Bio-Wissen: Haarseife - Schrot und Korn

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Bio-Wissen: Haarseife

© Sabina Paries/bio verlag
©S abina Paries/bio verlag

 

BIO-WISSEN Seife ins Haar?  Na klar! Sie reinigt sanft und gründlich – und spart dabei  unzählige Plastikflaschen. Frauke Werner

->Haarseife in Ihrem Bio-Laden 

Aufbewahren

Seifensäckchen aus Naturmaterial, in denen die Haarseife trocknen kann, sowie nachhaltige Seifendosen für unterwegs gibt es in
vielen Bio-Läden.

Rund 38 Kilogramm Plastikmüll produziert jeder Deutsche im Jahr. 40 Prozent davon sind Verpackungen. Von Lebensmitteln – und von Kosmetika. Nicht nur Shampoo, Duschgel und Bodylotion, selbst Seife kommt heute in bunten Plastikspendern daher.

Dabei ist Seife in fester Form ein wahrer Umweltheld. Meist nur in Pappe oder wenig Papier verpackt, leicht und ergiebig, spart sie Plastik und transportbedingte Emissionen. Sie reinigt nicht nur Körper und Hände, Naturkosmetik hat Seife auch haartauglich gemacht.

Basis von Naturseifen sind Palm-, Oliven- und/oder Kokosöl, häufig in Bio-Qualität. Speziell in Haarseife findet man zudem oft Jojoba-, Mandel- oder gar Sonnenblumenöl. Die Öle werden im Siedeverfahren mit Lauge gerührt. Dabei zersetzen sie sich in Glyzerin und die Natriumsalze ihrer Fettsäuren – die eigentliche Seife. Kochsalz trennt anschließend die überschüssige Lauge und das Glyzerin ab, zurück bleibt die feste Seifenmasse, die man mit Farb-, Duft- und Pflegezutaten anreichern kann.

Alternativ lassen sich Öle auch „kalt“ verseifen, bei etwa 60 Grad Celsius, was besonders hochwertige Seife gibt. Sie muss vier bis sechs Wochen lang reifen, damit der Laugengehalt sinkt. Solche Seife behält ihr natürliches Glyzerin, das die Kosmetik als Feuchtigkeitsspender schätzt. Gesiedeter Seife wird es nachträglich hinzugefügt.

Ob heiß oder kalt produziert, viele Seifen enthalten einen Anteil unverseifter Öle, die rückfetten und pflegen. Dieser Anteil – Überfettung genannt – liegt bei Haarseife mit 0,6 bis maximal sechs Prozent meist unter dem von Waschstücken für Körper und Hände. Was sie noch auszeichnet, sind Zutaten wie Weizenprotein und Hopfen, Brennnessel- und Apfelextrakt, auch Sheabutter, die das Kämmen erleichtern, Glanz geben sowie Haar und Kopfhaut kräftigen sollen.

Hinzu kommen natürliche ätherische Öle: Rosmarin gegen Schuppenbildung, Citronellaöl für gesundes Haarwachstum oder Korianderöl zur Beruhigung der Kopfhaut. Es gibt aber auch Haarseifen „ohne“ für Menschen mit empfindlicher Haut.

Shampoo am Stück

Festes Shampoo ist eine Alternative für all jene, die mit Haarseife nicht so gut zurechtkommen. Denn es reinigt wie normales Shampoo – im Fall von Naturkosmetik mit milden pflanzlichen Tensiden – ihm wurde lediglich das Wasser entzogen. Allerdings ist es weniger umweltfreundlich als Haarseife verpackt, in Bio-Plastik oder auch mal in einer Alu-Dose. Das ist aber allemal besser als konventionelles Flüssigshampoo mit aggressiven synthetischen Tensiden und umweltbelastenden Silikonen, das in erdölbasierten Plastikflaschen steckt. 

Trocken lagern

Damit die Seife lange hält: Nach der Haarwäsche hochkant in eine geöffnete Dose stellen oder sie in einem Seifensäckchen aus Naturmaterial aufhängen.

Vegan und natürlich?

Zertifizierte Haarseife ist in der Regel vegan. Eine Ausnahme ist solche mit Wollfett und Schafmilch. Vegan heißt allerdings nicht zwangsläufig natürlich: Bunte, stark riechende Stückchen ohne Naturkosmetik-Siegel können chemische Duft- und Farbstoffe enthalten.

Haarseife, Shampoo, Shampoo-Seife

Seife ist das älteste, vom Menschen gemachte Tensid. So nennt man Stoffe, die Fett- und Schmutzpartikel lösen und umhüllen, sodass sie sich mit Wasser abspülen lassen. Seife entsteht beim Verrühren von Öl oder Fett mit Lauge, Shampoos werden aus einzelnen Tensiden gemischt. Dies gilt auch für Haarseife und festes Shampoo. Verwirrend ist die Bezeichnung Shampoo-Seife. Mancher Hersteller nennt so seine klassisch gesiedete Haarseife, andere meinen damit eine Mischform, die auch pflanzenbasierte Tenside enthält.

Nachspülen

Haarseife ist basisch – gut für die Kopfhaut, schlecht, wenn das Wasser sehr kalkhaltig ist. Dann kann sich sogenannte Kalkseife bilden und das Haar wird stumpf. Dagegen hilft eine saure Spülung mit 1 bis 2 Esslöffeln Zitronensaft oder Apfelessig auf einen Liter Wasser. Sie entfernt etwaige Seifenreste und macht das Haar wieder geschmeidig und glänzend. Der Essiggeruch verfliegt nach dem Trocknen.

Richtig einseifen

Ob fettig, trocken oder glanzlos – beim Kauf darauf achten, dass die Seife zu Ihrem Haartyp passt. Zum Waschen direkt mit der Seife einige Male über das nasse Haar streichen und sie durch Einmassieren aufschäumen, kurz einwirken lassen und mit Wasser gründlich ausspülen. Wer’s lieber mag, kann das Stückchen auch zuvor zwischen den Händen aufschäumen.

 

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