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Kosmetik

Hanf in der Kosmetik – alte Pflanze, neuer Trend

Hanf ist seit Jahrtausenden bekannt – jetzt hat ihn die Kosmetik für sich neu entdeckt. Hier erfahrt ihr alles rund um Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung.

17.12.2020 vonGudrun Ambros

Hanf ist seit Jahrtausenden bekannt – jetzt hat ihn die Kosmetik für sich neu entdeckt. Hier erfahrt ihr alles rund um Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung.

Die besonderen Eigenschaften der Hanfpflanze (Cannabis) sind schon seit Jahrtausenden bekannt. Bereits in der Antike bekam sie Beinamen wie „Pflanze der Götter“ oder „Nektar der Verzückung“. Seit Urzeiten nutzt der Mensch praktisch alle Teile der Pflanze – ob im Essen, in der Mode oder in der Kosmetik. Schon sehr lange gehört Hanföl auch zu jenen Substanzen, die die Naturkosmetik verarbeitet – etwa in Seife, Shampoo, Lippenbalsam, Handcreme oder Massageöl. Im Rampenlicht stand Hanf-Kosmetik bislang nicht. Doch das hat sich jetzt geändert.

Was ist Hanföl und wie wird es angewendet?

In der Naturkosmetik ist es meistens das Samenöl, das verarbeitet wird. Hanfsamenöl ähnelt in seinem Fettsäurespektrum dem der Haut. Es zieht gut ein und dringt auch in tiefere Schichten vor. Die enthaltene Linolsäure stärkt die Barrierefunktion der Haut und hilft ihr, Feuchtigkeit zu speichern. Alpha-Linolensäure aktiviert den Hautstoffwechsel und unterstützt die Neubildung von Zellen.

Beruhigend, regenerierend, feuchtigkeitsbewahrend: Hersteller von Naturkosmetik empfehlen Hanföl und Hanfölprodukte insbesondere für trockene Haut und reife, aber auch für gereizte und irritierte Haut. Darüber hinaus wird das Öl als Geheimtipp gehandelt: zur Pflege von Haut, die durch Neurodermitis oder Psoriasis stark angegriffen und ausgetrocknet ist. Manche berichten auch, Hanföl unterstütze die Heilung von Narben. In Europa darf allerdings – anders als etwa in den USA – kein medizinischer oder therapeutischer Anspruch für Kosmetika geltend gemacht werden.

Was ist CBD und wie wirkt es?

Die bekanntesten Substanzen der Cannabis-Pflanze sind die Cannabinoide CBD und THC.

CBD bzw. Cannabidiol entsteht in den Blüten sowie in geringer Konzentration in den Blättern und Stängeln der Hanfpflanze und kann aus ihnen extrahiert werden. CBD wirkt nicht bewusstseinsverändernd. Als Inhaltsstoff in kosmetischen Mitteln soll Cannabidiol die Haut weich und geschmeidig machen, antioxidativ wirken – sprich: die Hautalterung verlangsamen – und die Talgproduktion hemmen. Es gibt außerdem Hinweise auf eine entzündungsmindernde Wirkung.

CBD-Öl ist pflanzliches Öl, in dem CBD-Extrakt gelöst wurde. Es kann auch kosmetisch angewendet werden.

Wann ist Hanf eine Droge?

THC bzw. Tetrahydrocannabinol wirkt psychoaktiv: in verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und als illegal gehandelte Droge. Es wird als sogenanntes Harz in den Drüsen der Pflanze produziert, die sich in den Blüten und oberen Blättern befinden, in geringer Menge auch in den Samen. In der Hanfkosmetik ist die Verwendung von Blüten oder Fruchtständen, denen das Harz nicht entzogen wurde, verboten.

Linda Schaar, Produktmanagerin für Aromatherapie bei Primavera, erklärt: „Produkte aus Hanf unterliegen nicht dem Betäubungsmittelgesetz, sofern sie nur aus zugelassenen EU-Nutzhanfsorten hergestellt werden oder der THC-Gehalt der Pflanze und verwendeten Pflanzenteile 0,2 Prozent nicht übersteigt.“ Lieferanten bei Primavera müssten jedem Wareneingang die Information über den THC-Gehalt beilegen. Die in der EU zugelassenen Hanf­sorten enthalten weniger als 0,2 Prozent THC.

Einen Rausch können Kosmetik-Produkte mit ordnungsgemäß verwendeten Hanf-Substanzen nicht auslösen. Experten des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Karlsruhe schreiben: „Dermal (also über die Haut) aufgenommenes THC gelangt zwar direkt ins Blut, allerdings geschieht die Aufnahme durch die Haut sehr langsam. Hinzu kommt, dass THC sehr schnell vom Körper abgebaut wird.“

Die CBD-Salbe von Bioturm enthält sowohl CBD-Extrakt als auch Hanfsamenöl. Laut Geschäftsführerin Jasmin Langer ist das unproblematisch: „Das von uns eingesetzte CBD wird ausschließlich aus den Blättern und Stängeln von zertifiziertem EU-Hanf hergestellt und speziell aufbereitet, sodass THC praktisch nicht mehr nachweisbar ist.“

Wie wird Hanf angebaut?

Die Samen reifen in den Blüten der weiblichen Hanfpflanze, werden behutsam geerntet, geschält und in einer Ölmühle gepresst. Wenn dabei die Temperaturen nicht über 60 Grad steigen, spricht man von Kaltpressung, und es bleiben größtmögliche Mengen an den wertvollen Wirkstoffen erhalten. Hanföl in Bio-Qualität zu beziehen, ist für Hersteller gut möglich, denn die Hanfpflanze ist für den ökologischen Anbau geeignet. Sie benötigt keine Pestizide oder Herbizide und kommt ohne Kunstdünger aus. Fast alle Teile der Pflanze können genutzt werden – ganz im Sinne einer umweltfreundlichen Praxis. Einziger Wermutstropfen: Wasser braucht sie reichlich. Noch ist Hanf eine Nischenkultur. Doch über die Hälfte der Hanffelder in Deutschland werden bereits ökologisch bewirtschaftet.

Ein Artikel aus dem Naturkosmetik-Magazin

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