Frühjahrsputz für den Darm - Schrot und Korn

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Frühjahrsputz für den Darm

DARMPFLEGE Aufräumen und mal gut durchputzen: Nach einer Frühjahrskur läuft es in Magen und Darm oft besser. Wir kennen ein paar gute Helfer dafür. Brigitte Sager-Krauss © Sarah Eick/bio verlag

Lein-/Flohsamen

Kleine Putzhilfen

Leinsamen bergen in ihren Schalen eine gute Portion quellfähiger Ballaststoffe. Diese binden im Darm Wasser und Stoffe wie Cholesterin. So kommt mit wenigen Löffeln Saaten pro Tag der Darm in Bewegung und kann vieles besser ausscheiden. Am besten wirkt Leinsamen, wenn er vor der Einnahme leicht aufgebrochen oder geschrotet wird. Noch effektiver sind Flohsamen oder deren Schalen. Die winzigen Saaten des indischen Spitzwegerichs können bis zu 20-fach ihres Volumens an Flüssigkeit binden.

Viel trinken! Das ist ein Muss bei Einnahme von Floh- oder Leinsamen, ansonsten kann es zum gegenteiligen Effekt, nämlich hartnäckiger Verstopfung kommen. Zur Dosierung die Packungsangaben und Beratung nutzen.

Sauerkraut/-saft 

Darm-Booster

Aus Weißkohl fermentiertes Frischkost-Sauerkraut – das so nur im Bio-Kühlregal steht – enthält sowohl Säuren als auch lebende Milchsäurebakterien, die im gesunden Darm nicht fehlen dürfen. Mildes Sauerkraut hat einen Anteil von etwa einem Prozent Milchsäure, saures etwa das Doppelte. Dazu jede Menge Ballaststoffe als Futter für die Darmflora. Nebenbei punktet das gesäuerte Kraut mit Vitamin C, B-Vitaminen, Vitamin K und Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium und Zink. Optimal als Rohkost.

Sauerkrautsaft hilft den Darm zu putzen. Seine durchschlagende Wirkung soll bei Fastenkuren helfen, den Körper zu befreien. Trinkempfehlung: kurmäßig, etwa einen bis eineinhalb Liter über den Tag verteilt.

 

Heilerde 

Multitalent

Ihr Talent liegt darin, andere Dinge an sich zu binden: Heilerde besteht aus zermahlener, tonhaltiger (Löß)-Erde, die sowohl Wasser als auch Schadstoffe festhält. Sie ist längst nicht nur für äußere Anwendungen auf der Haut gedacht, sondern auch als Arzneimittel für die Behandlung von Magen- und Darmproblemen, z.B. bei Durchfallkrankheiten, zugelassen. Hierfür wird das sehr fein vermahlene Pulver pur, unter Lebensmittel gemischt oder in Kapseln abgefüllt eingenommen. Wichtig: immer ausreichend Flüssigkeit einplanen.

Toller Darmräumer: Morgens ca. eine Stunde vor dem Frühstück über einen Zeitraum von 14 Tagen 1 EL Heilerde plus 1 EL Flohsamenschalen in 300–400 ml Wasser einrühren und zügig trinken.

Kräutertee (AFK)

Beruhigende Basis

Ist der Bauch verstimmt? Magendrücken und Ähnliches kommen vor, z.B. wenn eine Ernährungsumstellung oder Darmkuren anstehen. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und eine Tasse Tee trinken. Anis-Fenchel-Kümmel-Tees (AFK) sind bewährte Klassiker, ihre ätherischen Öle mildern Blähungen und Verkrampfungen. Nicht jede Mischung ist gleich: Mal mehr Fenchel, mehr Kümmel oder Anis – im Bio-Laden findet jeder seinen persönlichen Liebling oder kann ihn selber mischen.

