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Haarstyling: Für Haare in Bestform

Wir verraten, wie das Natur-Styling eurer Haare gelingt, die Frisur hält und welche Produkte ihr dazu braucht.

08.10.2021 vonJutta Koch

Wir verraten, wie das Natur-Styling eurer Haare gelingt, die Frisur hält und welche Produkte ihr dazu braucht.

Über die Erinnerungen an besonders tollkühne Styling-Experimente könnte man Bücher schreiben. Das ergab eine nicht repräsentative Umfrage unter Kolleginnen und Friseurinnen in Vorbereitung auf diesen Artikel. Unzählige Geschichten gibt es da zu erzählen. Meist beginnen sie damit, dass jemand sich in den Kopf setzt, auf dem Kopf mal etwas ganz Neues zu wagen. Oder damit, sich den riesengroßen Wunsch nach glattem, lockigen, vollem, oder farbigem Haar erfüllen zu wollen – mit allen Mitteln.

Was es beim Styling zu beachten gilt, welche Tipps und Tricks die Naturfriseurin gibt und welche Naturkosmetik-Produkte gute Dienste leisten, das haben wir hier für euch zusammengetragen.

Ein gutes Styling: Die Grundlage

Naturfriseurin Birgit Flach bietet in ihrem Salon „Haarkultur“ Behandlungen von der Kopfhautanalyse bis zum Styling an. Ihr zufolge ist die Grundlage für ein gutes Haarstyling in erster Linie ein guter Schnitt, der zur Haarstruktur passt. „Mein Team und ich benutzen Stylingprodukte sehr sparsam, weil es oft gar nicht nötig ist.“ Auch würden immer mehr Kunden bewusst darauf verzichten.

Haarspray oder Haarlack: Wie kann ich am besten meine Haare stylen?

Starker Halt, extra starker Halt, ultrastarker Halt – die herkömmlichen Haarsprays und -lacke im Drogerie-Regal werben mit Superlativen. Erfunden wurde der flüssige Kleber aus der Dose Mitte der 1950er Jahre und trat einen Siegeszug durch Friseursalons, Badezimmer und Werbespots im Fernsehen an. Sonne, Wind, Regen: Die besprühte Frisur sitzt! Doch was steckt in der herkömmlichen Spraydose eigentlich drin?

Bei Haarspray handelt es sich um ein Aerosolprodukt. Grundstoff sind so genannte Filmbildner in Kombination mit Lösungs- und Treibmitteln. Versprüht werden Polymere, also flüssige Kunststoffe, die die obere Schicht der Haare fein miteinander verkleben und so wie ein feines Haarnetz funktionieren. Als Treibgase dienen unter anderem Butan und Dimethylether. Keiner dieser Bestandteile ist gut für Umwelt oder Gesundheit. „Wir verwenden ausschließlich Naturkosmetik-Produkte, denn sie enthalten keine Weichmacher und Silikone“, sagt auch Naturfriseurin Birgit Flach. „Kompromisse machen wir bei Brautfrisuren, die den ganzen Tag halten sollen.“ Dann würden sie auch mal zu einem konventionellen Produkt greifen, das man nachher auswaschen muss.

Naturkosmetik-Hersteller haben Alternativen im Angebot: Die Sprays bestehen zumeist aus Schellack, einem harzigen Sekret von Lackschildläusen. Eine vegane Alternative ist in Form von biologisch abbaubaren Kunststoffen zu finden – beispielsweise solche aus Maisstärke. Der Vorteil von Naturkosmetik-Sprays ist, dass sie in Pumpzerstäuber verpackt sind, auf Treibgase wird verzichtet.

Naturkosmetik-Haarspray richtig anwenden

Naturkosmetik-Sprays entweichen nicht als feiner Nebel, sondern sind nasser und brauchen etwas mehr Zeit zum Trocknen. Dafür lassen sie sich ausbürsten, während manche konventionellen Sprays noch nach mehreren Haarwäschen am Haar kleben.

Alles rund um Haarspray

Wie style ich meine Haare – mit Gel, Wachs oder Schaumfestiger?

