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Essen

Was Prominente an den Feiertagen essen

Auf der Suche nach kulinarischen Inspirationen für die Weihnachtsfeiertage haben wir uns unter Prominenten umgehört und sind fündig geworden. Vielleicht ist ja auch für Sie die eine oder andere Anregung dabei.
01.12.1998

Auf der Suche nach kulinarischen Inspirationen für die Weihnachtsfeiertage haben wir uns unter Prominenten umgehört und sind fündig geworden. Vielleicht ist ja auch für Sie die eine oder andere Anregung dabei. Wenn nicht, unser Weihnachtsmenü auf Seite 16 ist in jedem Fall einen Versuch wert.

Udo Pollmer, Buchautor und Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (E.U.L.E.) in Hochheim:

Ich habe noch keine Ahnung, worauf ich diesmal Appetit haben werde, doch Weihnachten ist immer für Überraschungen gut. Bei mir steht demnächst ein Umzug an, so daß ich nicht weiß, wer wen wohin einlädt. Wenn alles erfolgreich über die Bühne geht, werden aber gewiß die Sektkorken knallen.

Thomas Schönberger, Vorsitzender des Vegetarier-Bundes, Hannover:

Zu Weihnachten gibt es bei uns einen schönen deftigen Grünkernbraten mit Möhren-Paprika-Gemüse, vorweg eine Dal-Suppe und hinterher ein wirklich 1a selbstgemachtes Eis aus Nußmus und Honig. Das Ganze selbstverständlich aus dem Naturkostladen. Dazu trinke ich gerne ein Bier, das ist zwar nicht gerade festlich, aber es schmeckt.

Birgit Radow, seit 1995 Geschäftsführerin von Greenpeace:

In unserer Familie sind Weihnachtstraditionen wichtig. Bisher gab es Bio-Pute mit Rotkohl und Kartoffeln und spätabends Bratäpfel. Jetzt ist meine älteste Tochter Vegetarierin geworden und wir müssen uns etwas neues überlegen. Aber die Bratäpfel bleiben.

Barbara Rütting, früher Schauspielerin, seit etlichen Jahren Buchautorin und Gesundheitsberaterin:

Zu Weihnachten wird bei mir natürlich wie immer vegetarisch gegessen. Für mich wird Bruder Hummer, um in den Worten von Franz von Assisi zu sprechen, nicht in siedendem Öl zu Tode gefoltert, landet Schwester Gans nicht als Braten auf dem Teller. Dieses Schlachtfest zu Ehren des Heilands ist mir längst ein Greuel. Millionen getöteter Tiere - manchmal esse ich vor Trauer gar nichts, sondern gehe in die Sauna. Ein amerikanischer Arzt spricht in diesem Zusammenhang von der Rache der gepeinigten Tiere in Form von Salmonellen, Schweinepest und Rinderwahnsinn: "Wir mästen und töten die Tiere, und dann töten sie uns."

Claus Leitzmann, Hochschullehrer a.D. und Verfasser mehrerer Sachbücher zum Thema Vollwert-Ernährung:

An den Weihnachtsfeiertagen werden für unsere vier erwachsenen Kinder, vier Enkelkinder und dem zusätzlichen Besuch große Mengen an Essen zubereitet - ganzheitlich versteht sich, das heißt gesund, ökologisch, sozial. Nachmittags gibt es Mohnstollen, Plätzchen und Bienenstich, natürlich aus Vollkornmehl und selbstgebacken. Abends werden Käseoliven, Nüsse, Vollkornbrot mit Butter, Käse und vegetarischen Aufstrichen sowie eine Rohkostplatte angeboten, dazu Rotwein.

Beate Koma, Redakteurin für Umwelt und Entwicklungspolitik bei der Zeitschrift Brigitte:

Da mein Mann aus Gambia stammt und Moslem ist, feiern wir Weihnachten eigentlich nicht. Leider wird oft vergessen, daß in Deutschland Millionen Menschen leben, für die Weihnachten als religiöses Fest keine Bedeutung hat. Wir nutzen aber die freien Tage - wie immer - um ausgiebig zu kochen. Am 24. wird es wohl afrikanischen Eintopf geben mit Reis, Gemüse und Lammfleisch, diesmal aus dem Ökoladen.

Bernward Geier, geschäftsführender Direktor der Internationalen Vereinigung Biologischer Landbaubewegungen (IFOAM):

An Heiligabend gibt es in unserer sechsköpfigen Familie traditionell Raclette - nicht nur zur Freude unserer zwei "vegetarischen" Töchter. Der Weihnachtsbraten ist voraussichtlich eine leckere Lammkeule aus eigener Aufzucht, im Römertopf zubereitet, mit reichlich Gemüse und Kartoffeln aus dem Selbstversorger-Garten. Dazu gibt es selbstgemachten Apfelsaft für die Kinder und feine Öko-Weine aus dem gut sortierten Weinregal - im Freundeskreis gekrönt von der einen oder anderen Flasche Schampus.

Jürgen Stellpflug, seit 1991 Chefredakteur des ÖKO-TEST-Magazins.

Um das Essen zu Weihnachten mache ich genauso wenig Aufhebens wie um das Fest. Wichtiger als das "was" ist das "wie", beispielsweise Zeit zu haben für ein ausgedehntes Frühstück. Wenn wir Urlaub haben, darf es zu Heiligabend durchaus eine Pizza und ein gutes Glas Rotwein in einer gemütlichen Kneipe sein. Sind wir mit Freunden zusammen, bringt jeder sein Lieblingsessen mit. Ich mache dann Kartoffelsalat wie in meiner Kindheit. Anders als damals gibt es dazu heute keine Würstchen mehr, sondern vielleicht ein Stück Putenbrust.

Angela Merkel, frühere Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit:

Wenn ich an Weihnachten nicht auf Reisen bin, feiere ich das Fest im Kreis der Familie. Dann gibt es ein traditionelles Essen, das aus Gänsebraten, Rotkohl und Salzkartoffeln sowie Kirschkompott besteht. Für mich selbst koche ich außerdem etwas Grünkohl. Für den Gänsebraten verwende ich eine Freiland-Gans, die ein Geschenk aus meinem Wahlkreis ist.

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