Jeden Tag eine gute Entscheidung. Für eine bessere Welt. Für uns alle.
Kosmetik

Nagellack: Jetzt wird᾽s bunt

Dunkles Violett oder knalliges Pink? Ganz ohne Chemie ist Nagellack aus dem Bio-Laden zwar nicht zu haben. Dennoch ist er klar die bessere Wahl.

01.06.2015 vonFrauke Werner

Dunkles Violett oder knalliges Pink? Ganz ohne Chemie ist Nagellack aus dem Bio-Laden zwar nicht zu haben. Dennoch ist er klar die bessere Wahl.

Nagellack setzt Hände und Füße in Szene, mal dezent elegant, mal poppig frech. Und er lässt sie gepflegt erscheinen. Zartes Rosa und leuchtendes Rot, schillerndes Violett, intensives Blau und gewagtes Grün – das alles gibt es auch im Bio-Laden. Allerdings meist ohne Naturkosmetik-Siegel. Erst seit Kurzem gibt es eine zertifizierte Serie.

Denn Nagellack herzustellen, ist gar nicht so leicht, die Ansprüche an ihn sind hoch: Er soll in der Flasche flüssig bleiben, auf dem Nagel jedoch schnell trocknen, er soll nicht so hart werden, dass die Farbschicht leicht splittert und es soll ihn in vielen Farben geben. All dies ist ohne Chemie kaum möglich.

Auch die meisten Farblacke aus dem Bio-Laden basieren deshalb auf Cellulosenitrat als Filmbildner, gelöst in leicht flüchtigen chemischen Mitteln wie Ethyl- und Butylacetat, damit der Lack schnell trocknet. Einige Sorten enthalten synthetische Farbstoffe. Insgesamt sind aber deutlich weniger bedenkliche Zutaten drin, als in den bunten Fläschchen aus dem Drogeriemarkt.

Es geht auch mit weniger Chemie

Darin sind häufig chemische UV-Filter, die im Verdacht stehen, das Hormonsystem zu beeinflussen. Vereinzelt entdeckte Ökotest vergangenes Jahr sogar geringe Mengen des Lösungsmittels Phenol, das für Kosmetika verboten ist. Auch halogenorganische Verbindungen stecken häufig in konventionellem Lack, von denen viele Allergien auslösen können. All diese Stoffe sind für Naturkosmetik-Hersteller tabu. Gut zu wissen: Allergien treten meist nicht an den Händen, sondern im Gesicht auf, etwa an den empfindlichen Augenlidern, wenn man sich die Augen gerieben hat.

Viele Produkte aus dem Bio-Laden sind als „5-free“ gekennzeichnet, das heißt, sie kommen ohne die folgenden fünf schädlichen Zutaten aus: dem Lösungsmittel Toluol mit seinen narkotisierenden Dämpfen, krebsverdächtigem Formaldehyd, hormonell wirksamen Phtalat-Weichmachern, allergieauslösendem Kolophoniumharz und Campher.

Neu: zertifizierter Lack

Seit Kurzem gibt es zertifizierten Nagellack. Er basiert auf Bio-Alkohol und Schellack, dem harzigen Sekret der Lackschildlaus. Ein neues Verfahren dickt die alkoholische Lösung an, sodass sie sich gut auftragen lässt. Nur trocknen muss er etwas länger. Mit mineralischen Pigmenten lässt der Naturlack die Nägel in matten Rosa-, Rot- und Brauntönen schimmern.

Ein extra Überlack bringt lackierte Nägel zum Glänzen. Als Finish versiegelt er die Farbschicht zugleich – für noch mehr und längeren Spaß am bunten Nagelschmuck.

Kleine Lackpause

Ab und an tut den Nägeln eine Lackpause gut. Die Gelegenheit, um morgens und abends ein Nagelöl oder -fluid einzumassieren. Naturkosmetik schützt und nährt Nägel und Nagelhaut mit pflanzlichen Ölen, Vitamin E und Kamille. Bei brüchigen Nägeln hilft eine spezielle Repair-Kur. Sie härtet die Nägel zum Beispiel mit pflanzlichem Silicium.

Lackieren, so geht᾽s

Fläschchen kurz hin und her rollen, um die Farbpigmente zu verteilen. Öffnen, den Pinsel am Rand abstreifen und los geht´s mit drei Strichen: Von der Nagelhaut zur Nagelspitze, erst in der Mitte, dann an beiden Seiten. Kleine Nägel komplett lackieren, bei breiten rechts und links einen Rand lassen. So wirken sie schmaler und elegant. Vor allem dunkle Töne nach dem Antrocknen ein zweites Mal auftragen. Tipp: Die Hand bleibt ruhiger, wenn Sie beim Pinseln den Ellenbogen aufstützen. Für langen Halt sorgt Überlack. Er verleiht der Farbschicht auch mehr Glanz.

Farbe wählen

Nagellack auf Kleidung und Make-up abstimmen oder in Kontrast setzen. Klassisch: rote Nägel zum schwarzen Outfit. Sommerschön: Grün zum orangen Top, Blau in rosa Flip-Flops. Nude-Töne wirken elegant. Grell oder pastell? Das alles ist natürlich auch Typsache.

Vor dem Lackieren

Alte Lackreste gründlich entfernen. Anschließend die Finger in warmem Wasser mit milder Seife baden, um Reste des Nagellackentferners abzuwaschen. So eingeweicht lässt sich zudem die Nagelhaut leicht mit einem Rosenholzstäbchen zurückschieben. Sie stehen auf knallige Farben? Dann zunächst einen Unterlack auftragen. Er schützt die Nägel vor Verfärbungen. Zugleich kaschiert er Unebenheiten und Rillen.

Richtig feilen

Nägel mit der Feile kürzen. Dazu dient die grobe Seite, die feine glättet und formt sie. Stets in eine Richtung feilen, vom Nagelrand zur Mitte hin.

Farbcode

Fast alle Farbstoffe werden mit CI (für Colour Index) und fünf Ziffern benannt.

+/- bedeutet „kann enthalten sein“ – gelistet sind alle Farbstoffe, die in der Serie vorkommen. In diesen Nagellacken sind das:

Mineralisch: CI 77007, CI 77163, CI 77266, CI 77491, CI 77492, CI 77499, CI 77510, CI 77891

Tierisch: CI 75470

Chemisch: CI 19140, CI 15850, CI 15880, CI 42090, CI 60725

Weitere Infos zu einzelnen Farbstoffen liefert die INCI- Suche auf www.cosmetic-check.com.

Kommentare

Schlagwörter

Das könnte interessant sein ...

Ähnliche Beiträge