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Bio-Honig: Was macht den Unterschied?

Ist Honig gesund? Warum wird Honig fest? Was ist Waldhonig? Was ist an Bio-Honig Bio? Wir haben die Antworten fĂŒr euch.

Was ist Honig?

Honig ist ein wahres Naturprodukt: Bienen machen ihn aus BlĂŒtennektar oder Honigtau. Sie tun das, um Vorrat fĂŒr den Winter anzulegen: Denn Honig hĂ€lt lĂ€nger als die Rohstoffe Nektar und Tau. DafĂŒr sammeln Arbeiterbienen BlĂŒtennektar und Honigtau, lagern sie in ihrer Honigblase zwischen und versetzen sie bereits mit Enzymen. Im Bienenstock selbst ĂŒbernehmen die Stockbienen den sĂŒĂŸen Saft, verfeinern ihn und entziehen ihm Wasser, damit er nicht verdirbt.

Der Oberbegriff fĂŒr die gesamte Bienennahrung ist ‚Tracht‘. Je nachdem, wann die Bienen die Tracht sammeln, spricht man von Honig aus FrĂŒhtracht oder Sommertracht. Wird ein Honig als Sortenhonig deklariert, muss er zu mehr als der HĂ€lfte aus dem Besuch einer einzigen BlĂŒtenart entstanden sein. BlĂŒtenhonigsorten sind zum Beispiel Kastanienhonig, Sonnenblumenhonig, Rapshonig, Heidehonig, Akazienhonig und Lavendelhonig. Daneben gibt es Mischhonige. Hier haben die Bienen von vielen verschiedenen BlĂŒten oder BĂ€umen Nektar aufgenommen. Mischhonige tragen keine Sorten- oder Herkunftsbestimmung und werden unter Namen wie SommerblĂŒtenhonig, Imkerhonig oder Bienenhonig verkauft.

Honigtau-Honig ist als Waldhonig oder Tannenhonig bekannt. FĂŒr ihn sammeln die Bienen die Ausscheidungen von BlattlĂ€usen und anderen Insekten. Die allein lebende Wildbiene stellt keinen Honig her. Sie verbraucht den Nektar direkt.

Rund 1 Kilogramm Honig hat jeder BundesbĂŒrger 2020 geschleckt.

Statista

Was ist Bio an Bio-Honig?

GrundsĂ€tzlich gilt fĂŒr Bio-Honig: Das Wachs fĂŒr die Waben kommt aus einer Bio-Imkerei. Zur BekĂ€mpfung des gefĂ€hrlichen Bienenfeinds, die Varroa-Milbe, sind nur wenige Mittel wie organische SĂ€uren erlaubt. Und: Damit Bienen genug Wintervorrat bleibt, entnehmen Bio-Imker ihrem Bien – so heißt ein Bienenvolk fachsprachlich – nicht den ganzen Honig und fĂŒttern, nur wenn nötig, Bio-Zucker zu.

Weil die weitfliegenden Bienen nicht wissen, wo Bio-BlĂŒten blĂŒhen, stellen Bio-Imker ihre BienenkĂ€sten auf oder in der NĂ€he von Bio-Höfen oder extensiv genutzten FlĂ€chen auf. Da aber viele Ackergifte mit dem Winde verwehen, ernten Bio-Imker mit ihrem Honig hin und wieder Spritzmittel. Initiativen wie die Aurelia-Stiftung fordern daher eine deutliche Reduktion von Pestiziden, nicht zuletzt, weil manche Mittel auch direkt den Bienen schaden.

Übrigens: Nur rund 3 Prozent der Bienenstöcke weltweit sind Bio. 41 Prozent davon stehen in Europa, 34 Prozent in Lateinamerika. Das Land mit den meisten Bio-Bienenstöcken ist Brasilien.

