Abnehmen mit Apfelessig?
Wenn es so einfach wäre ... Ja, es gibt Studien, die besagen, dass Apfelessig beim Abnehmen helfen kann. Demnach soll Apfelessig die Magenentleerung verzögern, sodass man sich länger satt fühlt. Auch wird spekuliert, dass Apfelessig die Insulinausschüttung fördert, den Fettabbau unterstützt und den Energieverbrauch ankurbelt. Zumindest sanken die morgendlichen Blutzucker- und Blutfettwerte der Proband:innen. Allerdings gibt es zur Aussagekraft der Studien unterschiedliche Ansichten. Denn es nahmen nur wenige Menschen teil, sie dauerten jeweils nur kurz und teilweise waren die Ergebnisse widersprüchlich. Zum Abnehmen gehört einfach mehr als ein Glas Apfelessig-Trunk. Eine Ernährungsumstellung in jedem Fall. Doch auch wenn der Hype manchmal schneller ist als die Studienlage: Es spricht nichts gegen Apfelessig als Sommerdrink – erfrischend ist er allemal. Und erfahrungsgemäß kurbelt so ein Glas am Morgen ganz gut die Verdauung an.
Was Essig sonst noch kann
Feststeht: Seit Jahrhunderten wird Apfelessig für Gesundheit, Schönheit und Küche geschätzt. Alte Grabbeigaben zeugen davon, dass schon die alten Ägypter fermentierte Flüssigkeiten zur Konservierung nutzten. Hippokrates empfahl Apfelessig als Mittel zur Reinigung von Wunden und in den 1950er-Jahren war er als Morgenkur beliebt.
Morgenroutine: Essigtrunk nach D.C. Jarvis
Der amerikanische Arzt empfahl als Stärkungsmittel: Ein Glas (250 Milliliter) Wasser mit zwei Teelöffeln Apfelessig und einem Teelöffel Honig mixen und 20 Minuten vor dem Frühstück trinken.
Beachtet dabei: Wer Apfelessig als Kur ausprobieren möchte, sollte ihn nicht unverdünnt trinken. In purer Form greift seine Säure den Zahnschmelz an und kann die Schleimhäute in Mund und Speiseröhre reizen. So wird aus dem Klassiker von Jarvis ein erfrischender Sommerdrink:
Sommerdrink mit Apfelessig
1 Stück Ingwerknolle (daumengroß)
1 l Wasser, 100 ml Apfelessig
5 EL Honig, 100 ml Zitronensaft
Sprudelwasser und Eiswürfel nach Gusto
- Ingwer schälen, zerkleinern und im Wasser 2 Min. köcheln.
- 20 Min. ziehen, abkühlen lassen und abseihen.
- Mit Apfelessig, Honig, Zitronensaft, Sprudelwasser und Eiswürfeln nach Gusto auffüllen.
Extra-Tipp: Gibt‘s im Bio-Laden auch fertig als praktischen Shot.
Aus Apfel wird Essig
Viele Bio-Apfelessige stammen von Streuobstwiesen oder kleinen Mostereien. Das schützt die Biodiversität, erhält alte Apfelsorten und stärkt regionale Wertschöpfung. Versteht sich, dass für Bio-Apfelessig nur Bio-Äpfel verwendet werden – chemisch-synthetische Pestizide sind bei deren Anbau tabu. Die Herstellung ist ein traditioneller Prozess: Erst vergären Hefen den Fruchtzucker in frisch gepresstem Apfelsaft zu Alkohol. Danach übernehmen Essigsäurebakterien – aus dem Apfelwein wird durch natürliche Fermentation mithilfe von Sauerstoff Essig.
Bio-Apfelessig darf nicht mit Schwefel behandelt werden. Bio-Produkte werden zudem nicht pasteurisiert, naturtrübe auch nicht gefiltert. Viele klare Bio-Essige sind außerdem vegan, da die Anbieter bewusst auf eiweißhaltige Klärmittel verzichten.
Apfelessig im Bio-Laden: Produkt-Tipps
Schlieren im Essig? Das steckt dahinter
Grundsätzlich sind Bio-Essige so naturbelassen, dass die Essigsäurebakterien weiter aktiv bleiben. Sichtbar wird das manchmal an braunen Schlieren oder einer gallertartigen Masse im Essig – der sogenannten Essigmutter. Das bedeutet keinen Qualitätsverlust, im Gegenteil: diese sogenannte „Essigmutter“enthält lebende Essigbakterien, Eisen sowie Verbindungen mit zellschützendem Effekt. Die „Mutter“ also gerne mitverwenden. In der konventionellen Essigherstellung werden die Bakterien häufig durch Zugabe von Schwefel oder Antioxidationsmitteln kontrolliert, um ihre Vermehrung und damit die Bildung einer Essigmutter zu verhindern.
5 Prozent beträgt der Säuregehalt von Apfelessig. Damit ist er milder als andere Essigsorten wie Weißwein- oder Branntweinessig. Apfelessig ist gut verträglich und trotzdem gut haltbar. So gut, dass er in Bio ohne Konservierungsstoffe wie Schwefelverbindungen auskommt. In konventionellem Apfelessig finden die sich dagegen immer wieder.
Natürlich pflegen mit Apfelessig
Nach dem Haarewaschen hilft eine Spülung aus einem Schuss Apfelessig in einem Liter Wasser dabei, Rückstände von Shampoo und Kalk zu entfernen – das glättet die Haaroberfläche und kann juckender Kopfhaut sowie fettenden Ansätzen entgegenwirken. Nicht ausspülen, der Essiggeruch verfliegt schnell.
Schnelle Hilfe bei Mückenstichen: Die Stelle mit Apfelessig betupfen. Das kühlt und lindert den Juckreiz. Sommer-Tipp: Ein Schraubfläschchen für alle Fälle in den Picknickkorb legen. Bei Bedarf mit Wasser verdünnen.
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