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Sieben Teesorten im Porträt

Gewelkt, gerollt, getrocknet: Auf die richtige Behandlung der Teeblätter kommt es an. Wir erklären, wie sieben Teesorten hergestellt werden und was die Unterschiede sind.

13.10.2020 vonBrigitte Sager-Krauss

Gewelkt, gerollt, getrocknet: Auf die richtige Behandlung der Teeblätter kommt es an. Wir erklären, wie sieben Teesorten hergestellt werden und was die Unterschiede sind.

So wird Schwarzer Tee schwarz

Für Bio-Schwarztee wird das Blatt der Teepflanzen „Camelia sinensis“ und „Camelia assamica“ gewelkt, gerollt, fermentiert und schonend getrocknet. Die Hauptanbaugebiete geben den Tees ihren Namen. Während Darjeeling (Indien) milde, bernsteinfarbene Aufgüsse liefert, ist die Ceylon-Variante (Sri Lanka) meist dunkler, mild-würzig mit Zitrusnote und Assam (Indien) kräfig rotbraun mit herb-würzigem Aroma.

Bio-Tee – ob schwarz, grün oder rot – steht für erstklassige Qualität: Wegen ihm landen keine Pestizide oder Kunstdünger in der Umwelt. Ökologische Mischkulturen bieten Arten- und Bodenschutz. Viele Bio-Teeanbieter achten zudem auf faire Produktion und unterstützen Kleinbauern.

Darum ist Grüner Tee so gesund

Grüner Tee hat vor allem in China und Japan Tradition. Geschmacklich bietet Grüntee meist frische und herb-adstringierende Aromanoten. Die Teeblätter fermentieren nicht, sondern werden mit Hitze behandelt. So bleibt den getrockneten Blättern ein grün-brauner Teint erhalten. Das Getränk ist ein sanfter Wachmacher. In ihm steckt genauso viel Koffein wie in schwarzem, das aber länger wirkt, weil es an Gerbstoffe gebunden ist. Zusätzlich punktet der Tee mit Polyphenolen und anderen Antioxidantien, die Blutdruck, Blutzucker und Immunsystem helfen.

Sencha ist eine bekannte Grüntee-Sorte mit schwacher grüner Farbe: Weil er unbeschattet in der Sonne angebaut wird, enthält er besonders viele Bitterstoffe und Antioxidantien.

So wird Weißer Tee nie bitter

Für weißen Tee werden meist nur die zarten, von weißem Flaum umrandeten Teestrauchknospen sorgsam gepflückt und schonend teils unter der Sonne, teils in Hallen gewelkt und getrocknet – Rollen und Fermentieren entfällt. Dabei entstehen helle Blattnadeln. Anderer Weißtee, beispielsweise der Pai Mu Tan, wird mit Spitze und darunter liegenden zwei Teeblättern geerntet. Der feine Tee war in China früher ausschließlich kaiserlichen Kreisen vergönnt, heißt es. Heute stammt weißer Bio-Tee nicht nur aus China, sondern auch Sri Lanka sowie Indien. Dennoch ist das Angebot rar.

Ein Tässchen Weißtee mit blumig-feinherber Note ist ideal für besondere Gelegenheiten. Bitter ist dieser Tee bei richtiger Handhabe nie.

Zu welchen Typ gehört Oolong Tee?

Schwarz oder grün? Zu welchem Tee-Typ Oolong-Tee gehört, ist nicht ganz klar, denn er liegt mit blumig-herber Note und mit hellbraun bis rotem Aufguss optisch dazwischen. Teebauern ernten für ihn große, grüne Blätter, die anschließend halb fermentieren dürfen und nach dem Trocknen kugelig ausformen. Der Teemeister unterbricht die Fermentation durch Wasserdampfbehandlung oder Rösten. Traditionell stammen Oolong-Tees – gesprochen „Wulong“ mit der Bedeutung „schwarzer Drache“ – aus China.

Schnell und praktisch geht es mit Teebeuteln, die beim Bio-Tee ökologische Qualitäten erfüllen. Beim losen Tee ziehen Farbe und Aroma besser – ein Vorteil, gerade bei größeren Blättern wie beim Oolong.

Hilft Pu-Erh-Tee beim Abnehmen?

Vor etlichen Jahren war roter Pu-Erh-Tee, eine Spezialität aus der chinesischen Provinz Yunnan, ein Muss für viele gesundheitsbewusste Teetrinker und Abnehmwillige. Pu-Erh-Tee braucht Know-how und viel länger in der Produktion als herkömmliche Teesorten. Er ist der einzige „richtig“ fermentierte Tee, denn Mikroorganismen und Pilze sorgen für Stoffab- und -umbau in seinen zuvor gepressten Blättern. Ergebnis: ein roter Tee mit mildem, fast süßlich-malzigem, leicht erdigem Aroma.

Ob Pu-Erh-Tee tatsächlich beim Abnehmen hilft und Blutfettwerte sinken lässt und mehr, ist nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht. Es gibt allerdings einige vielversprechende Hinweise. Einer der mutmaßlich wirksamen Stoffe heißt Livostatin.

So wird Matcha-Tee zubereitet

Matcha bündelt die grüne Kraft und wertvolle Polyphenole der unfermentierten Teeblätter, die für dieses gesunde Getränk getrocknet und pulverisiert werden. Der Trick für guten Geschmack und sattes Grün: Vor der Ernte werden die Teepflanzen über Wochen abgeschattet, sodass sich mehr Chlorophyll und viele Aminosäuren bilden. Gute Qualitäten enthalten keine störenden Stiele oder Blattrispen und haben eine sehr feine Konsistenz. Das Pulver wird mit etwa 60 Grad Celsius warmem Wasser übergossen und mit einem Matchabesen aus Bambus (Chasen) in der Teeschale schaumig geschlagen.

Weil bei Matcha das ganze Teeblatt und nicht nur ein Aufguss konsumiert wird, kommt es bei ihm besonders auf unbelastete Qualität an – also Bio.

Diese Gewürze sind in einem klassischen Chai-Tee enthalten

Wer Zimt liebt, wird mit Chai-Tee glücklich. Hier spielt das Gewürz neben vielen anderen (Kardamom, Nelken, Ingwer und mehr) eine Hauptrolle. „Chai“ heißt übersetzt „Tee“ und entstammt der indischen Küche, die im Original alle Zutaten zusammen über längere Zeit gemeinsam mit Milch und etwas Zucker oder Honig köcheln lässt. Längst nicht jeder „Chai“ ist ein echter Tee. Viele Chai-Varianten basieren auf Rotbusch oder reinen Kräutertees mit Süßholz. Schön bei Bio-Schwarz- oder Grüntee-Chai: Nicht nur der Tee, auch die Gewürze sind aus unbelasteter Bio-Quelle.

Chai Latte – der Mix mit etwas Zucker, Sirup oder Honig sowie heißer, aufgeschäumter Milch geht auch mit Haferdrink & Co. Die Gewürze stimulieren die Verdauung.

Die richtige Zubereitung

Jeder Tee braucht die richtige Behandlung und idealerweise weiches, kalkarmes Wasser, um die feinen geschmacklichen Nuancen herauszukitzeln. Grobe Richtwerte: 1 Teelöffel Tee pro Tasse reicht. Schwarzer Tee mag kochendes Wasser, grüner und weißer nur 70 bis 80 Grad. Weißer Tee gelingt gut als kalter Aufguss – im Kühlschrank 12 Stunden ziehen lassen.

Übrigens: Kräuter-, Früchte- und Rooibos-Tees sind keine „echten“ Teesorten, da sie nicht aus der Teepflanze gewonnen werden.

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