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Warenkunde Mineralwasser

Wir bestehen zu 70 bis 80 Prozent aus Wasser. Dieses hat lebens-notwendige Funktionen im Organismus. Deshalb ist es wichtig, beim Lebensmittel Wasser auf Qualität zu achten. //Karin Heinze
31.07.2004
Wir bestehen zu 70 bis 80 Prozent aus Wasser. Dieses hat lebens-notwendige Funktionen im Organismus. Deshalb ist es wichtig, beim Lebensmittel Wasser auf Qualität zu achten. //Karin Heinze

Kristallklares Lebenselixier

Wir bestehen zu 70 bis 80 Prozent aus Wasser. Dieses hat lebens-notwendige Funktionen im Organismus. Deshalb ist es wichtig, beim Lebensmittel Wasser auf Qualität zu achten. //Karin Heinze

Durst löschen. Wasser ist die natürlichste und gleichzeitig die effektivste Art. Die Wasserflasche im Gepäck ist Markenzeichen der Fitten, bei den Sportlichen gehört sie ohnehin zur Ausrüstung. Doch welches Wasser wählen? Die Auswahl ist bei mittlerweile mehreren hundert Markenwässern unüberschaubar.

Unser Trinkwasser gilt als unbedenklich. Doch die Vorgaben der Trinkwasserverordnung können meist nur durch verschiedene Behandlungsverfahren eingehalten werden: Filtrieren, Belüften, Desinfizieren und Bestrahlen entfernen Schadstoffe wie Nitrat und Pestizide aus der Landwirtschaft oder Arzneimittelrückstände und sichern die mikrobakterielle Reinheit.

Mineralwässer haben oft einen jahrhundertelangen Weg durch den natürlichen Filter von Erd- und Gesteinsschichten hinter sich. Dabei wird das Wasser zum einen gereinigt, zum anderen reichert es sich mit Mineralsalzen an.

Die Mineral- und Tafelwasserverordnung schreibt genau vor, welche Kriterien erfüllt werden müssen, damit sich ein Wasser natürliches Mineral- oder Heilwasser nennen darf. Im Gegensatz zu Leitungswasser darf es viel weniger behandelt werden. Hier gibt es jedoch Unterschiede. Zwar existieren keine Bio-Richtlinien für Mineralwasser, doch bemüht sich der Handel selbstgesteckte Qualitätskriterien einzuhalten.

Naturbelassen in die Flasche

Die Wässer aus dem Naturkostladen zeichnen sich aus durch keinen oder einen nur geringen Gehalt an Nitrat. Diese Stickstoffverbindung kommt natürlicherweise im Wasser vor. Sie gilt aber auch als Indikator für Verunreinigungen aus der Landwirtschaft.

Unerwünschte natürliche Stoffe wie Eisen, Schwefel, Mangan und Arsen dürfen laut Gesetz entfernt werden. Das geschieht in vielen Abfüllbetrieben mittels Ozon, dessen Schädlichkeit umstritten ist. Solche Wässer werden im Naturkosthandel nicht angeboten.

Außerhalb der EU ist die Entkeimung durch Bestrahlung zum Teil Vorschrift. Natürliches Mineralwasser darf jedoch nach EU-Recht nicht durch UV-Bestrahlung desinfiziert werden. Aus dem Ausland importierte Wässer unterliegen dieser Vorschrift.

Der Ursprung der Quelle ist bedeutsam: Die Abfüllungen von deutschen Brunnenbetrieben, die im Bioladen stehen, kommen überwiegend aus Landschafts- oder Heilquellenschutzgebieten, wo keine Industrie und Intensivlandwirtschaft den Wasserkreislauf belasten. Ein Teil der Wässer stammt aus Hochquellen in den italienischen Alpen oder aus Hochlagen in Frankreich und Portugal.

Einige Quellen treten aus eigener Kraft ans Tageslicht. Diese nach der französischen Landschaft Artois bezeichneten artesischen Quellen müssen nicht an die Oberfläche gepumpt werden. Sie können in der Fließgeschwindigkeit des Wassers abgefüllt werden. Dieses Verfahren ist besonders schonend für die Quelle. Außerdem soll dadurch die Molekularstruktur des Wassers erhalten bleiben.