Richtlinien fĂŒr Bio-Honig

Die Richtlinien der AnbauverbĂ€nde Bioland, Naturland, GĂ€a, Biokreis Ostbayern und Biopark legen ihren Schwerpunkt auf die Betriebsweisen und die RĂŒckstandsfreiheit der Honige. Demeter verankerte in seinen Statuten zusĂ€tzlich die wesensgemĂ€ĂŸe Haltung der Bienen. In wichtigen Punkten aber stimmen die Richtlinien ĂŒberein:

  • Die BienenkĂ€sten sollen aus ökologischer Sicht möglichst das ganze Jahr ĂŒber am gleichen Ort bleiben. Es dĂŒrfen nur so viele Bienenvölker aufgestellt werden, dass die Versorgung mit Pollen und Nektar gesichert ist. Aufgrund der großen Bedeutung der BestĂ€ubung fĂŒr Kulturpflanzen wird eine flĂ€chendeckende Bienenhaltung angestrebt. Soweit möglich, sollen die Bienen ökologisch bewirtschaftete Felder anfliegen. Stark gespritzte FlĂ€chen, wie intensiv genutzte Obstbaumplantagen, sollen gemieden werden.
  • Die Bienenwohnung soll aus natĂŒrlichen Materialien wie Holz, Stroh oder Lehm gefertigt werden. Eine Innenbehandlung mit synthetischen Farb- oder Konservierungstoffen ist verboten. Der Außenanstrich muss aus natĂŒrlichen Stoffen bestehen. Zur Reinigung dĂŒrfen heißes Wasser, Hitze und mechanische Methoden angewendet werden.
  • MĂŒssen die Bienen im Sommer mangels Nahrung gefĂŒttert werden, darf das nur mit Honig geschehen. Jeder Zuckerzusatz ist verboten. Im Winter darf Zucker gefĂŒttert werden. Allerdings muss ein Mindestanteil von 10 Prozent Honig dabei sein.
  • Gentechnische Maßnahmen zur Vermehrung und die Verwendung gentechnisch manipulierter Bienen oder Kreuzungen mit wilden Bienenrassen wie der Mörderbiene sind verboten.
  • Die Anforderungen an die QualitĂ€t, den Wasser- und Enzymgehalt gehen ĂŒber die gesetzlichen Vorschriften hinaus.
  • Die Bienengesundheit ist in erster Linie auf die StĂ€rkung der SelbstheilungskrĂ€fte und die VitalitĂ€t der Völker ausgerichtet. Sind im Krankheitsfall Eingriffe nötig, sind einige Medikamente zugelassen. Im Falle der Varroamilbe dĂŒrfen Bio-Imker zum Beispiel auf AmeisensĂ€ure, MilchsĂ€ure, KrĂ€utertees und Ă€therische Öle zurĂŒckgreifen.

Autorin dieser Infobox: Astrid Wahrenberg

Warum wird Honig fest?

Jeder Honig ist beim Schleudern aus der Wabe zunĂ€chst klar und dickflĂŒssig. Fest wird er erst spĂ€ter. Das liegt hauptsĂ€chlich an seinen Zuckerbestandteilen Fruktose und Glukose. Überwiegt der Fruktosegehalt, bleibt ein Honig lĂ€nger flĂŒssig. Akazienhonig oder Tannenhonig zum Beispiel enthalten viel Fruktose, sie fließen monate- bis jahrelang. Raps- oder Kleehonig kristallisiert dagegen bereits nach wenigen Tagen. Diesen natĂŒrlichen Prozess nutzt man fĂŒr die Herstellung von cremigem Honig: Beginnt die Kristallisation, wird der Honig regelmĂ€ĂŸig gerĂŒhrt, bis er die gewĂŒnschte cremige Konsistenz bekommt. Schneller geht das, wenn Imker etwas sehr fein kristallisierten Honig der gleichen Sorte (Impfhonig) zugeben.

Kalte Temperaturen beschleunigen das Kandieren – mögt ihr festeren Honig, stellt das Glas also am besten in den KĂŒhlschrank. Wenn ihr es flĂŒssiger liebt, könnt ihr festen Honig im handwarmen (!) Wasserbad erwĂ€rmen. GrundsĂ€tzlich lĂ€sst Honig sich jahrelang lagern. Wichtig: Das Glas immer sehr gut verschließen, denn Honig zieht Feuchtigkeit aus der Luft an. Das kann zur GĂ€rung fĂŒhren, verursacht von natĂŒrlichen Hefen im Honig.

Ist mein Honig schlecht geworden?

