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Jackfruit: Wie gut ist der Fleischersatz?

Die größte Baumfrucht der Welt erobert unsere Teller, weil sie als veganer Fleischersatz zubereitet werden kann. – Alles, was ihr über die Jackfrucht wissen müsst.

Möchtet ihr raten, wie schwer die weltgrößte Baumfrucht werden kann? Zum Vergleich: Ein Apfel wiegt etwa 200 Gramm, eine Ananas bis zu 1500 Gramm. Habt ihr eine Idee? – Achtung, Auflösung: Eine ausgewachsene Jackfruit kann bis zu 50 Kilogramm Gewicht auf die Waage bringen und fast einen Meter lang werden. Und das ist nicht das einzige Wunder, das die Riesenfrucht mit ihrer stacheligen, harten Schale und dem saftigen Fruchtfleisch zustande bringt. Hinzu kommt ein Kulinarisches: Jackfruit schmeckt mal nach Fleisch, mal fruchtig süß. Dieser kulinarische Spagat ist nur zu schaffen, indem die Frucht in unterschiedlichen Reifestadien geerntet wird. Unreife Früchte werden als „Gemüsefleisch“ verspeist, wie man auf Sri Lanka sagt, reife als Obst.

„Eine ausgewachsene Jackfruit kann bis zu 50 Kilogramm Gewicht auf die Waage bringen.“

Jackfruit: Herkunft und Konsistenz

Die ausgegeizten, unreifen Tropenfrüchte werden in Indien, Bangladesch, Thailand, Indonesien, Sri Lanka und Nepal schon lange gegessen. Außerdem findet man die Baumfrucht heute in Südamerika, Australien oder der Karibik. Bei uns legen sie seit Kurzem eine steile Karriere als Fleischersatz in der vegetarischen und veganen Küche hin. Anders als zum Beispiel Tofu hat Jackfruit die faserige, fleischartige Struktur – den speziellen Biss. Die Konsistenz ist wirklich verblüffend fleischähnlich. Durch Anbraten lässt sich sogar eine knusprige Kruste brutzeln.

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Tofu: Alles, was ihr wissen solltet

Tofu ist eigentlich nichts anderes als Sojaquark und außerdem voll der Klimaschützer. Lest hier, was er sonst noch kann.

Wie schmeckt eine Jackfruit?

Die Bäume der Jackfrucht gehören zu den Maulbeergewächsen, ein ausgewachsener Jack-Tree bringt etwa 200 Früchte pro Jahr hervor, die alle nah am Stamm wachsen. Nur ein kleiner Teil von ihnen erreicht das süße Reifestadium. Der größere Teil wird ausgegeizt, damit sich die verbleibenden Früchte besser entwickeln. Reife Jackfruit schmeckt wie ein Mix aus Mango, Ananas und Banane mit etwas Lakritze. Frisch sind sie hierzulande selten im Angebot. Ganz verzichten müssen wir auf die süße Tropenfrucht aber trotzdem nicht. Es gibt sie als Trockenfrucht, frittierte Fruchtchips und eingelegt in Ananassaft oder Kokosblütensirup.

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Trockenfrüchte: So gesund sind sie wirklich

Aprikosen, Pflaumen, Datteln – Dörren lassen sich fast alle Früchte. Eine große Auswahl an Trockenobst gibt’s in Naturkostläden. Der Vorteil der Bio-Ware: Die Früchte stammen aus Öko-Anbau und werden weder geschwefelt noch begast.

Vorteile der Jackfruit

Junge Jackfrucht schmeckt wie Fleisch, enthält aber nur ein bis zwei Prozent Proteine. Mit Hülsenfrüchten, Pilzen, Nüssen & Co. wird Jackfruit zur vollwertigen Mahlzeit. Ihr hoher Ballaststoffanteil bis 10 Prozent pflegt den Darm und wirkt als Kalorienbremse. Außerdem enthalten sind Vitamin C, Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen.

