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Locker flockig in den Tag: Getreide-Flocken selbst herstellen

Fürs Müsli, zum Abbinden von Suppen, Soßen oder Bratlingen und als Zutat zu süßen Leckereien sind Getreideflocken besonders beliebt. Kommt das Quetschgetreide aus der Tüte, ist es durch die mechanische und thermische Vorbehandlung nicht mehr so wertvoll. Warum selbstgemahlen besser ist und wie es geht.

01.03.1997 vonAstrid Wahrenberg

Fürs Müsli, zum Abbinden von Suppen, Soßen oder Bratlingen und als Zutat zu süßen Leckereien sind Getreideflocken besonders beliebt. Kommt das Quetschgetreide aus der Tüte, ist es durch die mechanische und thermische Vorbehandlung nicht mehr so wertvoll. Empfindliche Nährstoffe gehen beim Verarbeitungsprozess zum Teil verloren, die Qualität der Ballaststoffe läßt nach. Besser sind deshalb frische, selbsthergestellte Getreideflocken.

Im Naturwarenhandel gibt es ein großes Flocken-Angebot, mit dem Sie Ihre frischen Flocken buchstäblich im Handumdrehen selber machen können.

Die richtige Aufbewahrung

Das Getreidekorn ist von Natur aus ein perfekter Vorratsspeicher. Die wertvollen Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Fett, Vitamine und Mineralstoffe sind in der harten Schale optimal vor Verderb geschützt. Bei richtiger Aufbewahrung, das heißt dunkel, kühl und luftig, übersteht es auch längere Lagerzeiten unbeschadet.Wird die äußere Hülle verletzt, zum Beispiel durch Schroten, Mahlen oder Quetschen, dringt Luft und Licht ins Innere. Dann wird der fetthaltige Keimling recht bald ranzig, der Geschmack verändert sich und wichtige Nährstoffe gehen verloren. Damit fertige Flocken längere Lagerzeiten im Ladenregal überstehen, müssen sie deshalb hitzebehandelt werden. Die heißen Dämpfe zerstören wichtige Nähr- und Inhaltsstoffe, insbesondere B-Vitamine. Außerdem verlieren die Ballaststoffe dabei bis zu 60 Prozent ihrer Quellfähigkeit.

Möglichst unverarbeitete Lebensmittel sind gesünder

Wer sich vollwertig ernährt, legt besonderen Wert auf möglichst unverarbeitete Lebensmittel. In puncto Flocken heißt das: Statt Tütenware Selbstgeflocktes aus dem vollen Korn. Jeweils direkt für den Verbrauch zubereitet, bleiben die Nährstoffverluste so gering wie möglich.

Je nach Bedarf gibt es im Naturwarenhandel verschiedene Quetschen. Mit den gängigen Getreidesorten wie Hafer, Weizen, Roggen, Reis, Dinkel und anderen trockenen Getreidearten kommen alle von ihnen gut zurecht. Sollen auch Ölsaaten oder Gewürze gequetscht werden, empfehlen sich jedoch Stahlwalzen. Steinwalzen verkleben beim Quetschen von ölhaltigen Sorten wie Leinsamen, Sonnenblumenkernen, Sesam, Nüssen oder Mohn und müssen danach mühsam gereinigt werden. Was beim Kauf einer Getreidemühle zu beachten ist, haben wir hier zusammengefasst.

Vorm Quetschen das Korn einweichen

Beim Getreide – ausgenommen Hafer – empfehlen die Hersteller eine kurze Einweichzeit vor dem Quetschen. Das macht die feste Schale elastischer, die Körner lassen sich müheloser plattmachen. Neben der Vereinfachung des Quetschvorgangs hat das Einweichen auch physiologische Vorteile: Die im Korn enthaltenen Mineralstoffe können durch einen enzymatischen Vorgang vom menschlichen Organismus besser verwertet werden. Bei Hafer kann auf das Einweichen verzichtet werden, weil seine Schale nicht ganz so hart ist. Er sollte generell nach dem Quetschen, Mahlen oder Schroten binnen ein bis zwei Stunden gegessen werden. Sein Keimling kann beim Oxidationsprozess mit Sauerstoff leicht bitter werden und dann unangenehm schmecken.

Welche Getreidemühle ist sinnvoll?

Ob Sie ihre Flocken per Muskelkraft oder Knopfdruck quetschen wollen, hängt von den Mengen ab, die Sie täglich essen. Haushalte, in denen die Flocken hauptsächlich fürs Müsli gebraucht werden, kommen mit den Handflockern gut zurecht. Sitzen viele Kinder mit am Tisch, müssen Sie sich für das gesunde Flockenfrühstück ordentlich ins Zeug legen. Denn Getreideflocken sind bei den Kleinen beliebt und werden manchmal lieber gegessen als Frischkornmüsli. Dabei fasziniert Kinder ganz besonders der Vorgang des Selberflockens, wobei die Muskelkraft von jüngeren allerdings nicht immer ausreicht, um die Walzen zu bewegen. Die Flockendicke von fein bis grob lässt sich bei den meisten Quetschen nach Bedarf über den Walzenabstand festlegen, der mit einfachen Handgriffen zu justieren ist. Je feiner die Flocke, desto höher ist wiederum der Kraftaufwand. Bevor Sie sich für eine Flockenquetsche entscheiden, sollten Sie sie testen. Viele Naturkost- und Naturwarenläden haben Vorführmodelle, mit denen Sie einen Probedurchgang quetschen können

Werden regelmäßig große Flockenmengen benötigt, ist die Anschaffung eines elektrischen Flockers sinnvoll. Die Maschinen mit leistungsfähigen Motoren sind mit Stahlwalzen ausgestattet und kommen mit unterschiedlichstem Quetschgut zurecht. Wer eine Küchenmaschine sein eigen nennt, kann auf eine preisgünstigere Alternative zurückgreifen: Flockervorsätze lassen sich mit einem Adapter vor gängige Haushalts-Küchengeräte montieren.

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