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Bio-Wissen

Alles über Limonade

Von Orange bis Limette, Hauptsache süß und erfrischend – so sollte Limonade sein. Im Trend liegen bittere und scharfe Mix-Varianten.

20.06.2020 vonBrigitte Sager-Krauss

Von Orange bis Limette, Hauptsache süß und erfrischend – so sollte Limonade sein. Im Trend liegen bittere und scharfe Mix-Varianten.

Gekühlt schon super-lecker, auf Eis unschlagbar: Tonic Water, Bitter Lemon, scharfes Ginger-Beer, Ginger-Ale oder Ingwer-Limonade sind spritzig-scharfe Spezialitäten mit Barmixer-Qualitäten. Der Reiz von Tonic Water und Bitter Lemon liegt in deren bitteren tonisierenden Geschmacksnoten. Früher war ihr Gehalt an Chinin recht hoch und brachte den Getränken den Ruf, kräftigend zu wirken, weil sie gegen Malaria halfen (engl. tonic bedeutet „kräftigend, stärkend“).

Bio-Firmen gewinnen Chinin-Extrakte und -Aromen noch heute zum Beispiel aus aufwendig geernteter, wilder bolivianischer Chinarinde. Eine andere Variante, den herb-bitteren Geschmack in die Limos zu bekommen, sind spezielle Kräuterauszüge, etwa aus Wermut, Thymian oder Tausendgüldenkraut.

Ginger-Limos verdanken ihre scharfen Noten entweder frischem Ingwer, Saft, Püree oder Extrakten. Weil die Schärfe der Wurzeln immens ist, reicht einem Ginger-Beer bereits ein Zusatz von einem halben Prozent, vor allem vom peruanischen Ingwer. Neben deutlich scharfen gibt es auch mildere Varianten, in denen mit Holunder, Rhabarber und Zitrusfrüchten abgerundet wird.

Schnelles Limonaden-Rezept

125 ml schwarzen Johannisbeersaft mit 4 cl Zitronen- und 8 cl Orangensaft vermischen. Auf Eiswürfel im Glas geben, mit etwa 150 bis 200 ml Ginger-Ale oder Ginger-Beer auffüllen. Prost!

Grundsätzlich bestechen Bio-Limonaden durch einfache Rezepturen: möglichst ohne Zusatzstoffe, Säuerungsmittel, wenige Stabilisatoren, höchstens Gummi arabicum oder Citrus-Pektin, und zumeist keine zusätzlichen Aromen – und wenn, dann nur natürliche. Weiterer Pluspunkt: Bio-Limonaden sparen beim Zucker. Werte um die acht Gramm in 100 Millilitern bilden dabei die Spitzen. Viele glänzen mit knapp sechs Gramm, zuckerreduzierte gar mit lediglich vier Gramm. In konventionellen Marken stecken immerhin bis 12 Gramm – oder künstliche Süßstoffe wie Aspartam, Acesulfam K oder Saccharin. Häufig schmecken die Getränke dadurch sogar noch süßer als dezent gesüßte Bio-Limonaden. Für die kommen Rohrzucker, regionaler Rübenzucker, Traubensüße oder auch Agavensirup zum Einsatz.

Den Geschmack bringen längst nicht mehr nur Zitrone oder Orange in Bio-Limos. Inzwischen ergänzt ein paradiesischer Obstgarten das Repertoire: exotische Ananas, Limette, Maracuja, Blutorgane bis hin zu heimischen Sorten wie Rhabarber, Johannisbeere, Kirsche oder Aronia. Viele Bio-Hersteller mixen ausschließlich frische Direktsäfte und echte Kräuter, Fruchtsaftkonzentrate finden sich nur in Einzelfällen. Manchmal sind sogar Püree oder Mark in der Flasche. Der Fruchtgehalt der Bio-Limonaden ist etwa doppelt bis dreimal so hoch wie in herkömmlichen Limonaden. Einzelne liegen bei zwanzig Prozent. Stellt sich am Ende nur eine Frage: Liegen genug Eiswürfel parat?

Limonaden: Gebraut oder gemixt

Die meisten Limonaden werden aus ihren Grundzutaten einfach zusammengemischt und anschließend mit Kohlensäure versetzt. Anders gebraute Bio-Limos: Hier kommen Hefen ins Spiel, die die Grundmaische auf Weizen-, Gersten- oder Dinkelmalzbasis fermentieren. So erhalten die Getränke eine besondere, leicht malzige Note. Erst dann werden alle weiteren Zutaten zugemischt.

Wie viel Zucker enthält Limonade?

Limonaden sollen nach den aktuellen Leitsätzen für Erfrischungsgetränke mindestens sieben Gramm Zucker enthalten, der aus zugesetzter Süße und Fruchtsäften stammt. Diese Bestimmung führte Anfang 2019 dazu, dass Produkte mit nur 6 Gramm Zucker von Amts wegen beanstandet wurden. Inzwischen ist man sich einig: Die Reduktion von Zucker hat Vorrang. Trotzdem bewegen sich rein rechtlich einige Hersteller von Bio-Limo, die unterhalb der 7-Prozent-Marke liegen, auf dünnem Eis und schreiben deshalb lieber „Erfrischungsgetränk“ auf ihre Limonade.

Welches Mineralwasser in die Limo?

Wasser ist mengenmäßig die Hauptzutat in Limonade. Ist es mit Kohlensäure versetztes Trinkwasser, erfüllt es bereits wichtige Qualitätsnormen. Viele Bio-Limos bauen auf hochwertiges Mineralwasser, das zum Teil für geschmackliche Optimierung zuvor noch entmineralisiert wird. Andere loben extra hohe Reinheits- und Naturschutzstandards aus, erkennbar an dem Hinweis Bio-Mineralwasser.

Chinin: Nichts für Kinder und Schwangere

Für Schwangere und Kinder gilt die Empfehlung, auf den Bitterstoff Chinin oder auch Wermut vorsichtshalber zu verzichten. Für sie stehen im Bio-Laden jede Menge Frucht-Limos von Ananas oder Blutorange bis Rhabarber oder Pflaume.

Sanftes Schütteln erwünscht

In vielen konventionellen Limonaden werden Stabilisatoren und sogenannte Weighting-Agents (z.B. Glycerinester aus Wurzelharz, E 445) verwendet, damit sich Fruchtzusätze und Aromen gut und nahezu unsichtbar im Getränk verteilen. Anders bei vielen Bio-Limos. Der Bodensatz, der sich bei ihnen bildet, ist Ausdruck besonders hoher Qualität: viel Frucht, keine Stabilisatoren. Tipp: Vor dem Genießen der Limo kurz und sanft aufschütteln.

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