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Essen

Motten

Da kriegst du die Motten. Genauer: Dörrobstmotten. Damit das nicht passiert: Die Tiere nicht ans Futter lassen und auf Gegenangriff gehen. // Ralf Bürglin
30.04.2007

Natürlich gegen Schädlinge

Da kriegst du die Motten. Genauer: Dörrobstmotten. Damit das nicht passiert: Die Tiere nicht ans Futter lassen und auf Gegenangriff gehen. // Ralf Bürglin

Ein kleines Insekt flattert um die Küchenlampe. Für einen Moment lässt es sich dort nieder: Es ist ein kleiner Falter, dessen Flügel vorne beige und hinten kupferrot gefärbt sind. Eigentlich ist er so aus der Nähe betrachtet ganz hübsch. Aber was hilfts? Dieser Falter ist halt doch nur eine Dörrobstmotte, die mir ans Müsli will.

Genauer gesagt, sind es die Raupen der Motten, die sich über Küchenvorräte hermachen. Neben Müsli lieben sie fast alle trockenen Vorräte: Getreide und Getreideprodukte, Früchtetee, Kakao, Schokolade, Gewürze, Hülsenfrüchte, Ölsaaten, Kräuter, sogar Kräutersalz und natürlich Trockenfrüchte.

Vorräte dicht verschließen

Vom Duft geleitet, legen die Weibchen dort ihre Eier ab. Die frisch geschlüpften Räupchen – kaum dicker als ein Haar – kriechen durch kleinste Öffnungen in die Lebensmittelpackungen. Sie schaffen es sogar durch kaputte Gewinde und ausgeleierte Plastikdosendeckel. Die Larven verraten sich durch Spinnfäden und pulvrigen Kot, die sie in den Behältnissen der befallenen Lebensmittel hinterlassen.

Wer eine Motteninvasion in der Küche verhindern will, packt die Vorräte in dicht schließende Gläser oder Plastikdosen. Dort kommen Motten nicht hinein – und auch nicht heraus, wenn sie bereits mit dem Einkauf eingeschleppt wurden. So können sie sich zumindest nicht weiter in der Küche ausbreiten. Die Lebensmittel kühl zu lagern, empfiehlt sich ebenfalls: Denn je niedriger die Temperatur, desto langsamer entwickeln sich die Tiere (unter 15 Grad Celsius geht nichts mehr).

Packung im Laden kontrollieren

Die Vorsorgemaßnahmen gegen Motten sind in den Getreidemühlen und im Naturkostgroß- und einzelhandel stark verbessert worden. Dadurch hat sich das Risiko vermindert, unabsichtlich eine Packung Couscous mit „Beilage“ abzukriegen. Es kann aber auch nicht schaden, bereits im Laden – wenn möglich – kurz einen Blick auf die Ware zu werfen. Die Gespinstfäden sind mit geübtem Blick leicht zu erkennen. Mitunter verkleben sie einzelne Körnchen des Produkts miteinander und pappen dann an der Innenseite der Tüte. (Nicht mit elektrostatisch aufgeladenen Körnern verwechseln!).

Was tun, wenns zu Hause doch in der Tüte zappelt? Stark befallene Ware sollte man gleich entsorgen. Nicht nur, dass es unappetitlich ist und manche Menschen auf die Ausscheidungen und Überreste der Motten allergisch reagieren. Die Motten bringen Feuchtigkeit in die Tüte, was wiederum Schimmel begünstigt. Lebensmittelvorräte sollten immer mal wieder kontrolliert, und die Schränke regelmäßig gereinigt werden, denn auch Krümel sind Raupennahrung.

Ein anderer Ansatz, den Motten beizukommen, ist, sie an der Paarung zu hindern. Dafür bietet der Handel sogenannte Pheromon-Fallen. Auf klebrige Pappstreifen wird der Duft der Weibchen aufgetragen. Das lockt paarungswillige Männchen an, die dann auf den Streifen kleben bleiben und sterben. Keine Männchen, keine Nachkommen. Wenn man die Fallen aufhängt, sollte man allerdings ein Fliegengitter vors Fenster hängen, damit die Duftfalle keine weiteren Männchen von draußen anlockt.

Und es gibt noch eine Methode, mit einer Mottenplage fertig zu werden: Indem man die Fressfeinde der Motten gezielt in der Küche aussetzt – sogenannte Schlupfwespen. Keine Angst, die stechen nicht. Mancher Mottenfeind mag trotzdem die Stirn runzeln, doch die Methode hat sich bewährt. Ihre Erfinder überzeugen nicht nur Biologen (siehe Kasten).

Mit Schlupfwespen jagen

Schlupfwespen sind natürliche Feinde von Motten. Man kann sie sich als Spezialpräparat im Naturkosthandel besorgen. Es handelt sich um Kärtchen (siehe Foto), auf die Schlupfwespen-Eier geklebt sind. Im Vorratsschrank ausgelegt, schlüpfen die Larven, finden die Motteneier und vernichten diese. Auf diese Weise kann sich keine weitere Mottengeneration entwickeln. Die Schlupfwespen müssen etwa acht Wochen eingesetzt werden. Ein, zwei Wochen nachdem keine Motteneier mehr da sind, verschwinden auch sie. Schlupfwespen sind fast unsichtbar klein und stechen nicht. Während ihres Einsatzes bleiben sie praktisch unbemerkt.

Übrigens lassen sich Schlupfwespen auch gegen Kleidermotten einsetzen. Dann braucht man allerdings eine höhere Dosierung.

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