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Essen

Heiß und schnell

Zeitnot? Nicht die richtigen Zutaten im Haus? Schnelle Kochhilfen gibt es auch im Bioladen. Geschmacksverstärker, Gentechnik und Aromen kommen natürlich nicht in die Tüte. // Jutta Krause
31.03.2008
Zeitnot? Nicht die richtigen Zutaten im Haus? Schnelle Kochhilfen gibt es auch im Bioladen. Geschmacksverstärker, Gentechnik und Aromen kommen natürlich nicht in die Tüte. // Jutta Krause

Mag auch mancher Hobby-Gourmetkoch die Nase rümpfen, die fixen Helfer aus der Tüte sind einfach nützlich. Denn während man am Wochenende das Kochen zelebrieren kann, ist im Alltag statt Slowfood meist nur schnelle Küche angesagt. Wenn unvermutet Gäste kommen oder der Junior mit einer leckeren Soße zu Brokkoli bekehrt werden soll, wenn nicht genug Bratenfond vorhanden ist oder eine interessante Würzmischung Abwechslung verspricht – dann schlägt die Stunde der Tütensoßen und der Fixprodukte. Zwar gibt es dafür keinen Michelinstern, aber ein schlechtes Gewissen ist auch nicht nötig. Allerdings ist es hier besonders wichtig, auf Bioqualität zu achten, denn was in konventionellen Produkten drin ist, hat in der Bioküche nichts verloren. Zwar bemühen sich auch konventionelle Hersteller mittlerweile um ein „gesundes“ Image. Der Geschmack kommt bei ihnen dennoch eher aus dem Labor als von den namensgebenden Zutaten.

Chemie mit Folgen

Mit Aroma, Farbstoff und Geschmacksverstärker werden minderwertige Rohstoffe aufgepeppt. Fester Bestandteil jeder konventionellen Rezeptur ist das wegen gesundheitlicher Bedenken umstrittene Mononatriumglutamat (E 621), mit dem sich unerwünschte Geschmacksnoten leicht überdecken lassen. Unter anderem kann es bei empfindlichen Menschen das „Chinarestaurantsyndrom“ auslösen, das sich durch Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Jucken im Hals und Nackensteifheit bemerkbar macht. Bei manchen Herstellern kommen überdies auch noch die Geschmacksverstärker Dinatriuminosinat (E 631) und Natriumguanylat (E 627) zum Einsatz, die zu Gichterkrankungen führen können.

Gentechnik durch die Hintertür

Nicht selten steckt auch ein gerüttelt Maß an Gentechnik in der Tüte: Bei der Herstellung von Glutaminsäure werden gentechnisch veränderte Mikroorganismen eingesetzt, die häufig auch Nährstoffe aus genetisch veränderten Pflanzen verwerten. Zusätze wie Glyzeride und modifizierte Stärke, die in den meisten Fixprodukten enthalten sind, können ebenfalls aus Genmais oder Gensoja hergestellt werden. Kennzeichnungspflichtig ist das nicht.

Biotüten ohne Zusätze

In Bioprodukten ist Gentechnik hingegen laut EG-Öko-Verordnung ebenso verboten wie Farbstoffe, Stabilisatoren und Geschmacksverstärker. Zusatzstoffe sind generell nur dann erlaubt, wenn Lebensmittel ohne sie weder hergestellt noch haltbar gemacht werden können. Gut also, dass es die geschickten Tüten auch im Bioladen gibt – mit genügend Auswahl für viele Geschmacksrichtungen und Ernährungsgewohnheiten. Ganz klassisch präsentieren sich die Soßen von Erntesegen und Natur Compagnie. Die Feinkostsoßen sind vielseitig verwendbar, Jäger- und Zigeunersoße sorgen für Abwechslung und die Sauce hollandaise ist besonders für die Spargelzeit interessant. Veganer werden – ebenso wie Allergiker – bei Bio Vegan fündig. Hier ist der Name Programm: Alle fünf Soßen sind vegan und glutenfrei. Bunt und international geht es bei den Würzmischungen zu. Mit einem patentierten Würzverfahren in zwei Schritten und zehn Spezialitäten aus aller Welt lädt Beltane zur kulinarischen Weltreise.

Zwei-Phasen-Würze

Sie enthalten zwei Würzmischungen. Die erste wird mit Öl angebraten, damit sich die ätherischen Öle und Geschmacksträger entfalten können, die zweite mit den empfindlicheren Kräutern kommt erst beim Ablöschen hinzu. Natur-Compagnie hat ebenfalls 12 internationale Fixgerichte im Programm. Fans der asiatischen Küche können sich über vier Spezialitäten freuen. Auch Erntesegen führt zwei Fixprodukte für Gratins, die getrennt zubereitet und dann über die Zutaten gegeben werden. Alle Tüten sind lange haltbar, sie können also gut so lange im Vorratsschrank liegen bleiben, bis der nächste Notfall-Einsatz kommt.

Vorreiter Erbswurst

1886 entwickelte der Schweizer Julius Maggi eine eiweißreiche Bohnenmehlsuppe, um der Mangelernährung der Arbeiter vorzubeugen. Für deutsche Soldaten gehörte die „Erbswurst“ ab 1870 zur eisernen Ration. Beide sind Vorreiter der heutigen Fixprodukte.

Experimentieren erlaubt

Wem das Tüte-Aufreißen nicht kreativ genug ist, der kann die Soßen natürlich auch nach Lust und Laune verfeinern. Einfach mit frischen Pilzen, Tomatenstückchen, Kräutern, würzigem Käse, einem Schuss Wein, einem Klacks Schlagsahne, Sojasahne oder Crème fraîche den letzten Schliff geben.

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