Kosmetik

Ölziehen: Was es bewirkt und wie es geht

Ölziehen ist eine ayurvedische Methode, die Mund und Zähne pflegen soll. Wie gesund ist es wirklich? Wie geht es und welches Öl ist sinnvoll? Wir haben die Antworten.

Mundhygiene war den Menschen schon vor Tausenden von Jahren wichtig. Sie reinigten ihre Zähne mit Stöckchen und spülten den Mundraum mit Minze-Sud. Seit dem 15. Jahrhundert schrubben sie mit der Zahnbürste. Heute gehen viele zusätzlich zur professionellen Zahnreinigung. In Indien dient das Ölziehen der Reinigung des Mundraums, seit mehr als dreieinhalbtausend Jahren. Dies ayurvedische Morgenritual findet auch bei uns immer mehr Fans.

Wie geht Ölziehen?

Gewöhnlich beginnt das Ölziehen mit dem Reinigen der Zunge, und zwar vor dem Frühstück: Mit einem speziell geformten Schaber, alternativ einem Löffel, entfernt man sanft den Zungenbelag, der über Nacht entstanden ist.

Nun folgt das eigentliche Ölziehen mit einem Esslöffel kalt gepresstem Pflanzenöl.

Wie lange soll man Ölziehen?

Das Öl gilt es für 10 bis 20 Minuten im Mundraum hin und her zu bewegen und gründlich durch die Zahnzwischenräume zu ziehen. Dabei vermischt es sich mit dem Speichel, wird dünnflüssiger und milchig.

Wer Probleme mit der Verwendung des Öls auf nüchternen Magen hat, dem kann es helfen, zunächst nur mit einem Teelöffel Öl für wenige Minuten zu spülen. Geht es besser, lassen sich Menge und Dauer langsam steigern.

Am Ende der Prozedur wird es in ein Papiertuch gespuckt, das in den Hausmüll wandert. Achtung: Die Abflüsse von Waschbecken oder Toilette kann das Öl mit der Zeit verstopfen. Spülen Sie den Mund abschließend mit lauwarmem Wasser aus und putzen Sie dann wie gewohnt die Zähne.

Wirkung: Was passiert beim Ölziehen und wie gesund ist es?

Die indische Gesundheitslehre Ayurveda schreibt dem Ölziehen vielfältige Effekte zu. Es soll nicht nur die Zähne pflegen, das Zahnfleisch kräftigen und bei Zahnfleischbluten und Mundgeruch helfen, sondern auch den Geschmackssinn schärfen und entgiftend wirken – und das ist noch nicht alles.

Eindeutig erwiesen sind diese Wirkungen des Ölziehens jedoch nicht. Schaden kann das Spülen mit Bio-Pflanzenöl, das wertvolle Fettsäuren und antioxidativ wirkende Gerbstoffe enthält, aber sicher nicht. Anders als die chemischen Bakterienkiller in manch konventioneller, wässrig-alkoholischer Mundspülung greift es die natürliche Mundflora nicht an.

Ölsorte: Welches Öl fürs Ölziehen?

Wer das Ölziehen ausprobieren möchte, sollte konsequent über mehrere Wochen spülen. Das geht mit einem guten Speiseöl, etwa Sonnenblumenöl. Mehr Geschmack und Wirkung versprechen allerdings spezielle Mundziehöle. Sie basieren auf Sesamöl, Olivenöl oder Kokosöl und enthalten zusätzlich ätherische Öle von Kardamom, Minze, Salbei oder Thymian, Rosmarin, Nelken oder Ingwer. Die haben eine antibakterielle Wirkung und erfrischen den Atem. Kräuterzusätze sind auch im Ayurveda beliebt.

Veröffentlicht am

Ein Artikel aus dem Naturkosmetik-Magazin

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Kommentare

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Sven Dauphin

Hallo,
hier sieht man wieder sehr schön wie gute und nützliche Dinge durch nur einen kleinen Fehler ins Gegenteil verpuffen.
Hier wird beschrieben das Öl solle
fünfzehn bis zwanzig Minuten im Mund bewegt werden ? Na viel Spaß. Richtig ist jedoch, das Öl nicht länger als drei Minuten im Mund zu spülen da sonst die Schlacken wieder resorbiert werden und alles für die Katz war.

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