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Kosmetik

Seife und Umwelt

Seife aus dem Orient war früher purer Luxus. Heute sind Pflanzenölseifen erschwinglich. Aber es ist noch immer etwas Besonderes, sich mit wertvollen Ölen und Düften zu pflegen

01.02.2003 vonChristiane Koch

Seife aus dem Orient war früher purer Luxus. Heute sind Pflanzenölseifen erschwinglich. Aber es ist noch immer etwas Besonderes, sich mit wertvollen Ölen und Düften zu pflegen

Kernseife, Seife mit Kräuterextrakten, Seife mit und ohne Duft, Seife mit und ohne Farbstoffe, Seife pur – das Angebot ist beachtlich. „Welche wollen wir nehmen?“, frage ich mit Blick auf das gut gefüllte Regal im Naturkostladen. „Die am besten riecht“, schlägt meine Tochter vor. Wie sie, so kaufen viele Menschen ihre Seife der Nase nach. „Frische Düfte wie Lemon liegen dabei zur Zeit im Trend“, sagt Hanjörg Bahmann vom Naturwaren-Großhändler Weiling. „Aber die Kunden wollen auch wissen, ob die Rohstoffe für die Seifen aus konventionellem oder Bio-Anbau stammen.“

Aus reinem Pflanzenöl

Seife „ist ein Klassiker im Dauertrend“, so Susanne Arndt von der Handelsgesellschaft Biogarten. Deshalb ist sie in jedem Naturwarenladen zu finden. Beschränken sich kleinere Geschäfte auf die Produktserie eines oder weniger Anbieter, wächst mit der Größe der Geschäfte auch das Angebot rapide an.

Wer im Naturkostladen Pflanzenölseifen kauft, kann sicher sein, dass kein tierisches Fett darin enthalten ist. Sie werden aus reinem Pflanzenöl hergestellt, anders als in der konventionellen Produktion, wo Fette von Rind und Schwein die wichtigsten Seifen-Rohstoffe sind. Außerdem sind synthetische Zusätze weitgehend tabu. Emulgatoren, Konservierungsstoffe, Antioxidantien und bedenkliche Farbstoffe werden in den hier vorgestellten Produkten nicht eingesetzt. Bis auf wenige Ausnahmen sind auch alle ohne synthetische Komplexbildner wie EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) oder Trisodium MGDA (Methylglycindiessigsäure).

Ausprobieren, was gut tut!

Mild und pflegend muss eine hochwertige Seife sein. Um das zu erreichen schwören einige Hersteller auf einen hohen Olivenölanteil in der Grundseife. Andere mischen unter die fast fertige Seife rückfettende Öle wie Karitébutter (stammt vom afrikanischen Sheabaum), Avocado- oder Jojoba-Extrakte. Der Effekt ist der gleiche: Nach dem Waschen legt sich einer dünner schützender Fettfilm über die Haut. Darum kann Seife ganz nach persönlichen Vorlieben gekauft werden – einfach ausprobieren, was der Haut gut tut.

Bio-Anbau bisher noch Ausnahme

Öle machen den größten Teil der Seifenrohstoffe aus. Die meisten Hersteller beziehen sie aus konventionellem Anbau. Einige gehen einen Schritt weiter: Logona, Sodasan, Sonett und Venus verwenden für ihre Grundseife zu hundert Prozent Öle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA). Midi zieht im März 2003 nach. Weleda nimmt Olivenöl aus kbA. Besonderes Augenmerk auf eine sozialverträgliche Produktion legen Sonett und Venus, da ihre kbA-Öle aus Fair-Trade-Projekten stammen.

Seifenparfum kann natürlicher oder synthetischer Art sein. Während Midi und Walter Rau beide Arten verwenden, sorgen ätherische Öle bei AlmaWin, Alva, CMD, Logona, Maharishi Ayurveda, Rapunzel, Sodasan, Sonett, Urtekram, Venus, Weiss und Weleda für natürlichen Duft. Diese Öle beziehen Sonett, Venus, CMD und Weiss ganz, Logona, Sondasan und Midi teilweise aus kbA. Da aber selbst natürliche Düfte manchen Menschen zu schaffen machen, gibt es von Alva, Logona, Rapunzel, Walter Rau und Sonett auch Seifen ohne jegliches Parfum. Sie sind besonders für Allergiker geeignet, da sie auch frei von Farbstoffen sind und keine oder nur wenig Pflegezusätze enthalten.

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