Mit Gel und Schaumfestiger verhält es sich ähnlich wie mit Haarspray. Was die Frisur in Form hält, besteht häufig aus Silikonen und Weichmachern. Naturfriseurin Birgit Flach berichtet, dass die Kopfhaut nach regelmäßiger Benutzung solcher Produkte aussieht wie eine Eisbahn: Glatt, undurchlässig, wie versiegelt. Durch die verklebte Kopfhaut und die umhüllten Haare dringt nichts hindurch – das Haar nimmt dann übrigens auch keine Haarfarbe mehr auf. Es dauert, bis sich die Kopfhaut davon befreit. Birgit Flach vergleicht die Kopfhaut mit einem Gartenboden: Beide wollen gut belüftet, gepflegt und ab und zu gedüngt werden.

Trotzdem findet Birgit Flach: „Für einen kurzen Fransen-Look kann man etwas Gel natürlich gut gebrauchen.“ Auch hier gibt es Produkte aus dem Naturkosmetik-Bereich, um die Kopfhaut beim Styling zu schonen. Sie beinhalten zum Beispiel wiederum Polymere natürlichen Ursprungs. Und obgleich auch Naturkosmetik-Haarwachs und -Haarcreme dem Haar Griffigkeit und der Frisur Stand verleihen, zählt Birgit Flach sie nicht in erster Linie zu den Styling-, sondern sogar zu den Pflegeprodukten. Vor allem Locken und trockenem Haar tut man mit Inhaltsstoffen wie Heilerde, Pflanzenölen und natürlichem Wachs etwas Gutes.

Bürsten trainiert die Haarfollikel

Regelmäßiges Bürsten mit einer festen Kopfhautbürste fördert die Durchblutung. Das Bürsten über Kopf „trainiert“ außerdem die Haarfollikel. Für das Styling kann das Haar auch über Kopf geföhnt werden oder der Scheitel in die andere als die übliche Richtung gezogen werden. Das Haar fällt dann anders und bekommt neuen Schwung.

Welche Produkte sind gut fürs Haar?

Wenn das Haar kraftlos und beschädigt wirkt oder mehr Haare als sonst ausfallen, dann sollte man nach den Ursachen zu suchen. Naturfriseurin Birgit Flach erklärt: „Ist der Mineralstoffhaushalt nicht im Gleichgewicht, holt der Körper sich Stoffe aus der Kopfhaut. Denn vergleichsweise ist das Haar das weniger wichtige Organ – von dort zieht der Körper Stoffe ab, die an anderer Stelle dringend gebraucht werden.“

Mineralien können helfen

Basische Fußbäder, spezielle Tees, Mineraltabletten und Mineralkuren für die Kopfhaut können helfen, den Mineralien-Haushalt im Körper auszugleichen. Auch bei der Ernährung kann man dem Haarwuchs auf die Sprünge helfen: Nüsse, Haferflocken, Linsen und Brokkoli sind mit Stoffen wie Omega-3-Fettsäuren, Zink, Eisen und Folsäure Super-Food fürs Haar. Für Fragen zur Nahrungsergänzung lohnt sich eine ausführliche Beratung vom Experten – sei es vom Naturfriseur oder vom Biofachhändler.

Welches Produkt fürs Haarstyling?

Für unterwegs packen wir nur das Allernötigste aus dem Badregal ein. Aber: Was ist nötig und was nicht? Wir haben für euch eine Liste mit nützlichen Produkten für fast jede Gelegenheit zusammengestellt.

  1. Mit Orangenduft: Das duftende Haarspray Orange von Farfalla sorgt für starken Halt.
  2. Mit Malvenblüten: Nr. 122 von Bioturm verspricht langen Halt ohne das Haar zu verkleben.
  3. Mit Hydro-Pflege: Das Haarspray von Eubiona pflegt mit Orangenblüte und Walnuss.
  4. Bringt in Form: Die Haarwichse „matt“ von Kastenbein & Bosch stylt trockenes Haar.
  5. Stylt und repariert: Bienenwachs und Kokos­öl stecken im Keshawa Haarwachs von Apeiron.
  6. Fixiert das Haar: Das Haargel von Eco Cosmetics beinhaltet Kiwi- und Weinblätter-Extrakt.
  7. Stärkend: „Haut, Haare, Nägel Complex“ von GSE stärkt mit Kieselsäure und Selen.
  8. Unterstützend: Der Fitne Nährstoffkomplex Haut & Haare wirkt mit Biotin und Zink.
  9. Kräftigend: Luvos Haar & Nagel Plus kräftigt mit Heilerde, Bambus und mehr.

