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Sekt, Secco & Co.: Was ist der Unterschied?

Hier knallen die Korken! Woher beim Sekt das Prickeln kommt und anderes Party-Wissen zum Glänzen.

Kleine Perlen, großer Unterschied: Die Bläschen von Schaumwein sind fein, zahlreich, schäumen recht stark und lang. Je edler der Tropfen, desto samtiger das Mundgefühl. Champagner zum Beispiel moussiert cremig. Je nach Herkunftsland trägt Qualitätsschaumwein verschiedene Namen: Sekt, Cremant, Spumante, Cava oder Champagner. Perlwein sprudelt weniger stark und bildet größere und weniger Bläschen. Er schmeckt frisch und eher fruchtig. Typische Vertreter sind italienischer Frizzante und deutscher Secco.

Sekt oder Secco? Korken lügen nicht

Qualitätsschaumwein oder Perlwein – das zeigt sich auch am Verschluss. Der pilzförmige Korken, fest umgriffen von einem Drahtkörbchen, ist laut EU-Recht dem Qualitätsschaumwein vorbehalten. Ausnahme: das 0,2-Liter-Fläschchen. Da ist der Schraubverschluss erlaubt. Bei Perlwein tut‘s üblicherweise ein einfacher Schraubverschluss, umhüllt von einer farbigen Kapsel. Italienischer Frizzante zeigt sich mit normalem Korken, der mit einer Schnur, dem sogenannten Spago, fixiert wird.

Wie trocken ist trockener Sekt?

Wer „trockenen Wein“ mag, erwartet meist wenig Süße im Glas. Doch beim Sekt ist die Bezeichnung etwas anders: Trockener Sekt schmeckt deutlich süßer als trockener Wein. Wer gern wenig süßen Wein trinkt, sollte beim Sekt zu „brut nature“, „extra brut“ oder „brut“ greifen. Sekt „extra trocken“ und „trocken“ bringen dezente Süße auf die Zunge. Alle, die es noch süßer mögen, sind mit „halbtrocken“ oder „mild/doux“ gut bedient.

Warum Sekt mehr kostet als Secco

Für Sekt muss die sogenannte Schaumweinsteuer bezahlt werden – anders als für Perlwein. Pro 0,75-Liter-Sekt-Flasche sind 1,02 Euro fällig. Die Abgabe wurde 1902 auf Wunsch von Kaiser Wilhelm II. eingeführt und sollte helfen, die Kriegsflotte zu finanzieren. Heute existiert die Steuer weiterhin, nur die Zweckbindung wurde aufgehoben.

70 Stundenkilometer

... so schnell kann ein Korken fliegen, wenn die Flasche geöffnet wird. Kein Wunder: In einer Champagnerflasche herrscht ein Überdruck von 6 Bar – so viel wie in einem stramm aufgepumpten Rennradreifen.

Feiern mit Sekt, Frizzante und Prosecco aus dem Bio-Laden

Alkoholfreier Sekt: Prickeln ohne Promille

Um Sekt alkoholfrei zu machen, wird dem ursprünglichen Wein der Alkohol üblicherweise durch Vakuumdestillation entzogen. Dabei verdampft der Alkohol aromaschonend schon bei 30 Grad. Weil bei der Gärung des Grundweines zu Sekt wieder Prozente entstehen würden, wird er nicht vergoren, sondern mit Kohlensäure versetzt, um das typische Prickeln zu erzeugen. Und trägt einen Phantasienamen, denn „Sekt“ darf er nicht mehr heißen. Übrigens: ‚Alkoholfreie‘ Vertreter dürfen bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten!

Wie kommen die Perlen in den Sekt?

