Bio-Wissen: Mut zur Haarfarbe - Schrot und Korn

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Bio-Wissen: Mut zur Haarfarbe

©  Sabina Paries/bio verlag

BIO-WISSEN Sie haben sich bisher nicht ans Haarefärben getraut? Probieren Sie Pflanzenfarben! Die machen schöne Schöpfe. Wir leiten Sie an. Frauke Werner

->Haarfarbe in Ihrem Bio-Laden 

Sie haben gehört, dass ständiges Färben dem Haar schadet? Nicht, wenn Sie Haarfarbe mit Naturkosmetik-Siegel verwenden. Deren natürliche Pigmente legen sich wie ein schützender Film um jedes Haar. Mit pflanzlichen Ölen und Proteinen oder ayurvedischen Wirkstoffen pflegen sie zusätzlich. Nicht so konventionelle Färbemittel. Diese entziehen dem Haar mit aggressiven Stoffen seine natürlichen Pigmente und ersetzen sie durch synthetische. Dadurch wird das Haar mit der Zeit brüchig und stumpf. Filmbildende Silikone sollen das kaschieren, doch unter ihnen trocknet das Haar aus.

Leuchtende Farben

Um die Farbintensität zu steigern, kann man Pulver für dunkles Haar mit schwarzem Tee oder Kaffee anrühren. Für blonde Nuancen eignet sich Kamillentee, für Rottöne sind Hibiskustee oder Rotwein ideal. 

Färben mit Pflanzenhaarfarbe ist nicht schwer. Zuerst gilt es, das Haar mit einem milden Shampoo zu waschen – oder mit einem speziellen Vorbehandlungsprodukt. Dann Farbpulver mit heißem Wasser zu einer sämigen Paste verrühren und noch warm mit einem Auftragspinsel vom Ansatz bis in die Haarspitzen verteilen. Wärmehaube aufsetzen, Handtuchturban drum herum wickeln und einwirken lassen, zwischen 15 Minuten und zwei Stunden lang. Anschließend mit lauwarmem Wasser auswaschen, fertig!

Wer Bedenken hat, den richtigen Farbton zu treffen, kann sich an Farbkarten der Hersteller orientieren, die zeigen, welcher Ausgangston mit welcher Farbe welches Ergebnis ergibt. Zumindest annähernd, denn es hängt auch von Einwirkzeit und Haarstruktur ab. Daher empfiehlt es sich, vorab eine Probesträhne zu färben.

Tipp: Doppelt färben

Graue Haare sind nach einer Pflanzenfärbung heller als die nicht ergrauten. Wer das nicht mag, färbt einfach ein zweites Mal darüber oder pigmentiert vor, zum Beispiel mit Hennarot, und färbt direkt danach mit der dunkleren Wunschfarbe. Auch beim Wechsel von sehr hellem Haar zu einem dunklen Ton sollte man mit einem anderen Farbton vorpigmentieren.

Wer Angst hat, beim Färben daheim eine Sauerei zu veranstalten, sei beruhigt. Das Risiko lässt sich minimieren.Zum Schutz der Haut am Haaransatz eine Fettcreme auftragen und einen Wattestreifen darauf legen. Unbedingt die Handschuhe anziehen, die die Hersteller mitliefern, und ein altes Handtuch über die Schultern legen. Tropft doch etwas auf die Haut, hilft eine Mischung aus Öl und Zitronensaft. Und Farbflecken in der Badewanne lassen sich mit Backpulver wegschrubben.

Damit Naturhaarfarbe gut auf den Haaren hält, sollten Sie ein bis zwei Tage nach dem Färben auf Shampoo, Spülung und Stylingprodukte verzichten oder aber direkt nach dem Färben einen natürlichen Fixierer ins Haar geben. Dieser versiegelt die Haare mit Klettensamenöl, Betain und Weizenprotein. Einen ähnlichen Effekt hat Haaröl, zwei Mal wöchentlich verwendet. Und zum Waschen naturgefärbter Haare gibt es spezielle Color-Shampoos und farbschützende Spülungen.

Lust bekommen? Dann finden Sie Ihre Wunschhaarfarbe! 

Verwendung

Ob Farbpulver oder -creme, unbedingt zuerst die beigefügte Gebrauchsanweisung lesen. Nicht alle Farben sind gleich zu verwenden. Hilfreich sind die Tutorials mancher Firmenwebsites.

Pulver oder Tube

Wer die Färbepaste aus Pflanzenpulver nicht selbst anrühren möchte oder nur mal flott den Ansatz auffrischen will, kann zu Pflanzenhaarfarbe aus der Tube greifen. Manche Hersteller liefern sogar Vorbehandlungs- und Fixiermittel mit. Zwar ist die Farbauswahl nicht so groß, aber wie bei den Pulvern gilt auch hier: Die Cremes lassen sich untereinander mischen. Zunächst eine Probesträhne färben!

Umstieg

Wer bisher chemisch gefärbt hat, sollte mindestens zehn Haarwäschen abwarten, bevor er zu Pflanzenfarbe wechselt. Sonst kann es zu Fehlfärbungen kommen. Mancher Hersteller rät, zunächst nur den Ansatz ein paar Mal zu behandeln, bevor es an den ganzen Schopf geht. Beim Ausspülen lagern sich die Pigmente nach und nach an die Haarlängen an.

Allergien und Krebs 

Konventionelle Produkte nutzen häufig synthetische Pigmente. Etliche davon können allergisierend wirken und/oder krebserregende Nitrosamine bilden. Ersteres gilt auch für Resorcin, das
oft enthalten ist. Nicht umsonst müssen solche Produkte die Warnung tragen „Nicht für Personen unter 16 Jahren bestimmt“. Naturhaarfarben färben schonend mit pflanzlichen Pigmenten. Das bekannteste: Henna. Hierfür werden die Blätter des Strauchs getrocknet und gemahlen. Das grüne Pulver färbt schön rot. Auch Walnussschalen, Indigo, Kaffee, Rote Bete, Kamille und Rhabarberwurzel kommen in Naturhaarfarben zum Einsatz.

Pflanzlich färben

Zertifizierte Pflanzenhaarfarben können alles außer blondieren und aufhellen. Denn das geht nur mit Chemie. Aber sie können der natürlichen Haarfarbe eine andere Nuance geben oder sie vertiefen, sie können graues Haar abdecken oder Glanzlichter setzen.

 

Erschienen in Ausgabe 08/2019

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