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Kosmetik

10 Gründe für Naturkosmetik

Immer mehr Verbraucher greifen zu Naturkosmetik. Wir verraten, warum diese Entscheidung goldrichtig ist.

16.11.2020 vonBettina Levecke

Immer mehr Verbraucher greifen zu Naturkosmetik. Wir verraten, warum diese Entscheidung goldrichtig ist.

1. In Naturkosmetik ist mehr Bio

Bei Naturkosmetik werden die Tuben und Tiegel mit natürlichen und naturbasierten Rohstoffen gefüllt: Dort ist – je nach Zertifizierung – nicht nur der Anteil reiner Pflanzenpower vorgegeben, sondern auch die Höhe des Bio-Anteils im Produkt. Für Bio-Kosmetik müssen für eine Cosmos-organic-Zertifizierung oder das Natrue-Siegel mindestens 95 Prozent der Pflanzen aus kontrolliert biologischem Anbau oder Wildsammlungen stammen.

Viele konventionelle Kosmetikprodukte erwecken dagegen mit Bildern von Früchten oder Blättern auf ihren Verpackungen den Anschein, sehr natürlich zu sein, auch wenn nur ein Bruchteil der Inhaltsstoffe auf Pflanzenbasis ist. Dieses sogenannte „Greenwashing“ ist bei zertifizierter Natur- und Bio-Kosmetik nicht erlaubt.

2. In Naturkosmetik ist kein Erdöl

Inhaltsstoffe auf Mineralölbasis haben in der Kosmetikindustrie eine lange Tradition – sie sind kostengünstig und gelten als verträglich. Bei der Herstellung dieser Substanzen können sich allerdings aromatische Kohlenwasserstoffe bilden, sogenannte MOAH. Sie stehen im Verdacht krebserregend zu sein, weshalb die Stiftung Warentest von Lippenpflege mit Inhaltsstoffen auf Mineralölbasis abrät. In zertifizierter Naturkosmetik sind Mineralöle verboten. Dort sorgen pflanzliche Öle und Fette für Geschmeidigkeit, zum Beispiel Mandel- und Jojobaöl oder Sheabutter, die die Haut vor allem auch mit ihren speziellen Wirkstoffen und hochwertigen Fettsäuren versorgen und nachhaltig pflegen.

3. Farbe und Duft sind rein natürlich

Allergien gegen Duft- oder Farbstoffe sind relativ häufig. Denn die Stoffe, von denen manche Haut- oder Atemwege reizen können, begegnen uns überall – nicht nur in der Kosmetik. Wer zu zertifizierter Naturkosmetik greift, schließt synthetische Inhaltsstoffe aus, denn darin darf nur duften und färben, was diese Eigenschaften von Natur aus mitbringt. Farbe liefern zum Beispiel organische und mineralische Pigmente.

Blütenwasser, Kräuterextrakte und ätherische Öle werden als Duftstoffe eingesetzt. Auch manche der natürlichen Stoffe können bei empfindlicher Haut für Reaktionen sorgen. Bei sensibler Haut oder bekannten Kontaktallergien deshalb ein neues Produkt im Zweifel erst an einer Hautstelle testen. Viele Naturkosmetik-Hersteller bieten auch Produkte ohne Duftstoffe an.

4. Auch die Verpackung ist meist öko

Hersteller von Naturkosmetik achten nicht nur bei den Rohstoffen auf Umweltverträglichkeit, sondern auch im Unternehmen insgesamt, beispielsweise durch kurze Lieferwege, energieeffiziente Gebäude und den Einsatz regenerativer Energien. Eine große Rolle spielt natürlich auch die Verpackung. Um wenig Abfall zu produzieren, versuchen viele Hersteller Umverpackungen zu vermeiden und einen hohen Recyclinganteil zu erreichen, etwa mit wiederverwerteten Kunststoffen und Glas.

