken zudem ähnlich wie Hormone. Andere stehen in Verdacht, Krebs mit zu verursachen.

Tipp gegen Bakterien

Wer krankmachende Bakterien im Haushalt ausbremsen will, sollte Putztücher und Schwämme so aufbewahren, dass sie schnellstmöglich trocknen und sie wöchentlich bei 60 Grad Celsius waschen. Das ist effektiver als antibakterielle Zusätze in herkömmlichen Putzmitteln.

Wie erkenne ich umweltfreundliche Reinigungsmittel?

Jetzt alles richtig machen und nach dem Bio-Logo suchen. Doch Fehlanzeige! Das Bio-Siegel gilt nur für Lebensmittel. Trotzdem sind Putzmittel aus dem Bio-Laden verträglicher für den Menschen und umweltfreundlicher. Öko-bewusste Hersteller verwenden natürliche ätherische Öle. Die duften gut und machen in Kombination mit Alkohol den Reiniger haltbar.

Reinigungsmittel-Marken, deren Produkte umweltfreundlich sind

Welche Reiniger sind biologisch abbaubar?

Die wichtigsten Bestandteile von Putzmitteln sind Tenside. Das sind waschaktive Substanzen, die den Schmutz lösen. Herkömmliche Tenside stammen meist aus der Petrochemie. Rein pflanzliche oder pflanzlich-mineralische Tenside wachsen nach und lassen sich leichter abbauen. Die meisten Anbieter im Bio-Laden verzichten zu hundert Prozent auf Petrochemie und vertrauen auf die aus Pflanzen und Mineralien gewonnene Reinigungskraft. Außerdem sind künstliche antibakterielle Zusätze tabu, genauso wie Gentechnik und Nanotechnik.

Was sind Tenside?

Tenside sorgen dafür, dass sich beim Putzen Fett in Wasser löst. Sie sind für Wasserorganismen giftig. Deshalb müssen sie in der Kläranlage biologisch abgebaut werden. Beim Primärabbau verlieren Tenside zunächst ihre schmutzlösende Wirkung und Giftigkeit. Bis ein Tensid in Wasser, Mineralsalze und Kohlendioxid zerlegt ist, bedarf es weiterer Abbauschritte.

Warum Orange in Allzweckreiniger gut ist

Natürliche Terpene von Orangen sind fantastische Fettlöser. Im unverdünnten Orangen- oder Limetten-Reiniger lösen sie Kaugummi und Farbe, Tinte, Filz- und Kugelschreiber, Fett von der Abzugshaube, aus dem Backofen, vom Herd, Make-up, Harze, Klebstoff und Nagellack. Und das nicht nur von wischfesten Flächen, sondern auch aus Textilien. Mit Wasser verdünnt wird Orangen-Reiniger zum universellen Allzweckreiniger. Aber Achtung: Das wirkmächtige Mittel vorher an einer unauffälligen Stelle testen!

Allzweckreiniger als Konzentrat ist besonders sparsam

Universalreiniger sind kraftvolle Konzentrate zum Verdünnen. Das macht sie ergiebig, spart Verpackung und Transportwege. Auch beim Preisvergleich lohnt sich der Blick auf die Empfehlung für die Dosierung.

Und wie erkenne ich Waschmittel, das gut für die Umwelt ist?

Alternative Waschmittel: Sauber ohne Öko-Fake

Allzweckreiniger für Allergiker

Wer auf Duftstoffe empfindlich reagiert, wählt besser Öko-Reiniger ohne Duft. Hersteller sind verpflichtet offenzulegen, was in ihrem Putzmittel steckt. Wichtige Inhaltsstoffe müssen im Internet aufgelistet werden; auf der Flasche ist die Nennung der Website Pflicht. Duftstoffe, die als allergen eingestuft werden, müssen auf der Flasche extra aufgeführt werden. Die meisten Öko-Putzmittel verraten aber schon auf der Flasche detailliert, was drin ist, manche sogar auf Deutsch.

Und zum Schluss noch Omas Tipp: Dreck geht am besten weg, wenn er sofort gewischt wird. Dann braucht man am wenigsten Reiniger. Das schont Geldbeutel und Umwelt. Denn selbst ein ökologisches Putzmittel lässt sich nicht umweltneutral produzieren. Deshalb: Weniger ist mehr!

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