Bio-Wissen

Müsli mit Keksgefühl

Kekse zum Frühstück oder lieber Müsli? Wer sich nicht entscheiden kann, kriegt beides: Granola und Crunchy vereinen zwei Frühstückswelten.

Egal wie sie heißen – Crunchy mit C oder mit K, Granola oder Roastie – süßes Knuspern ist bei allen garantiert. In Crunchy-Müslis sorgen dafür süße Brocken aus gerösteten, zusammengebackenen Getreideflocken. Fans schwören auf extra große, die wie Wolken in der Milch schwimmen. Wer es feinbröseliger mag, löffelt karamellisierte Granola-Flöckchen mit Joghurt weg.

Es gibt viele Knuspermüsli-Sorten im Bio-Laden: pur, mit Früchten, Nüssen oder Schokolade, mit und ohne Gluten, ohne Palmöl, vegan oder mit Honig gesüßt. Dass Knuspermüsli so köstlich schmeckt, liegt nicht zuletzt am zuweilen hohen Zuckergehalt. Weil dieser bei vielen konventionellen Crunchys mit 20 bis 30 Prozent erheblich ist, ordnen Ernährungswissenschaftler sie den Süßigkeiten zu. Bio-Sorten enthalten meist weniger Zucker, im Mittel etwa 18 Gramm pro 100 Gramm. Doch ganz ohne Süß gehen Crunchy und Granola kaum. Erst die Süße macht den typischen Knusper-
effekt. Also mit Bedacht genießen, als geschichteter Nachtisch etwa: Obst ins Glas schnippeln, darüber eine Schicht Joghurt geben, darauf einen Zentimeter Knusperflocken oder -brocken. Sieht appetitlich aus und schmeckt.

Echter Geschmack kommt bei Bio von echten Zutaten

Bio-Müsli kommt ohne Zugabe von Aromen aus. Geschmacksgebend sind echte Zutaten wie Honig, Nüsse, gefriergetrocknete Fruchtstückchen und Gewürze wie Zimt, Vanille oder natürliches Zitronenöl. Die genauen Details zur Herstellung der Knuspermüslis hüten die Hersteller jedoch wie einen Schatz. Hundertprozentig transparent ist die Volldeklaration der Zutaten auf der Packung. An ihr lassen sich Qualität und Nährwert der Müslis ablesen.

Frei von …

Ohne Honig, ohne Milchbestandteile, Eier oder tierische Fette? Veganer
haben große Auswahl. Und wer auf Weizen oder Gluten verzichten muss, wählt Sorten mit Braunhirse, Quinoa oder
Amaranth.


An erster Stelle steht Bio-Getreide, meist der ernährungsphysiologisch glänzend bewertete Hafer. Er enthält wichtige Aminosäuren, komplexe Kohlenhydrate, Cholesterin-senkendes Beta-Glucan, B-Vitamine, Eisen, Zink und Magnesium. Manche Crunchys enthalten Dinkel, Weizen oder Pseudogetreide wie Amaranth, Quinoa, Buchweizen oder Hirse.
Die Flocken werden mit einer süßenden Zutat und ungehärtetem Palmfett, Sonnenblumen- oder Rapsöl vermengt und im Ofen gebacken. Die Art und Menge der Süße entscheidet darüber, ob große Knusperbrocken entstehen – dann waren meist Rohrzucker oder Honig am Werk – oder feineres Roastie oder Granola – mit einer dünnen Schicht leichter Süße etwa aus Agavendicksaft oder Reissirup. Alle Sorten in der Tabelle links sind bundesweit in Bio-Läden erhältlich. Falls Ihr Bio-Händler Ihre Wunschsorte nicht führt, könnte er sie besorgen. Knuspern kann losgehen!

Zucker

Bei den meisten Knuspermüslis aus dem Bio-Laden liegt der Zuckergehalt unter 20 Prozent. Es gibt auch Sorten mit nur 14 Prozent. Bio-Granola ist teils noch weniger gesüßt und enthält vereinzelt weniger als 10 Prozent Zucker. Konventionelle Crunchys können bis 30 Prozent Zucker enthalten.

Palmfett

Palmfett hat einen schlechten Ruf: Unmäßiges Abholzen des Regenwaldes zerstört Lebensräume. Riesige Monokulturen werden in umweltbelastender Manier bewirtschaftet und fördern die Armut der Landbevölkerung. Initiativen wie RSPO (Round Table for sustainable Palmoil) überzeugen nicht.
Bio-Hersteller verarbeiten in ihren Crunchys bio-zertifiziertes Palmöl, das nach definierten Umwelt-Richtlinien angebaut wurde.

Acrylamid

Der vermutlich krebserregende Schadstoff kann immer dann entstehen, wenn Produkte mit Zucker und Eiweiß gebacken oder geröstet werden. Ein engmaschiges Monitoring bei Bio-Knuspermüslis ist daher ein Muss. Erfreulicherweise treten bereits seit Längerem keine problematischen Werte mehr in Bio-Müslis auf, so die Hersteller. Wichtiger Faktor ist eine schonende Backtemperatur bei maximal 120 Grad.

Spys und Granula

Die Idee zum Müsli hatte ein Schweizer Arzt: Haferflocken, gehackte Nüsse und geriebener Apfel in Kondensmilch mit Zitronensaft geweicht. Mit dieser „Spys“ päppelte Maximilian Bircher-Benner Anfang des 20. Jahrhunderts seine Patienten auf. Etwas früher entwickelten findige Nordamerikaner eine vollwertige, gut verdauliche, wohlschmeckende Kost aus Vollkornmehl, Hafer- und Maisflocken und nannten sie „Granula“ oder „Granola“. Die Knusperflocken machten dort in den 60er-Jahren Karriere als alternative, gesunde Frühstücksalternative. Über den Ozean schwappte die Granola-Welle vor etwa zehn Jahren.

Regionaler Anbau

Große Sorgfalt zeigen die meisten Bio-Hersteller beim Einkauf der Zutaten. Getreide stammt vorzugsweise aus regionalem Anbau. Viele Unternehmen unterstützen darüber hinaus die ökologische Saatgutforschung. Bio-Anbau in der Region fördert die Biodiversität vor unserer Haustür.

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