Bio-Wissen: Peeling - Sanfte Abreibung - Schrot und Korn

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Bio-Wissen: Peeling - Sanfte Abreibung

Bio-Wissen Peeling (© Harald Hufgard/bio verlag)
© Harald Hufgard/bio verlag

BIO-WISSEN Babyweiche Wangen und ein reiner, strahlender Teint – Naturkosmetik-Peelings schaffen das ganz ohne Mikroplastik. Steffi Schmitz

-> Peeling im Bio-Laden

Winterhaut ade! Ein Peeling unterstützt die Haut bei der natürlichen Erneuerung, indem es „Altlasten“ löst und verstopfte Poren befreit. Gleichzeitig werden Durchblutung und Zellstoffwechsel angekurbelt, sodass anschließende Pflege regelrecht aufgesaugt wird. Das Hautgefühl danach: herrlich weich. Obendrein wird durch die Mikro-Glättung der oberen Hornschicht das Licht besser reflektiert, was den Teint ebenmäßiger erscheinen lässt.

Schon Geishas kannten den Effekt und rührten für ihre Porzellanhaut eine Paste aus Reiskörnern an. Heute sorgen gemahlene Nussschalen und Fruchtkerne, Bambus- und Reispulver oder Perlen aus Jojoba- und Carnaubawachs für die sanfte Abreibung. Weidenextrakt unterstützt durch seine keratolytische (hornhautablösende) Wirkung. Auch Tonerden haben, als Maske aufgetragen und dann vorsichtig abgerubbelt, einen tollen Peeling-Effekt. Weitere mineralische Komponenten sind Kreide oder Kieselsäure. Aber Plastik? Nein danke! Die Mikrokügelchen aus Polyethylen verschmutzen Flüsse und Meere und gelangen über Fische in unseren Nahrungskreislauf zurück. Mehr und mehr verschwinden sie auch aus konventioneller Kosmetik. Laut Ökotest tauchen aber immer noch Kunststoffmoleküle in Nanogröße oder in flüssiger Form als Bindemittel oder Füllstoff in konventionellen Peelings auf. Von synthetischen Tensiden und künstlichen Duftstoffen ganz zu schweigen.

Naturkosmetik setzt schon immer auf Zuckertenside oder Tonerden, um Schmutz und Talg zu lösen. Und wenn es beim Auftragen nach frischer Pfefferminze und Zitrone oder fruchtig nach Pfirsich duftet, sind natürliche ätherische Öle im Spiel. Für Allergiker sind Duftstoffe mit allergenem Potenzial auf der Liste der Inhaltsstoffe aufgeführt. Und es gibt auch Peelings ganz ohne ätherische Öle.

Hals und
Dekolleté

Für den gesamten Körper ist ein Gesichtspeeling zu wenig ergiebig, aber Hals und Dekolleté freuen sich, wenn sie etwas abbekommen.

So geht᾽s praktisch

Am unkompliziertesten lässt sich normale oder fettige Haut peelen. Wer größere Poren hat, verträgt größere Rubbelpartikel, die man beim Auftragen gut zwischen den Fingern fühlt. Bei Mischhaut bearbeitet man nur die fettige T-Zone und lässt die empfindlicheren Wangenpartien aus. Trockener oder reifer Haut sollte viel Feuchtigkeit und Fett zurückgegeben werden. Hier machen pflegende Öle und Wachse (Kokosöl, Traubenkernöl, Sheabutter), aber auch Feuchtigkeitsspender wie Aloe vera und pflanzliches Glyzerin den Unterschied. Man erkennt die Peelings an ihrer cremigen Konsistenz.

Wer mit Pickeln und Unreinheiten zu kämpfen hat, sollte die Finger von zu scharfen Schleifpartikeln lassen und ein klärendes und beruhigendes Produkt wählen: zum Beispiel mit Heilerde oder entzündungshemmenden Pflanzenextrakten aus Weidenrinde, Hamamelis und Melisse. Menschen mit chronischen Hautrötungen wie Couperose oder Rosacea sollten auf mechanische Peelings mit Rubbelpartikelchen lieber  ganz verzichten. 

Körperpeelings

Bodyscrubs haben oft scharfe und große Peelingkörper und sind nichts für zarte Gesichtshaut. Es gibt aber auch sanftere
Kombi-Produkte für Gesicht und Körper.

Peeling-Plan

Einmal pro Woche ist ein guter Richtwert für normale bis fettige Haut. Je trockener und empfindlicher die Haut ist, desto länger sollten die Pausen sein, die Sie ihr zwischen zwei Peelings gönnen. Der beste Zeitpunkt ist abends, da die Haut anschließend lichtempfindlich ist und sich nachts besser erholen kann.

Fingerspitzengefühl

Vor dem Peeling die Haut reinigen und die Poren mit einer warmen Kompresse öffnen. Beim Auftragen und Einmassieren die Augen- und Mundpartie auslassen. Wichtig: besser drücken und rollen als rubbeln und reiben. Die Nasenränder, wo sich die Haut gerne schuppt, vertragen etwas mehr Druck. Nach der vorgegebenen Einwirkzeit mit lauwarmem Wasser abnehmen.

Bunt ohne Plastik

Bunte Kügelchen im Naturkosmetik-Peeling sind meist aus Jojoba-, Reis- oder Carnaubawachs und wurden mit mineralischen Farbpigmenten eingefärbt.

Männersache

Peelings für Männer gibt es so gut wie gar nicht. Dabei sind sie gerade vor dem Rasieren besonders praktisch, weil sie die Poren öffnen und ein Einwachsen der Barthaare verhindern. Weil Männerhaut dicker, großporiger und fettiger ist, darf es ruhig ein kräftigeres Peeling mit größeren Rubbelpartikeln sein – zu feine würden die Poren verstopfen.

Erschienen in Ausgabe 03/2018

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