Jeden Tag eine gute Entscheidung. Für eine bessere Welt. Für uns alle.
Kosmetik

Schön für die Videokonferenz

Ihr wollt auch im Home-Office bei der Videokonferenz gut aussehen? Kein Problem. Unsere Tipps für Make-up, Licht und Kleidung.

08.07.2021 vonJochen Bettzieche

Ihr wollt auch im Home-Office bei der Videokonferenz gut aussehen? Kein Problem. Unsere Tipps für Make-up, Licht und Kleidung.

„Wenn ich vor die Tür gehe, habe ich weniger Schminke drauf als vor dem Laptop“, sagt Martina. Die Marketingmanagerin arbeitet seit dem ersten Lockdown im März 2020 fast ausschließlich von zu Hause aus. Konferenzen, Personalgespräche, Weiterbildungen – alles findet seitdem per Videokonferenz statt.

So wie der Mittvierzigerin geht es vielen: 45 Prozent aller Beschäftigten, beziehungsweise 18,8 Millionen Berufstätige, arbeiteten Ende 2020 laut Branchenverband Bitkom ganz oder teilweise im Homeoffice. Videokonferenzen gehören für sie mittlerweile zum Alltag. Dazu gehört auch das richtige Styling – aber wie wird man den besonderen Anforderungen einer „Liveübertragung“ aus dem eigenen Wohnzimmer gerecht?

Wie sieht man bei der Videokonferenz gut aus?

„Wenn man sich schminkt, kann man ein bisschen stärker auftragen“, empfiehlt Sabine Appelhagen, Vorständin im Bundesverband für Medientraining. Brauntöne um die Augen, leicht schimmernde Lippen und vor allem natürliche Farben seien ideal. Ungeübten können Fehler beim Schminken schnell passieren. Man kann sie aber vermeiden, wenn man einige Tricks beherzigt. „Ist das Make-up zu dunkel, lässt einen das älter wirken“, warnt Ricarda Zill, Kosmetik-Expertin beim Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. Andererseits bringen dunkle Töne auf ausgewählten Partien mehr Kontur ins Gesicht und machen es schmaler.

Gutes Licht ist die beste Schminke.

Sabine Appelhagen, Vorständin im Bundesverband für Medientraining

Lipgloss, Glitter und Glanzpartikel sind hingegen tabu. „Die können recht starke Reflexionen auslösen“, erklärt Appelhagen. Genau die sollten Teilnehmer von Videokonferenzen vermeiden. Daher ist auch Kompaktpuder wichtig, um glänzende Stellen wie Haaransatz, Stirn, Nase und Kinn abzudecken. „Um die Augen und die seitliche Wangenpartie kann das Puder sparsamer verwendet werden, da die Puderpartikel kleine Fältchen verstärken können“, rät Zill.

Das gilt auch für Männer. Die Glatze zu pudern verhindert eine glänzende Fläche auf dem Bild der Konferenzteilnehmer. Ein Blick auf das Kamerabild zeigt, wo noch Bedarf herrscht. Beispielsweise beim Bart. „Bei einem gut rasierten Gesicht ist die Mimik besser zu erkennen“, weiß Appelhagen.

Welche Farben bei der Videokonferenz gut sind

Martina borgt sich gerne die Concealer-Palette ihrer Tochter. „Vor der Kamera fällt es viel eher auf, wenn die Haut keinen einheitlichen Teint hat“, hat sie bemerkt. Dezente Farben empfiehlt Medientrainerin Appelhagen für die Lippen. Knallige Rottöne und Orange werden manchmal durch die Kameraübertragung verstärkt, hat die Expertin beobachtet: „Je nach den Einstellungen und der Qualität von Computer und Monitor des Gegenübers können diese zu intensiv dargestellt werden.“

Welche Kleidung funktioniert vor der Kamera?

Farbe ist ohnehin ein heikles Thema, nicht nur im Gesicht. „Für meine erste Videoschaltung hatte ich eine klassische, weiße Bluse gewählt. Vor der weißen Wohnzimmerwand ergab sich aber kein Kontrast. Ich bin mit der Wand verschmolzen“, erinnert sich Martina. Von schwarzer Kleidung und solcher mit Mustern raten Profis ebenfalls ab: Schwarz wirkt leblos, darauf erkennt man keine Strukturen – und Muster flimmern. Zudem gilt es, den Stil an das Unternehmen und den Zweck der Videokonferenz anzupassen. „Bei einer Weiterbildung mache ich nicht so viel Tamtam wie bei einem Personalgespräch“, sagt Martina.

Auch die Frisur ist ein Statement

Und was ist mit den Haaren? Auch die Frisur ist ein Statement. „Weiche Wellen signalisieren zum Beispiel, dass wir offen und positiv unseren Mitmenschen gegenüber eingestellt sind. Ein strenger Zopf vermittelt eine ernstere Ausstrahlung“, erklärt Stylistin Zill.

Gut ausgeleuchtet? Warum Licht online besonders wichtig ist

Allerdings hilft das aufwendigste Styling nicht, wenn das Umfeld nicht stimmt. „Die beste Schminke ist gutes Licht“, betont Appelhagen.

Tipps für das private TV-Studio

Eine gute Videokonferenz ist eine Liveübertragung aus den privaten Fernsehstudios der Teilnehmer. Die Gesichter sollten zum Fenster ausgerichtet sein. Noch besser ist es, wenn links und rechts des Monitors eine Lampe steht, die die Person anleuchtet. Eine eventuell vorhandene Brille darf das Licht nicht reflektieren. Der Hintergrund sollte aufgeräumt sein und nicht ablenken, wie etwa ein Bücherregal. Damit man das Umfeld nicht ständig neu aufbauen muss, empfiehlt es sich, eine kleine Ecke dafür einzurichten.

Headsets sind für Videokonferenzen nicht zu empfehlen. Sie zerstören die Frisur und die Teilnehmer wirken wie im Callcenter.

Die Kamera sollte von vorne oder leicht von oben aufnehmen. Beim Sprechen ruht der Blick auf der Kamera, nicht auf dem Monitor.

Und: Während der Videokonferenz etwas zu trinken ist erlaubt, essen nicht. Stehen im Büro oft Kekse auf dem Konferenztisch, so haben sie in der Online-Schaltung nichts verloren. Kaugeräusche, Kaubewegungen und Kleckereien vor laufender Kamera sind unhöflich und lenken ab.

Der Branchenverband Bitkom erwartet, dass nach der Pandemie 35 Prozent der Beschäftigten ganz oder teilweise an flexiblen Arbeitsplätzen arbeiten werden. Es lohnt sich also, gute Bedingungen für die eigene Arbeit vor der Kamera zu schaffen.

Ein Artikel aus dem Naturkosmetik-Magazin

cosmia

Magazin finden

Kommentare

Schlagwörter

Das könnte interessant sein ...

Ähnliche Beiträge