Noch mehr als sonst gilt bei Kuren: viel trinken. Mindestens eineinhalb Liter pro Tag. Dabei Abwechslung in puncto Geschmack und Wirkstoffe einplanen: Schafgarbenkraut oder Melisse zum Beispiel beruhigen und stützen Magen und Darm.

Immunzellen und Hirn im Darm

 

Kombucha

Prickelnder Genuss

In Asien gilt Kombucha traditionell als Jungbrunnen und Darmfreund. Aus gezuckertem Tee wird mittels eines „Pilzes“, einem Geflecht aus Hefe- und Bakterienkulturen, ein kohlensäure- und milchsäurehaltiges (leicht alkoholhaltiges) Getränk. Viele Kombucha-Kompositionen sind pasteurisiert. Neben geschmacksgebenden Zutaten wie Kräutern oder Limettensaft und Ingwer ist dann nicht selten eine Portion Zucker im Getränk. Besser ist es, wenn aktive Kulturen im Getränk mitmischen und der Zuckergehalt durch sie auch nach Abfüllung weiter reduziert wird. „Lebende“, also nicht pasteurisierte Varianten am besten im Kühlschrank lagern.

Mit dem Teepilz in Bio-Qualität und etwas Know-how lässt sich Kombucha auch selbst ansetzen. 

Topinambur &  Co.

Exklusive Stärke

Inulin ist ein Mehrfachzucker aus Fruktose, der unseren Magen und Dünndarm unverdaut passiert. Der lösliche Ballaststoff ist der Darmflora äußerst willkommen, denn er lässt sie gut wachsen. Deshalb wird er auch als „Präbiotikum“ bezeichnet. Inulinreiche pflanzliche Lebensmittel sind zum Beispiel Chicorée, Pastinake, Topinambur, Artischocke. Wer diese nicht häufig auf dem Speiseplan hat, kann sein Mikrobiom mit Inulin-Pulver oder -Saft „düngen“. Einfach einige Teelöffel in Speisen wie Müsli, Soße, Suppe oder Smoothie einrühren.

Für den Aufbau einer gesunden Darmflora nach Antibiotika-Therapie gut geeignet: Inulin in Joghurt mengen oder spezielle Nahrungsergänzung aus Inulin plus lebenden Milchsäurebakterien einnehmen.

Bitterstoff-Mix

Besonderes Extra

Nicht immer bleibt es bei leichter Kost. Viel Fett und Eiweiß können dem Darm zu schaffen machen. Unterstützung gibt es auf schmackhafte Art mit „Magenbitter“ ganz ohne Alkohol. Pflanzliche Auszüge aus Artischocke, Enzianwurzel, Löwenzahn und weitere Kräuter helfen der Leber dank ihrer Bitterstoffe, Verdauungssäfte zu bilden und belastende Stoffe besser auszuscheiden. Das hilft auch der Darmbesiedlung. Die Einnahme der Tinkturen erfolgt am besten individuell dosiert, in kleinen Portionen meist vor den Mahlzeiten.

Zusätzlich entgiftend: Brennnessel-Saft oder -Extrakt. In „Detox“-Phasen sollen durch sie die Ausscheidungsorgane Leber, Darm und Nieren zusätzlich unterstützt werden.

Vom Mikrobiom

Der Darm ist viel mehr als nur Verdauungsorgan. Er ist eng mit Psyche und Gehirn verbunden. 80 Prozent des gesamten Immunsystems sitzen in ihm. Diabetes, Multiple Sklerose, Rheuma, Depressionen … einige Zivilisationskrankheiten hängen möglicherweise mit einer gestörten Darmgesundheit zusammen. Deshalb ist es wichtig, das sogenannte Mikrobiom, die Darmflora, gut zu pflegen. Je vielfältiger sie ist, desto stabiler die Gesundheit. Eine gute Basis dafür: eine ballaststoffreiche Vollwerternährung.

Erschienen in Ausgabe 03/2019

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Studt Rainer

Gut das es euch gibt