Der allzu laute Puls der Zeit - Schrot und Korn

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Der allzu laute Puls der Zeit

Wo guter Rat nicht teuer ist:

  • Bahn-Umwelt-Zentrum, Schicklerstr. 5-7, 10179 Berlin, Telefon: 030-297-0,
  • Bundesministerium für Verkehr, Postfach 200100, 53170 Bonn, Bürgertelefon: 0228-300-0.
  • Bundesvereinigung gegen Fluglärm, Westendstr. 26, 64546 Mörfelden-Walldorf, Telefon: 06105-938283, Fax: 938238.
  • Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V. (BVS) 
Geschäftsstelle: 
Weddigenweg 58 
12205 Berlin 
Tel. 030 / 8040 9710 
Email: info@bvschiene.de Webseite: www.bvschiene.de 
  • Deutsche Gesellschaft für Akustik, c/o Universität Oldenburg, Dr. Brigitte Schulte-Fortkamp, Telefon: 0441-798-3575, Fax: 798-3572.
  • Deutscher Arbeitsring für Lärmbekämpfung (DAL), Frankenstr. 25, 40476 Düsseldorf, Telefon: 0211-488499, Fax: 442634; Internet: www.dalaerm.de. Der DAL gibt eine Lärmfiebel heraus, die über gesetzliche Regelungen, Schallschutz und Möglichkeiten der Selbsthilfe bei Lärmbeschwerden informiert.
  • Umweltbundesamt, Zentraler Antwortdienst, Postfach 330022, 14191 Berlin, Telefon: 030-8903-0, Fax: 8903-2285.

 


Der Lärm in Zahlen

Es ist international üblich, die Schalldruckpegel störender Geräusche in Dezibel, kurz dB(A) anzugeben. Unabhängige Ärzte, Sozialwissenschaftler und Psychologen stimmen darin überein, dass bei häufiger Überschreitung des Werts von 55 dB(A) (nachts 45 Dezibel) Gesundheitsschäden auftreten können. Die wirkliche Belastung ist jedoch nicht nur von Zahlen abhängig, sondern auch von der Art der Lärmquelle, der Anzahl (Frequenz) und Stärke (Amplitude) der Schwingungen sowie von subjektiven Einstellungen des Empfängers. Weil Verkehrslärm eher hingenommen wird als ein Preßlufthammer, sprechen Lärmwirkungsforscher von "Akzeptanz". Auch leise Geräusche können stören, meist werden hohe Töne unangenehmer empfunden als tiefe.

Die Dezibelskala ist logarithmisch aufgebaut und reicht von 0 bis 130. Sehr leise Geräusche zwischen 0 und 20 dB(A) sind kaum wahrnehmbar, Umgebungsgeräusche abseits von Städten misst man mit 20 bis 30 dB(A). Bei normaler Unterhaltung beträgt der Schallpegel et
wa 55 dB(A), bei starkem Verkehr rund 80 dB(A). Presslufthämmer und Musikanlagen erreichen bis zu 100 dB(A), das Triebwerk eines Düsenflugzeugs bringt es sogar auf 130 dB(A). Eine Erhöhung der Dezibelzahl um 3 dB(A) bedeutet bereits eine Verdoppelung des Geräuschpegels. Da Art und Dauer des Lärms meist schwanken, bedient man sich sogenannter "Mittelungspegel", deren Aussagekraft jedoch umstritten ist.


Wer sich beschweren will, muss wissen, wer zuständig ist

Das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) soll die Menschen vor "erheblichen Nachteilen und Belästigungen" schützen. Was konkret zumutbar ist, ist darin nicht geregelt. Obwohl es kein allgemein gültiges Lärmgesetz gibt, haben die Bürger Möglichkeiten, sich gegen störenden Lärm zu wehren. Im privaten Bereich ist zuerst die Ortspolizei zuständig, der nächste Schritt ist das Zivilrecht. Etwa 90 Prozent aller nachbarschaftlichen Streitfälle, so schätzt man, wären bei etwas gutem Willen ohne Gericht zu schlichten. Wann und wie laut ein Rasenmäher laufen darf, ist in einer speziellen Verordnung fest gelegt. Ähnliches gilt für Sport- und Freizeitlärm, Sportanlagen unterliegen außerdem dem Verwaltungsrecht. Wer sich durch Gewerbelärm gestört fühlt, sollte das Gewerbeaufsichtsamt einschalten.

Bei unerträglichem Fluglärm kann man den staatlichen Fluglärmschutzbeauftragten anrufen oder sich an die Fluglärmkommission und die Landesluftfahrtbehörde (bei kleinen Landeplätzen) wenden. Die Adressen hat der jeweilige Flughafen. Für Fragen zu Flughöhe und Flugrouten ist die Deutsche Flugsicherung zuständig. Kompetente Hilfe im Sinne der Geschädigten leistet die Bundesvereinigung gegen Fluglärm. Beschwerden gegen Straßenlärm auf Autobahnen, Bundes- und Landsstraßen sind ans nächste Straßenbauamt zu richten, ansonsten an die Kreis- und Stadtverwaltung. Ansprechpartner bei der Bahn ist das Bahn-Umwelt-Zentrum, die Aufsicht obliegt dem Eisenbahnbundesamt. Hilfreiche Informationen hält die Bundesvereinigung gegen Schienenlärm bereit.


Fordern Sie bei der Stiftung Warentest ihr persönliches Straßenlärm-Gutachten an

Bei der Stiftung Warentest können lärmgeplagte Bürger zum Preis von 70 Mark ein Gutachten anfordern, das die persönliche Belastung durch Straßenlärm erfasst. Der mehrseitige Bericht enthält neben den Ergebnissen der schalltechnischen Untersuchung auch Erläuterungen über Lärmschutzmaßnahmen, Zuschüsse, Rechtstexte und viele nützliche Adressen. Um den Erhebungsbogen korrekt auszufüllen, müssen Betroffene Informationen beim zuständigen Straßenverkehrsamt einholen und den Abstand ihres Hauses zur Fahrbahn messen. Kontakt: Stiftung Warentest, Leseraktion Straßenlärm, 10773 Berlin oder telefonisch unter 0180-2321313 (Bestellnummer M9805). Im Internet (www.stiftung-warentest.de) sowie über Fax (01805-88768304) ist der Vordruck ebenfalls abrufbar.

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