Nährwerte

  • Kalorienarm: Jackfruit hat wenig Kalorien und Fett.
  • Ballaststoffe: Sie ist reich an Ballaststoffen, was die Verdauung fördert.
  • Vitamine und Mineralien: Enthält Vitamin C, Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen

Gesundheitliche Vorteile

  • Verdauungsfördernd: Die Ballaststoffe unterstützen eine gesunde Verdauung.
  • Antioxidativ: Vitamin C wirkt als Antioxidans und stärkt das Immunsystem.
  • Herzgesundheit: Kalium trägt zur Herzgesundheit bei.
  • Knochengesundheit: Calcium unterstützt die Knochengesundheit.
  • Energie und Stoffwechsel: Magnesium fördert den Energiestoffwechsel und ist wichtig für Nerven, Gehirn und Muskeln.
  • Blutbildung: Eisen ist für die Bildung von roten Blutkörperchen und den Sauerstofftransport unverzichtbar.

Verwendung in der Küche

Geschmacklich ist junges Jackfruitfleisch zunächst komplett neutral und kann in jede erdenkliche Geschmacksrichtung gewürzt werden. Im Bio-Laden gibt es Jackfrucht pur, das heißt in Stücke geschnitten, vorgedämpft und pasteurisiert. – Ihr könnt es marinieren und wie Fleisch verwenden. Häufig ist Jackfrucht auch in Salzlake, Limetten- oder Zitronensaft eingelegt, dann erinnert ihr Geschmack ein bisschen an Artischocke.

Eine Auswahl von Bio-Jackfrucht-Produkten

Und dann sind da noch eine ganze Reihe von Bio-Fertiggerichten mit Jackfruit, die sehr nah an die Originale aus der Fleischküche kommen, etwa Fleischsalat, Pulled Pork, Gulasch oder Curry. – Neugierig geworden auf Fleisch, das an Bäumen wächst? Dann wünschen wir guten Appetit!

  1. Jackfruit natural, von Arche: Wie Hähnchen, große, helle Stücke in Salzlake mit Limette
  2. Jackfrucht geschnetzelt & ungewürzt, von Govinda: Geschnetzeltes, Braune Fruchtfleischstücke zum selber Würzen
  3. Crunchy Jacky, von Jacky F: Süßer Crunch, Krosse Chips zum Knabbern
  4. Jackfruchtstücke, getrocknet, von Keimling: Süße Rohkost, schonend getrocknete, reife Jackfruchtstücke
  5. Jackfruit Burger, von Lotao Green: Burger aus Jackfrucht, Kichererbsen und Erbsenprotein
  6. Jackfruit natural, von Morgenland: Pures Fruchtfleisch, gegart, ohne Salzlake, deshalb etwas dunkler
  7. Jackfruit Gulasch, von Nabio: Wie Gulasch, mit viel Gemüse und Jackfrucht statt Fleisch
  8. Jackfruitsalat, von Sanchon: Feinkostsalat, Drei verschiedene Sorten: scharf, deftig, süß-sauer

Zusatzstoffe in Jackfrucht-Produkten

Konservierte Bio-Jackfrucht kommt ohne Zusatzstoffe aus. Nur Limetten- oder Zitronensaft und Salz sind in den puren Varianten dabei. Bei konventionellen Produkten können dagegen Konservierungsstoffe, etwa Sorbinsäure oder Sulfite, zugesetzt sein.

Leckere Jackfuit-Rezepte

Ihr wollt Jackfruit ausprobieren? Wie wäre es mit einem unserer leckeren Rezepte: „Pulled Jackfruit-Sandwich“ oder „Gelbes Curry mit Kokos und Jackfruit“

Küchentipp

So mariniert ihr eingelegte Jackfruit: Abtropfen lassen, mit Wasser abspülen und Jackfruitstücke in eine Schüssel geben. Mit einer Mischung aus gleichen Teilen Olivenöl, Tomatenmark, zerdrückten Knoblauchzehen, Paprikapulver, Rauchsalz und Pfeffer vermengen. Mindestens 15 Minuten ziehen lassen.

Jackfruit exportieren: Ist das nachhaltig?

Noch verrottet ein Großteil der Jackfrüchte in den Ursprungsländern, weil es dort viele gut tragende Bäume gibt. Durch den Export in unsere Küchen haben die Früchte wieder Zukunft und sichern Bauern und Verarbeitern ein verlässliches Einkommen.

Veröffentlicht am - aktualisiert am 10.06.2024

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