Im Naturkosthandel werden bevorzugt leichte Wässer angeboten. Diese mineral-armen Typen sind geschmacksneutral. Sie eignen sich gut zum Ausschwemmen von unerwünschten Stoffen aus dem Körper. Höher mineralisierte Wässer können den Mineralstoffwechsel unterstützen. Bei Milchunverträglichkeit beispielsweise, kann es sinnvoll sein, den Bedarf an Calcium durch Mineralwasser zu ergänzen.

Sprudelnd, still oder platt

„Naturkost“-Wässer enthalten meist wenig oder keine Kohlensäure. Auch der aktuelle Verbrauchertrend geht zu diesen Varianten. Stilles (kohlensäurearmes) oder „plattes“ Wasser (französisch: eau plate – ohne CO2) ist als Durstlöscher für viele bekömmlicher. „Blubberwasser“ kann bei empfindlichem Magen ein Druck- oder Völlegefühl verursachen. Geeignet ist Sprudelwasser jedoch für eine milde Anregung der Verdauung.

Ob still, fein perlend oder sprudelnd, wer sein Lieblingswasser sucht, testet am besten verschiedene Sorten bei gleicher Temperatur. Die Analyseauszüge können ebenfalls hilfreich sein. Wasser beispielsweise für die Zubereitung von Babynahrung sollte möglichst geringe Mengen an Natrium (< 20 mg/l) und Nitrat (< 10 mg/l) enthalten.

Mehr Wasser als Bier

Mineralwasser hat einen enormen Imagezuwachs als gesundheitsförderndes Null-Kalorien-Lebensmittel erfahren und sich zum Verkaufsschlager entwickelt. Der Pro-Kopf-Konsum hat sich in 30 Jahren verzehnfacht. Im letzten Jahr verwies Mineralwasser erstmals Bier in der Getränke-Hitliste auf Platz drei. Platz eins belegt Kaffee.

Wasserlexikon

Mineralwasser muss direkt an der Quelle abgefüllt werden. Der Begriff natürliches Mineralwasser ist durch die deutsche Mineral- und Tafelwasserverordnung definiert. Die Analyse gibt den charakteristischen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen an. Für den Verkauf ist eine amtliche Anerkennung nötig. Erlaubt ist der Entzug von Eisen, Schwefel, Mangan und Arsen. Dafür darf unter anderem Ozon zur Belüftung verwendet werden, was von Fachleuten kritisch beurteilt wird. Ab dem 1.6.2004 muss diese Behandlung deklariert werden.

Heilwasser muss zusätzlich als Arzneimittel zugelassen sein.

Quellwasser benötigt keine amtliche Anerkennung und muss keine besonderen Mineralien enthalten. Hier gelten die Vorschriften der Trinkwasserverordnung, die verschiedene Behandlungen zulässt.

Tafelwasser kann aus Trinkwasser oder Mineralwasser hergestellt und an jedem beliebigen Ort abgefüllt werden. Der Zusatz verschiedener Mineralsalze sowie Kohlensäure ist erlaubt. Es benötigt keine amtliche Anerkennung.

Wasserwissenschaft

Viele im Naturkosthandel erhältliche Wasser werden mit biophysikalischen und biosensorischen Methoden untersucht. Das österreichische Institut Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Universitäten in Italien und Österreich sowie freie Forscher gehen davon aus, dass Wasser als Informationsträger fungiert. Die Untersuchungen liefern unter anderem Aufschluss über Energiezustand, Frequenzen und die Struktur von Wasser. Rechtsdrehendes Wasser (nach der Drehbewegung der Elementarteilchen im Wassermolekül), so Forschungsergebnisse, hat eine energetisierende Wirkung. Es soll sowohl Energiedefizite ausgleichen wie Energieblockaden auflösen. Die Frequenzen, die durch die Zusammensetzung der Mineralien und Spurenelemente entstehen, können mit den Schwingungen der Organe im Körper in positive Resonanz treten und heilend wirken.

Die Rückschlüsse auf Auswirkungen im Körper, die in den Untersuchungen ermitteln wurden, sind noch umstritten, werden teilweise jedoch durch Erfahrungsberichte untermauert.

Zum Weiterlesen

Mehr Information zum Thema bietet der Schrot&Korn-Beitrag „Mineralwasser: ursprünglich und rein?“

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