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Veganes Schokoglück

Vegane „Milch“-Schokolade sieht aus wie normale Milchschoki und steht ihr geschmacklich in nichts nach. Im Bio-Laden finden Sie feine Tafeln von pur bis Crisp.

20.09.2015 vonAnnette Sabersky

Auch Veganer wollen Schokolade genießen. Zartbitter geht natürlich immer, denn sie ist sowieso ohne Milch und somit für die vegane Ernährung geeignet. Doch für manche ist sie nicht das Richtige: zu bitter und intensiv. Andere mögen sie, wollen sich aber auch mal was anderes auf der Zunge zergehen lassen: etwas, das wie Milchschokolade schmeckt.

Kuhmilch in der Rezeptur weglassen und stattdessen eine pflanzliche Alternative verwenden, so einfach ist das nicht. Das mussten die Schokoladenhersteller feststellen, als sie vor rund zehn Jahren damit begannen, „Milch“-Schokolade ohne Milch zu entwickeln. Die Krux: Pflanzliche Alternativen wie Reis- und Sojadrink enthalten weniger Fett als Kuhmilch – darum muss an helle vegane Schokolade mehr Kakaobutter. Und Reisdrink ist viel süßer als Kuhmilch – und wird darum geringer dosiert, damit der süße Genuss nicht zu süß wird.

Warum vegane Bio-Schokolade?

Im Bio-Laden gibt's heute eine große Auswahl an veganer „Milch“-Schokolade: Pur-Sorten, Schokolade mit Keksstückchen, mit Haselnuss oder Mandel, Trüffel oder Nougat. Für die leckeren Tafeln werden ausschließlich Zutaten aus kontrollierter Bio-Erzeugung und nur echte Aromen wie Bourbonvanille verwendet. Vereinzelt kommt Soja-Lezithin zum Einsatz, das jedoch bio und daher frei von gentechnisch veränderten Organismen ist. Der Emulgator sorgt für eine homogene Bindung der Zutaten. Will man ohne Soja-Lezithin arbeiten, braucht es eine hochwertige Rezeptur und lange Conchierzeiten. Das Mehr an Kakaobutter und längeres Rühren macht die Schokolade schön geschmeidig.

Zutaten wie Kakao und Zucker kommen in der Regel aus zertifizierter Fair-Erzeugung. Fair, das bedeutet, die Landwirte erhalten angemessene Preise für die Rohstoffe. Sie bekommen Beratungen und Schulungen, um sich weiter zu qualifizieren. Die Bio-Erzeuger verzichten zudem auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Durch den Anbau in Mischkulturen laugen die Böden nicht aus und die Pflanzen sind robuster, sodass Pestizide sich erübrigen.

Hochwertige Zutaten und vor allem der zarte Schmelz von Milchschokolade ohne Milch kommen an. Schon gut 40 Prozent des Schoko-Umsatzes werden im Bio-Laden mit veganen Tafeln gemacht – hellen wie dunklen, so die aktuellen Zahlen des Marktforschers BioVista. Auf Nachfrage verraten die Hersteller, dass sie schon an neuen veganen Sorten arbeiten. Mehr fruchtige Schokolade soll es bald geben sowie helle, gefüllte Tafeln. Mmh!

Zartbitter-Schokolade: meist vegan

Bittere Schokolade ist per se vegan. Sie hat einen Kakaoanteil von über 50 Prozent, enthält meist kein Milchpulver, keine Sahne und keinen Honig. Wer keine Laktose verträgt, kann Bitterschokolade ebenso unbeschwert genießen wie die veganen „Milch“-Schokoladen.

Eignet sich vegane Schokolade zum Kochen und Backen?

Wie normale Schokolade eignet sich auch die vegane Alternative zum Kochen und Backen, für Schoko- Desserts und zum Raspeln. Frische Früchte lassen sich prima in flüssige Schokolade eintauchen. Sie schmilzt besonders gut, da sie einen hohen Anteil an Kakaobutter hat.

(Un-)faire Schokolade

Bettelarme Bauern, ausgebeutete Kinder, träge Konzerne: Das sind die Zutaten der meisten Schokoladen. Doch es gibt auch bessere Rezepturen. Bio-Schokolade enthält meist einen beträchtlichen Anteil fair gehandelter Zutaten. Einige Hersteller lassen sich dies mit dem offiziellen Fairtrade-Siegel zertifizieren. Andere geben firmeneigene Fair-Versprechen.

Rein pflanzlich

Statt Milch wird für vegane Schokolade Reisdrink, Sojadrink, Buchweizen- oder Hirsepulver verwendet. „Milch“-Schokolade steht aber nicht auf der Verpackung, denn so darf sich nur die mit Kuhmilch nennen. Dort finden sich die Angaben: „Milk“ oder „Rice Milk“.

Warum so viel Verpackung?

Schokolade ist aufwendig, weil zweifach verpackt. Das erzeugt viel Müll, ist aber nötig, um sie optimal zu schützen. Innen steckt sie in einer Folie aus Polypropylen, Holzfasern oder Aluminium, die das Aroma bewahren und Geruchs- und Geschmacksübertragungen verhindern. Drumherum ist Papier oder Karton, meist FSC-zertifiziert. Hier finden sich Infos über die Herkunft der Rohstoffe und den Fair-Trade-Anteil.

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