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Schlaf: Warum wir ihn brauchen

Warum wir schlafen m├╝ssen, was uns um den Schlaf bringt und was uns selig schlummern l├Ąsst: die wichtigsten Fakten ├╝bers Schlafen.

16.11.2021 vonAstrid Wahrenberg

Typisch Lerche: fr├╝h m├╝de, aber auch fr├╝h wach. Typisch Eule: abends lange wach, morgens immer m├╝de.

Warum wir schlafen m├╝ssen, was uns um den Schlaf bringt und was uns selig schlummern l├Ąsst: die wichtigsten Fakten ├╝bers Schlafen.

Was passiert mit dem K├Ârper, wenn wir schlafen?

Schlaf ist ein lebensnotwendiger Vorgang f├╝r K├Ârper und Geist. Er verl├Ąuft in Zyklen, in denen sich REM-Schlaf und Non-REM-Schlaf abwechseln. Die Abk├╝rzung REM steht f├╝r ÔÇ×rapid eye movementÔÇť und ist durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet. H├Ąufig tr├Ąumen wir in dieser Phase. Damit wir uns dabei nicht verletzen, ist die Muskulatur quasi abgeschaltet. Non-REM-Schlaf schenkt erholsamen Tiefschlaf. Das Herz schl├Ągt langsamer, die K├Ârpertemperatur sinkt. Die Hirnanhangdr├╝se sch├╝ttet Wachstumshormone aus, die die Regeneration unterst├╝tzen. Schlaf spielt auch eine wichtige Rolle bei der Verkn├╝pfung von Nervenzellen im Gehirn. Neu Gelerntes verfestigt sich, weniger Relevantes wird gel├Âscht. Die Forschung zeigt, dass im Schlaf sch├Ądliche Stoffwechselprodukte wie Eiwei├čreste aus dem Gehirn abtransportiert werden.

Wie viel Schlaf brauchen wir?

1/3 unseres Lebens verschlafen wir. Neugeborene schlafen in den ersten Lebensmonaten 18 Stunden am Tag. Erwachsene ben├Âtigen laut der Deutschen Gesellschaft f├╝r Schlafforschung und Schlafmedizin im Durchschnitt 7 bis 8 Stunden Schlaf, um erholt zu sein.

Warum bin ich morgens m├╝de?

Fr├╝h ins Bett und morgens zeitig ohne Wecker hellwach ÔÇô das ist typisch f├╝r den Schlaftyp Lerche. Anders geht es da den Eulen. Sie sind bis in die Nacht hinein leistungsf├Ąhig und kommen in der Fr├╝h schlecht aus den Federn. Vielen Eulen macht der Alltag mit fr├╝hen Arbeits- oder Schulzeiten zu schaffen. Denn kurzfristig kommt der K├Ârper zwar mit wenig Schlaf aus, auf Dauer macht Schlafmangel aber krank.

Ob Lerche oder Eule, f├╝r beide gilt: Guter Schlaf ist erholsamer Schlaf. Eine wichtige Voraussetzung daf├╝r ist, dass vor dem Einschlafen keine Probleme gew├Ąlzt werden, denn das macht Stress.

Schlaflos wegen Corona?

W├Ąhrend der Pandemie haben manche Eulen-Schlaftypen profitiert, weil sie durch die Arbeit im Homeoffice l├Ąnger schlafen konnten. Allerdings deuten Studien darauf hin, dass bei vielen Menschen die erlebte Qualit├Ąt des Schlafs im Zusammenhang mit den Belastungen durch die Krise abgenommen hat.

Nach einer Studie der Deutschen Gesellschaft f├╝r Schlafforschung und Schlafmedizin hat mehr als jeder Zweite Probleme einzuschlafen und wacht ger├Ądert auf. Schlafst├Ârungen k├Ânnen aber auch schon l├Ąnger bekannte Ursachen haben, etwa Schichtarbeit oder Schnarchen. Als Faustregel gilt: Wer dreimal pro Woche ├╝ber einen Zeitraum von einem Monat Ein- oder Durchschlafprobleme hat, sollte die Ursache vom Arzt abkl├Ąren lassen.

Kann man Schlafen lernen?

Nein, sagen Schlafforscher. Aber man kann etwas f├╝r die Schlafhygiene tun. Dazu geh├Âren eine bequeme Matratze und ein ruhiger Raum mit Wohlf├╝hlatmosph├Ąre. Der sollte sich verdunkeln lassen, die Temperatur bei 16 bis 20 Grad Celsius liegen. Ein regelm├Ą├čiger Schlaf-Rhythmus unterst├╝tzt guten Schlaf. Autogenes Training vorm Schlafen hilft beim Abschalten, Bewegung an der frischen Luft tags├╝ber macht sch├Ân m├╝de. Auf Kaffee und Schwarztee ab dem Nachmittag besser verzichten. Eine Stunde vor dem Schlafengehen Handy und Tablet ausmachen und nicht mit ins Schlafzimmer nehmen, denn ihre Helligkeit macht munter.

Was passiert beim Tr├Ąumen?

Jeder tr├Ąumt, aber nicht an jeden Traum kann man sich erinnern. Warum wir tr├Ąumen, ist noch nicht zweifelsfrei erwiesen. M├Âglicherweise verarbeiten wir durch die n├Ąchtliche Hirnaktivit├Ąt beim Tr├Ąumen ├ängste. Die Forschung zeigt, dass besonders die Hirnareale aktiv sind, die f├╝r emotionales Empfinden, visuelle Wahrnehmung und Motorik zust├Ąndig sind. Sogenannte Klartr├Ąumer k├Ânnen das Traumgeschehen aktiv beeinflussen.

Die Welt liebt Nickerchen

In S├╝deuropa halten die Menschen mittags Siesta. In Asien geh├Âren Schlafende zu jeder Tageszeit zum Alltagsbild ÔÇô auch im B├╝ro. In einigen franz├Âsischen St├Ądten bieten Schlafcaf├ęs die M├Âglichkeit f├╝r ein kurzes Schl├Ąfchen.

Auch in Berlin k├Ânnen Tagesm├╝de in einigen L├Ąden Schlafkojen mieten und mit Schlafbrille, Entspannungsmusik oder Ohrst├Âpseln 20 Minuten schlummern.

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