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Kosmetik

Alles rund um Haarspray

Haarspray ist ein wahrer Zaubernebel für Haare, die nicht „sitzen“ wollen. Sind jedoch Inhaltsstoffe wie Phthalate enthalten, ist Vorsicht geboten.

01.03.2015

Haarspray ist ein wahrer Zaubernebel für Haare, die nicht „sitzen“ wollen. Sind jedoch Inhaltsstoffe wie Phthalate enthalten, ist Vorsicht geboten.

Aus der Hochsteckfrisur löst sich immer wieder diese eine ärgerliche Strähne, der Bob fällt schlaff ins Gesicht, der toupierte Dutt hat sich aufgelöst ... zum Glück lassen sich viele Haarprobleme mit einem einfachen „Pffft“ aus der Haarsprayflasche beseitigen. Wie das funktioniert? Als mikrofeine Tröpfchen benetzt das Spray die Haare und bildet beim Trocknen einen dünnen Film, der sie miteinander verbindet. Gleich einem unsichtbaren Haarnetz hält es so die Frisur in Form.

Die Hauptrolle spielen dabei sogenannte Filmbildner. In konventionellen Produkten sind das meist Polymere wie das gesundheitsschädliche Vinylpyrrolidon (VP), Vinylacetat (VA) und Acrylate, die die Hautporen verschließen können. Solche chemischen Stoffe sind grundsätzlich für zertifizierte Naturkosmetik verboten. Stattdessen arbeitet sie mit Schellack, dem harzigen Sekret der Lackschildlaus. Er ist auch für konventionelle Lebensmittel zugelassen, gilt als unbedenklich für die Gesundheit und ist biologisch abbaubar. Eine vegane Alternative gibt es für Haarspray bisher nicht.

Gelöst sind die Filmbildner in Alkohol, der den Stylingmix auch konserviert. Für manch herkömmliches Spray wird er mit Diethylphtalat (DEP) vergällt, wobei Phtalate im Verdacht stehen, krebserregend zu sein und die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Auch kann der Alkohol für herkömmliche Kosmetika synthetischer Herkunft sein. Bio-Alkohol dagegen wird mittels natürlicher Fermentation von Getreide oder Trauben (Weingeist) gewonnen und wenn, dann mit ätherischem Öl vergällt.

Glanz durch Pflanzenöle

Einen schönen Glanz zaubern natürliche Stylingsprays mit hochwertigen Pflanzenölen ins Haar. Beliebt sind dazu Jojoba-, Sesam- und Mandelöl. Darüber hinaus enthalten sie Extrakte von Henna oder Granatapfel, Walnuss oder Hopfen, die das Haar stärken und die Kopfhaut schützen sollen. Für den Duft sorgen ätherische Öle.

Der intensive Geruch manch konventioneller Sprays rührt auch von synthetischen Duftstoffen her, darunter polyzyklische Moschusverbindungen, die sich im Fettgewebe anreichern und in der Naturkosmetik verboten sind, ebenso wie umweltbelastende Silikonöle und hormonell wirksame UV-Filter.

Pumpen statt Treibgas

Naturkosmetik verzichtet auf umweltschädliche Treibgase und setzt auf Pumpzerstäuber, die die Wirkstoffe mechanisch aus dem Spender treiben. Die Tröpfchen brauchen zwar minimal länger zum Trocknen und sind etwas größer als die aus Spraydosen („Gefahr für die Lunge?“). Dafür kann frau in Ruhe noch einmal vor dem Spiegel kontrollieren, ob die Frisur nun wirklich sitzt.

Luft anhalten

Sicherheitshalber beim Sprühen die Luft anhalten, gut lüften – und ein Pumpspray aus dem Bio-Laden wählen. Das produziert nämlich bei gleicher Stoßzahl deutlich weniger lungengängige Partikel. Doch auch hier gilt: Nicht in die Augen oder ins offene Feuer sprühen, bei Zimmertemperatur lagern.

Ohne Spray ins Bett

Vor dem Zubettgehen gehört das Haarspray unbedingt wieder ausgebürstet, ebenso vor jeder Haarwäsche. Sonst besteht die Gefahr, dass es mit dem Shampoo oder der Spülung verklumpt. Die Haarbürste sollte man einmal im Monat mit mildem Haarwaschmittel reinigen.

Gefahr für die Lunge?

Damit aus dem flüssigen Gemisch von Alkohol, Filmbildnern, Glanz- und Duftstoffen ein Sprühnebel wird, füllen konventionelle Hersteller die Wirkstoffe mit einem Treibgas unter Druck in die Dose. Beim Sprühen verdampft das Treibmittel schlagartig, dabei wird die Flüssigkeit in eine Wolke mikrofeiner Tröpfchen zerteilt, Aerosol genannt. Ein Teil der feinen Spraytröpfchen kann beim Einatmen bis tief in die Atemwege und sogar in die Lungenbläschen eindringen. Dort lagern sich die Filmbildner ab. Bei intensivem Gebrauch, zum Beispiel im Frisiersalon, kann das zu Atemnot und chronischem Husten führen.

Zeit nehmen

„Haarspray aus der Naturkosmetik ist feuchter als herkömmliches, es braucht daher mehr Zeit zur Anwendung“, sagt Britta Coers, Naturfriseurin mit eigenem Salon „Die Baderin“ in Berlin. „Stets nur zwei, drei Pumpstöße aus 20 bis 30 Zentimeter Entfernung aufs Haar sprühen und warten, bis das Spray getrocknet ist“, rät die Expertin. Das kann wiederholt werden, bis die Frisur den gewünschten Halt hat. Jeden Tag sprühen? „Das ist mit natürlichem Haarspray kein Problem“, so Coers.

Tipps rund um Haarspray

  • Für mehr Fülle die Haare am Ansatz etwas anheben, ein bis zwei Pumpstöße hineinsprühen und halten, bis das Spray getrocknet ist.
  • Um einzelne Haarsträhnen zu modellieren, einfach etwas Haarspray auf die Finger sprühen und wie Gel in die Haare kneten.
  • Beim Sprühen unbedingt die Brille absetzen. Selbst ein Optiker bekommt den harzigen Film kaum wieder ab.

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