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Kosmetik

Rasiercreme: Traumschaum für Genussrasierer

Rasieren beansprucht die Haut. Deshalb sollten Rasiercremes nicht nur schäumen, sondern auch pflegen. Naturkosmetik-Schäume können das.

31.10.2010 vonLeo Frühschütz

Ein guter Morgen beginnt mit dem Griff nach dem Pinsel. Denn wer sich nass rasiert, entfernt nicht nur Stoppeln aus dem Gesicht – die Nassrasur ist ein sinnliches Ritual, ein meditativer Moment am Morgen. Dafür ist Naturkosmetik aus dem Bio-Laden der beste Begleiter. Leberschädigende künstliche Duftstoffe, Weichmacher mit hormoneller Wirkung oder PEG-Tenside, die die Haut durchlässiger für Schadstoffe machen, sind kein Thema.

Der Klassiker: Rasierseife

Die klassische Rasierseife im Bio-Laden kommt von der Firma Speick. Sie hat eine Rezeptur, die älter ist als jeder Bio-Laden. Mann merkt das daran, dass die Seife noch Rindertalg enthält. Er macht den Schaum besonders sahnig und mildert die entfettende Wirkung der Seife etwas ab. Der Extrakt aus der hochalpinen Heilpflanze Speik wirkt harmonisierend auf die Haut und trägt zum herben Duft der Seife bei.

Klassisch ist auch der aus der Erdölchemie stammende Komplexbildner EDTA. Er macht die Seife stabiler und konnte bisher trotz vieler Versuche nicht ersetzt werden, sagt Gudrun Leibbrand, die Leiterin des Produktmanagements bei Speick. Weil EDTA für zertifizierte Naturkosmetik ebenso wenig zugelassen ist wie Rindertalg, trägt die Rasierseife von Speick auch kein BDIH-Logo.

Gängigster Schaumlieferant im Bio-Laden sind die Rasiercremes. Grundlage für alle Produkte: Seifen aus Pflanzen-ölen, deren Zusammensetzung etwas variiert. Mal wird Palmöl und mal Olivenöl verseift und wahlweise Natriumlauge, Kaliumlauge oder beides verwendet.

Pflege durch Heilpflanzen

Die Rasierseifen von Lavera und Logona sind reich an pflegenden Fetten, darunter Jojobaöl und Wollwachs. Bei Speick übernimmt Bienenwachs die Rückfettung, Weleda setzt auf Mandel- und Ziegenmilch zur Hautpflege. Die durch die Rasur gereizte Haut wird zudem mit reichlich Heilpflanzenpower gestärkt und beruhigt. Logona und Lavera setzen dabei auf Aloe vera, Schachtelhalm und Zaubernuss. Lavera gibt zusätzlich noch etwas Ringelblume, Echinacea sowie den Kamillewirkstoff Bisabolol in die Creme. Allesamt wirken sie entzündungshemmend, ebenso wie das wilde Stiefmütterchen, das Weleda verwendet.

Unterschiede gibt es bei der Konservierung. Logona, Speick und Weleda verpacken ihre Creme in Alutuben und sparen sich dadurch Konservierungsmittel. Lavera nutzt Kunststoff und muss deshalb konservieren. Diese Aufgabe übernimmt der Alkohol aus dem Schachtelhalmauszug. Allerdings ist die Konzentration weit geringer als bei einem After Shave. Außerdem enthält jede Rasiercreme Glycerin. Es hält sowohl die Creme als auch die damit eingeschäumte Haut feucht.

Alle Seifen sind basisch und greifen damit den Säureschutzmantel der Haut an. Empfindliche Haut, die oft rasiert wird, kann darauf mit Rötungen reagieren. Als Alternative bietet Alva ein alkoholfreies Rasiergel mit einer besonders hautfreundlichen Tensidmischung an. Allerdings enthalten zwei der Tenside einen kleinen Erdölchemie-Anteil, weshalb das Gel nicht als Naturkosmetik zertifizierbar ist. „Wir wollen diese beiden Tenside möglichst schnell durch ebenso verträgliche rein pflanzliche Zutaten ersetzen“, verspricht Alva-Pressesprecherin Christa Einhaus. Heilpflanze der Wahl ist der Beinwell. Er enthält Allantoin, das die Haut beruhigt, geschmeidig macht und die Wundheilung fördert.

Schaum aus der Dose

Bei Rasierschaum aus Dose oder Flasche sträuben sich einem Puristen die Barthaare. Doch es gibt Männer, die wollen sich zwar nass rasieren, aber keine Schaumschläger sein. Für sie haben Sante und Speick fertigen Rasierschaum abgefüllt. Bei Speick bilden Seife und Zuckertenside den Schaum, Sante kommt ohne Seife aus. Beide setzen Aloe vera ein, Speick dazu noch Weizenproteine und natürlich den namensgebenden Speik-Extrakt. Der Sante-Schaum enthält zusätzlich noch Traubenkern-, Jojoba- und Mandelöl. Hamamelis und Weißer Tee sollen die Haut beruhigen. Damit der Tag wieder erste Sahne wird.

So schäumt es am besten

Die besten Rasierpinsel sind aus Dachshaar. Sie sind weich, können das Wasser gut halten und schlagen einen sehr cremigen Schaum. Für Veganer gibt es Pinsel aus synthetischen Fasern mit ähnlich guten Eigenschaften.

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