5. Für Naturkosmetik gibt es keine Tierversuche

Tierversuche für Kosmetik sind in der EU verboten. Das gilt für Fertigprodukte seit dem Jahr 2004 und für Importe aus dem Ausland seit 2013. Das ist erfreulich, aber leider nicht rundum wasserdicht, denn die Regelung betrifft nur rein kosmetische Substanzen. Chemische Inhaltsstoffe, die nicht nur in Kosmetik, sondern auch in anderen Produkten wie Reinigern oder Medikamenten eingesetzt werden, werden zum Teil weiterhin getestet. Bei zertifizierter Naturkosmetik können Verbraucher in der Regel sicher sein, dass keine Tiere für das Produkt leiden mussten. Die verschiedenen Siegel haben dafür Stichtage: Beim BDIH-Siegel sind zum Beispiel keine Rohstoffe erlaubt, die nach dem 1. Januar 1998 am Tier getestet wurden. Das bekannte Häschen-Logo mit der schützenden Hand gilt sogar für den Zeitraum ab 1979.

6. Keine synthetischen Konservierungsmittel

Ob Gesichtscreme oder Make-up: Kosmetikprodukte nehmen wir unzählige Male in die Hände. Damit sie keimfrei und haltbar bleiben, werden häufig synthetische Konservierungsmittel zugesetzt. Manche davon sind umstritten, wie bestimmte Parabene, die unter Verdacht stehen, im Körper wie Hormone zu wirken.

In Naturkosmetik sind nur einige wenige naturidentische Zusatzstoffe erlaubt – allerdings verzichten viele Hersteller darauf. Um die Rezepturen haltbar zu machen, setzen sie zum Beispiel Heilpflanzenauszüge, Bio-Alkohol und ätherische Öle ein. Viele Produkte sind auch so verpackt, dass sie möglichst wenig Oberfläche für Keime bieten, beispielsweise durch kleine Öffnungen in den Spendern.

7. In Naturkosmetik findet ihr kein Mikroplastik

Ob als Füllstoff, Binde- oder Schleifmittel: In vielen Kosmetikprodukten stecken Kunststoffe in fester oder flüssiger Form. Aus unserem Badezimmer gelangen sie ins Abwasser. Nicht alles kann aus dem Klärschlamm herausgefiltert werden, sodass das Mikroplastik auch in Meere und Flüsse gelangt, wo es sich anreichert und von Fischen mit Futter verwechselt wird.

In zertifizierter Naturkosmetik ist Plastik als Inhaltsstoff tabu. Für Rubbeleffekte in Peelings oder Duschgels sorgen natürliche Zutaten wie Tonerden, Jojobaperlen oder gemahlene Olivenkerne.

8. Naturkosmetik-Hersteller achten auf faire Partnerschaften

Hersteller von zertifizierter Naturkosmetik achten nicht nur darauf, dass Gesundheit und Umwelt geschont werden. Auch der Mensch steht im Fokus. Viele Naturkosmetik-Firmen beziehen Rohstoffe von landwirtschaftlichen Kooperativen in Entwicklungsländern oder haben eigene Rohstoffprojekte initiiert. Ökologische Produktion, faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen sollen die Lebensgrundlagen vor Ort nachhaltig verbessern.

9. Naturkosmetik kommt ohne Hormone aus

Im Jahr 2013 hat die Weltgesundheitsorganisation den Einsatz von hormonell wirksamen Chemikalien, die zum Beispiel in Verpackungen stecken, als globale Bedrohung bezeichnet. Bei Untersuchungen des BUND enthielt im Jahr 2014 jedes vierte Kosmetikprodukt verdächtige Stoffe, wie bestimmte Parabene oder chemische UV-Schutzfilter. Für einzelne gibt es zwar Grenzwerte, doch ist man im Alltag meist einem ganzen Hormon-Cocktail ausgesetzt. In zertifizierter Natur- und Bio-Kosmetik kommen sie nicht in die Tube.

10. Kein Etikettenschwindel in Naturkosmetik-Siegeln

Ob BDIH, Natrue, Ecocert, Cosmos, Icada oder Demeter: Die verschiedenen Siegel garantieren echte Naturkosmetik und geben strenge Richtlinien für die Herstellung von Kosmetikprodukten vor. Hier stellen wir sie vor.

Ein Artikel aus dem Naturkosmetik-Magazin

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