Manchmal sieht ein Honig nach einiger Zeit im Glas seltsam aus: oben flĂŒssig, unten fest. Keine Sorge, er ist nicht schlecht geworden. Was dahinter steckt, erklĂ€rt euch unser Experte Klaus Hoyer von Hoyer Honig:

„Durch WĂ€rme können sich cremige Honige entmischen. Auf der OberflĂ€che des Honigs setzt sich dann eine flĂŒssige Schicht ab. Dieses PhĂ€nomen nennt man Phasentrennung. Die untere Schicht besteht ĂŒberwiegend aus Traubenzuckerkristallen, die obere Schicht aus einer Wasser-Fruchtzucker-Mischung. Bei wĂ€rmeren Lagerbedingungen, zum Beispiel im Sommer, lĂ€uft dieser Prozess schneller ab. Es handelt sich dabei also um einen rein optischen Mangel, der die Genießbarkeit des Honigs nicht beeintrĂ€chtigt. Durch krĂ€ftiges UmrĂŒhren und anschließende Lagerung im KĂŒhlschrank fĂŒr einige Tage lĂ€sst sich die ursprĂŒngliche Konsistenz wieder herstellen.“

3 Produkt-Tipps mit Honig

Produkte mit Honig
  1. Aufs Brot: Cremig-milder ZiegenfrischkĂ€se trifft auf Olivenöl, Curry, SchwarzkĂŒmmel und ... Honig. „Curry-Honig“ von Monte Ziego
  2. Zum Backen: Feines Marzipan nur aus Mandeln und Honig. Zum (Oster-) Backen und fĂŒr Desserts. „Honig-Marzipan“ von Rapunzel
  3. FĂŒrs MĂŒsli: Geröstete Vollkorn-Hirse als honigsĂŒĂŸe MĂŒsli-Zugabe oder Torten-Topping. „Hirse-Poppies“ von Allos

Ist Honig gesund?

Fakt ist: Honig besteht zu rund 80 Prozent aus Zuckerstoffen und davon sollte Mensch nicht zu viel essen. Andererseits bringt Honig etwa 180 nachgewiesene Begleitstoffe mit, wie Enzyme, Mineralstoffe, organische SĂ€uren und jede Menge Aromastoffe. Nicht zuletzt ihretwegen ist honigsĂŒĂŸ so viel aromatischer als zuckersĂŒĂŸ – und kann letztlich bewusst an SĂŒĂŸem sparen helfen. Außerdem werden Honig wegen enthaltener antibakterieller Stoffe heilende Wirkungen zugeschrieben. Als Superstar gilt echter Manukahonig mit seinem Wirkstoff Methylglyoxal.

Und noch ein Gesund-Tipp: In Kombination mit warmer Milch soll Honig helfen, besser einzuschlafen. Die Wirkung wird zurĂŒckgefĂŒhrt auf die AminosĂ€ure Tryptophan. Sojadrink mit Honig geht da mindestens genauso gut, er enthĂ€lt mehr Tryptophan als Milch!

Neben Honig gibt es noch viele andere Alternativen zu Zucker. Welche wann am Besten ist, lest ihr hier:

SĂŒĂŸe Alternative: Was ersetzt Zucker am Besten?

Bio-Honig aus Deutschland und der Welt

Weil wir Deutschen Honig so lieben, reicht die hier produzierte Menge bei weitem nicht aus. Noch dazu, wenn es so ein schweres Jahr fĂŒr die Honigbienen war wie 2021 – zu kalt und zu nass. Keine Frage: Wer Honig aus Deutschland kauft, unterstĂŒtzt die heimische Imkerei und mit ihrer BestĂ€ubungsleistung am Ende auch die deutschen Obstbauern.

Doch manche Sorten gibt es hierzulande nicht. So wie OrangenblĂŒten-, Eukalyptus-, Yukatan- oder Manukahonig. Manche Anbieter vergleichen das Spektrum an Honig mit dem von Weinen. Es lohnt sich immer, nach SpezialitĂ€ten Ausschau zu halten. Wegen verschobener BlĂŒtezeit und mehr Kornblumen auf den Feldern hatten manche Imker in 2021 zum Beispiel Kornblumenhonig im Sortiment.

Apropos Wein: Kennt ihr Met? Das ist mehr als die Lösung mit drei Buchstaben in vielen KreuzwortrÀtseln. Und wird mit nur einem t geschrieben, sonst wÀre es kein Honigwein ...

Met: Göttertrank aus Wasser und Honig
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Kommentare

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RedaktionLeserservice Schrot&Korn -

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