Bei der klassischen Variante gärt der Grundwein noch einmal. Dazu wird er mit Hefe und zusätzlich mit Zucker gefüttert – Bio-Sektmacher ziehen Traubenmostkonzentrat dem raffinierten Zucker vor. Die Hefe baut Zucker zu Kohlensäure und Alkohol um und muss dann wieder aus dem Sekt raus. Das geht einfach, wenn die zweite Gärung in einem Tank stattgefunden hat (Charmat-Methode), ziemlich einfach, wenn der Sekt in Flaschen reift, dann aber zwischendurch zum Filtern in einen Tank umgefüllt wird (Transvasier-Methode) und wird tricky, wenn der Sekt von Anfang bis Ende die Flasche nicht verlässt. Bei dieser traditionellen Flaschengärung wird die Hefe durch geduldiges Drehen und leichtes Rütteln der kopfüber platzierten Flasche dazu gebracht, sich im Flaschenhals abzusetzen. Der Flaschenhals wird vereist, die Flasche geöffnet und das Kohlendioxid katapultiert den Hefepfropfen heraus. 
Die einfachste Methode, moussierenden Wein zu produzieren, ist das Imprägnierverfahren, das wie bei einem Wassersprudler funktioniert. Hierbei wird Kohlendioxid unter hohem Druck in den Wein gepresst. 

Prickelnder Fun fact

Forschende haben sogar versucht zu zählen, wie viele Bläschen in einer Flasche stecken. Die einen sagen: rund 100 Millionen, andere schätzen eher zehn Millionen. So ganz genau weiß es dann doch niemand. 

Das zeichnet Bio-Sekt aus

Bio-Winzer:innen arbeiten möglichst umweltschonend: Sie düngen mit Naturdünger wie Gesteinsmehl, Kompost und Pferdemist und säen Stickstoff-anreichernden Klee, tiefwurzelnde Esparsette und dichtwurzelnde Phazelie zwischen die Rebzeilen. Das pflegt den Boden, schützt vor Erosion und lockt Insekten an. Später, beim Ausbau des Sektgrundweins im Weinkeller, steht nur eine begrenzte Anzahl an Techniken und Zusätzen zur Verfügung. Schwefel ist erlaubt, allerdings liegen die Bio-Grenzwerte unter denen der EU. Schwefel bremst die Oxidation und hilft, die Sektqualität zu bewahren. Schwefelfreien Wein oder Sekt gibt es übrigens nicht. Schwefel kommt in der Natur vor und entsteht bei der Gärung. 

So öffnet ihr eine Sektflasche richtig

Eine Sektflasche öffnet ihr am besten, indem ihr die Flasche dreht und nicht den Korken. So löst er sich langsamer und sicherer. Und wenn man die Flasche konsequent im 45-Grad-Winkel hält, spritzt auch nix raus.

Häufige Fragen zu Sekt, Secco & Co.

Was ist der Unterschied zwischen Sekt und Secco?

Sekt ist ein Qualitätsschaumwein mit feiner, anhaltender Perlage und Korken samt Drahtkörbchen. Secco (Perlwein) sprudelt weniger stark, hat größere Bläschen und wird meist mit Schraubverschluss verkauft.

Warum kostet Sekt mehr als Secco?

Für Sekt fällt die Schaumweinsteuer von 1,02 € pro 0,75-Liter-Flasche an. Secco ist steuerfrei.

Wie trocken ist „trockener“ Sekt wirklich?

„Trocken“ beim Sekt schmeckt süßer als trockener Wein. Wer es herb mag, wählt „brut nature“, „extra brut“ oder „brut“. „Extra trocken“ und „trocken“ sind milder, „halbtrocken“ und „mild/doux“ deutlich süßer

Wie kommt die Kohlensäure in den Sekt?

Traditionell durch zweite Gärung in der Flasche (Flaschengärung). Alternativ über Tankgärung oder das Imprägnierverfahren, bei dem Kohlensäure zugesetzt wird.

Gibt es alkoholfreien Sekt?

Ja. Dem Wein wird der Alkohol entzogen, anschließend Kohlensäure zugesetzt. Er darf bis zu 0,5 % Alkohol enthalten, aber nicht „Sekt“ heißen.

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