Haarfarben: Was ist drin?

Rund 70 Prozent der Frauen in Deutschland haben sich schon mindestens einmal die Haare gefärbt oder färben lassen. Kein Wunder, denn kaum eine äußerliche Veränderung fällt so sehr ins Auge wie eine neue Haarfarbe. Ob dezente Strähnchen, Tönung oder Blondierung – es gibt unzählige Produkte und Möglichkeiten, etwas Neues auszuprobieren.

Wie Haarfarben wirken und wie stark die Mittel sich voneinander unterscheiden, ist vielen aber gar nicht bekannt. Dabei lohnt es sich, genau hinzusehen: Synthetische Farben enthalten hochwirksame Chemikalien wie Ammoniak oder P-Phenylendiamin und sind alkalisch. Das bedeutet, dass der pH-Wert des Färbemittels über dem natürlichen des Haares liegt. Im Kontakt mit den alkalischen Lösungen wird die Schuppenschicht des Haares geöffnet, damit sich im Inneren künstliche Pigmente anlagern können. Unter diesem Eingriff in das Säure-Basen-Gleichgewicht leidet das Haar, es kann spröde werden. Die aufgestellten Haarschuppen können sich verhaken und sind anfällig für Schäden durch Kämmen und Bürsten. Um das zu verhindern, empfehlen konventionelle Hersteller die Nachbehandlung mit Spülungen oder Kuren, die die Haarschuppen wieder schließen sollen. Tatsächlich überziehen sie sie häufig nur mit einer Kunststoffschicht.

Der Gesundheit sind diese Behandlungen nicht förderlich, denn auf der Kopfhaut machen chemische Inhaltsstoffe nicht Halt, im Gegenteil: Auch die Kopfhaut ist – wie die übrige Haut – ein Aufnahmeorgan. Von hier aus gelangen Stoffe in den Organismus. Außerdem kann der Kontakt mit dem Färbemittel allergische Reaktionen auslösen, übrigens beim Kunden wie beim Friseur.

Blondieren auf natürlichem Weg? Geht nicht!

Der Unterschied zur Wirkung von Pflanzenfarben natürlichen Ursprungs ist erstaunlich groß: Deren Pigmente, die aus Pflanzen und Kräutern stammen, lagern sich außen, am Schaft des Haares, an. Die enthaltenen Gerbstoffe ziehen die Schuppenschicht – ganz im Gegensatz zu chemischen Farben – zusammen und verleihen den Haaren Halt und Glanz. Naturfriseure und -friseurinnen empfehlen farbneutrale Henna-Farbe sogar speziell für feines Haar: Obgleich sich die Haarfarbe nicht verändert, festigen die Pigmente die Schuppenschicht des Haares und geben ihm mehr Stand. Naturhaarfarben sind frei von chemischen Stoffen und sind deshalb für Schwangere und auch Menschen mit Schuppenflechte geeignet. Um die eigene Farbe zu unterstreichen oder Akzente zu setzen, sind Naturfarben sehr gut geeignet. Unmöglich ist es dagegen, die Haare auf natürlichem Weg zu blondieren.

So färbt ihr richtig

Achtung: Auch beim Färben mit Naturfarben kommt es darauf an, sehr genau den Anweisungen auf der Packung zu folgen. Wird das Farbpulver etwa mit zu kaltem Wasser angerührt, kann manche Farbe ins Grünliche abweichen. Binnen 24 bis 48 Stunden sollten diese Effekte nachlassen. Und auch wenn das Haar unmittelbar nach dem Färben aschig wirkt: Die Farbe reagiert binnen eines Tages mit dem Luftsauerstoff und sieht frisch aus. Vorsicht ist bei chemisch behandeltem Haar geboten: Die Farbergebnisse einer Naturfarbe können durch die synthetische Vorbehandlung vom Wunschfarbton abweichen. Naturfriseure empfehlen, sich vor dem ersten Färben von einem Profi beraten zu lassen.

Färben mit Pflanzenfarbe: So geht's

Ein Artikel aus dem Naturkosmetik-Magazin

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