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Kosmetik

Natürlicher Sonnenschutz

Auch im Mai kann die Sonne schon sehr intensiv scheinen. Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam daran. Das fördert ihren natürlichen Selbstschutz
30.04.2005 vonChristian Zehenter
Auch im Mai kann die Sonne schon sehr intensiv scheinen. Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam daran. Das fördert ihren natürlichen Selbstschutz

Sonnenlicht lindert Depressionen und chronische Schmerzen. Es kurbelt das Immunsystem an und erhöht den Stoffwechsel. Doch zu viel Sonne schadet der Haut, den Augen und Gefäßen. Man altert schneller. Aber es gibt Tricks: Wer viel Tomaten, Karotten, Paprika oder Heidelbeeren isst, verträgt die Sonne besser. Betacarotin macht‘s möglich. Umgekehrt kann die Haut durch bestimmte Stoffe vor-übergehend lichtempfindlicher werden. Zum Beispiel durch Parfüms, Insektensprays, aber auch Arzneimittel. Vorsicht ist geboten bei verschiedenen Antibiotika, Schmerz- und Entwässerungsmitteln, Psychopharmaka, Akne-Medikamenten, Entzündungshemmern. Sogar Johanniskraut, Sellerie und Pastinaken können zu heimlichen Mittätern bei Sonnenbrand werden.

Den wichtigsten Sonnenschutz leistet die Haut immer noch selbst. Und das geht so: Bei Sonnenbestrahlung verdickt sich innerhalb von zwei bis drei Wochen die oberste Hautschicht und bildet die so genannte Lichtschwiele. Außerdem vermehren sich die Pigmentzellen, wandern an die Haut-oberfläche und bewirken hier Bräune.

Schutz vor UV-Strahlung

Jeder Fünfte reagiert auf Sonne mit Ausschlag. Überwiegend sind Frauen zwischen 20 und 40 Jahren davon betroffen. Meist handelt es sich dabei um eine Reaktion auf UVA-Strahlung. Sonnencremes sollten diese ebenso abhalten wie die UVB-Strahlung, die den Sonnenbrand verursacht. Beide lassen die Haut schneller altern und erhöhen das Krebsrisiko. Der Lichtschutzfaktor gibt an, um wie viel länger man sich unbeschadet in der Sonne aufhalten kann. Faktor 18 verlängert um das 18-fache. Wer also entsprechend seinem Hauttyp (Tabelle auf der folgenden Seite) ungeschützt 20 Minuten in der Sonne bleiben dürfte, kann mit Lichtschutzfaktor 18 sechs Stunden sonnen. Immer vorausgesetzt die Angaben des Herstellers sind richtig und das Sonnenschutzmittel ist licht-, wasser-, schweiß- und hitzebeständig.

Mineralische Filter verträglicher

In den meisten herkömmlichen Sonnencremes kommen die umstrittenen chemischen Filter zum Einsatz. Sie dringen in die Haut ein und wandeln UV-Licht in harmloses Infrarotlicht um. Das funktioniert, sofern stündlich nachgecremt wird. Sie zersetzen sich rasch. Allerdings verursachen chemische Filter häufig Allergien und Akne. Neuere Studien legen sogar nahe, dass sie das Schilddrüsen- und Sexualhormon-System schädigen. Deutlich verträglicher sind mineralische Filter, die vor allem von Naturkosmetik-Herstellern verwendet werden. Sie sind hochwirksam und ungiftig. Da sie feinstes Zink- oder Titanoxidpuder enthalten, schimmern sie ab einem Lichtschutzfaktor von etwa 20 leicht weißlich.

Viele Naturkosmetik-Hersteller fügen ihren Sonnenschutzmitteln die Therapie gleich bei: Auszüge aus Aloe Vera, Süßholzwurzel, Rosengewächsen, sowie Kokos- und Nachtkerzenöl beschleunigen die Regeneration der sonnengestressten Haut. Hamamelis, die Zaubernuss und Calendula, die Ringelblume sind ebenfalls häufig mit von der Partie - sie zählen zu den wirksamsten Heilpflanzen für Hauterkrankungen. Die Frage allerdings, wie viel Sinn es macht, solche Naturarzneien zuzusetzen, drängt sich auf. Zwar dienen sie der Heilung und Linderung von Krankheiten, doch ein Sonnenschutzmittel soll ja UV-Strahlung abhalten. Leider kann kein Wirkstoff Hautschäden, die durch zu intensives Sonnen entstanden sind, ungeschehen machen. Im Gegenteil, unter Umständen kann die tägliche Ganzkörper-Einreibung mit einem pflanzlichen Therapeutikum Allergien auslösen, eine gewissen Abhängigkeit der Haut erzeugen oder zu Nebenwirkungen führen. Beispielsweise erhöht die tägliche Anwendung von Süßholzwurzel den Blutdruck.

Bio hat die Nase vorn

Neben dem Vorteil der mineralischen Filter verbuchen die Naturkosmetik-Hersteller ein weiteres dickes Plus: Sie verzichten auf belastende, synthetische Zusätze wie Duft-, Konservierungsstoffe und Emulgatoren. Diese Substanzen sind für die sogenannte „Mallorca-Akne“ verantwortlich.

Dennoch: Auch Pflanzenwirkstoffe, Titanoxidpuder oder ätherische Öle sind bei längerer, täglicher Anwendung nicht gesund. Sonnenschutzmittel sind und bleiben ein Notbehelf für Situationen, in denen wir uns nicht anders schützen können. Wir verbinden uns quasi den Daumen, bevor wir mit dem Hammer darauf schlagen. Deshalb: Wechseln Sie öfter einmal das Sonnenschutzmittel und testen Sie individuelle Verträglichkeit und Lichtschutz zuerst auf einer kleinen Hautfläche. Gönnen Sie Ihrer Haut immer wieder Pausen von Sonne und Sonnencreme.

Ausgiebiges Sonnenbaden in der Sonne ist eine Erfindung der 50er und 60er Jahre. Doch Vorsicht: Ihre Haut nimmt um so mehr Schaden, je tiefer Sie bräunen. Kommen Sie lieber etwas heller aus dem Urlaub wieder. Übrigens hat die Haut ein „Sonnenbrand-Gedächtnis“. Sie wird an einmal verbrannten Stellen auch künftig anfälliger sein.

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