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Akazienhonig: Das macht ihn besonders

Bienen fliegen auf die duftenden Akazienblüten – und wir auf ihren klaren, sanft-fließenden Honig. Der eigentlich ganz anders heißen müsste.

Astrid Wahrenberg
Astrid Wahrenberg

Wer im Frühsommer in der Nähe blühender Akazienwälder unterwegs ist, kann schon von Weitem einen betörenden Duft wahrnehmen. Er steigt aus Tausenden von Blüten auf und parfümiert die Luft regelrecht. Ein Duft, auf den auch Bienen – und Imker – fliegen. Aus ganz Deutschland fahren sie ihre Bienenstöcke in die großen Trachtgebiete in Brandenburg, Sachsen, Thüringen und dem Saarland. In Ungarn, Rumänien und Bulgarien prägt die Akazie ganze Landschaften, ebenso in China. Wo sie wächst, haben die Bienen reichlich zu schlecken, denn die Akazie gehört zu den nektar-reichsten Pflanzen. Allerdings fließt der süße Saft erst bei höheren Temperaturen. Regnet es stark, kann die Nektarernte von heute auf morgen schon wieder vorbei sein. In manchen Jahren fällt die Ernte daher komplett aus.

Akazienhonig aus den Blüten der Robinie

Genau genommen ist die mitteleuropäische Akazie eine Robinie (auch Scheinakazie oder falsche Akazie), die vor 300 Jahren als Zierpflanze aus Nordamerika nach Europa kam. Ganz korrekt müsste etwa deutscher Akazienhonig also Robinienhonig heißen, er darf sich aber hierzulande Akazienhonig nennen und hat ein vergleichbares Aroma.

Damit sich ein Honig Akazienhonig nennen darf, muss er vollständig oder überwiegend aus den Blüten oder Pflanzen der Akazie oder der Robinie stammen. Das klappt, weil Bienen sich von Natur aus für die ertragreichste Nektarquelle in ihrer Umgebung entscheiden. Haben sie dann erst einmal verstanden, wie die Blüte beerntet wird, perfektionieren sie die Methode. Weniger lohnende Quellen beachten sie daher kaum.

Konsistenz und Geschmack: Charakteristika von Akazienhonig

Akazien und Robinien haben einen besonders hohen Pollen- und Nektargehalt, deshalb werden sie auch als Bienenweide bezeichnet. Die Bienenvölker stellen aus dem Nektar einen Blütenhonig mit besonderen Qualitäten her:

Die flüssige Konsistenz

Akazienhonig bleibt monatelang flüssig, das ist charakteristisch und liegt am hohen Fruchtzuckeranteil. Überwiegt der Gehalt an Fruktose in einem Honig im Verhältnis zur Glukose, bleibt er länger flüssig.

Milder Geschmack

Mit mildem Geschmack und der flüssigen Konsistenz eignet sich Akazienhonig zum Süßen von Desserts, Kuchen, Tee und zum Abschmecken von Salatsoßen. Die Süßkraft ist stärker als die von Zucker, daher zurückhaltend dosieren.

Die hellgelbe Farbe

Akazienhonig hat eine hellgelbe bis goldgelbe Farbe und klare Konsistenz.

Wann ist Akazienhonig bio?

Mit ihrem Honig ernten Imker inzwischen auch immer wieder Spritzmittel, ein großes Thema für die Bio-Imkerei. In Akazienwäldern müssen Bio-Imker zumindest keinen unmittelbaren Pestizideinsatz fürchten. Grundsätzlich schreibt die EU-Öko-Verordnung vor, dass sich der Standort von Bienenstöcken „in ausreichender Entfernung von Verschmutzungsquellen befindet, die die Imkereierzeugnisse kontaminieren oder die Gesundheit der Bienen beeinträchtigen können.“ In konventionellen Obstplantagen, wo häufig gegen Schädlinge und Unkraut gespritzt wird, stellen Bio-Imker ihre Bienenkisten gar nicht erst auf.

Weil sich der Bienenflug nicht steuern lässt, sprechen manche Imker statt von Bio-Honig gern von Honig aus ökologischer Haltung. Das bedeutet zum Beispiel: Die Bienenwohnung darf nur aus natürlichen Materialien wie Holz bestehen. Kunststoffkisten sind verboten. Das Bienenwachs in der Bienenwohnung kommt aus dem eigenen Betrieb oder einer anderen Bio-Imkerei. Altes Wachs erneuern Bio-Imker regelmäßig, denn es speichert fettlösliche Giftstoffe, zum Beispiel Pestizide aus der Landwirtschaft. Als Behandlungsmittel gegen die Varroamilbe sind nur wenige Mittel, etwa organische Säuren, erlaubt. Ein Teil des Honigs bleibt den Bienen als Winterfutter. Zusätzlich füttern Bio-Imker Öko-Zucker.

Für die Qualität der Bio-Honige spricht auch, dass die Imkerei einmal im Jahr durch staatlich zugelassene Zertifizierer kontrolliert wird. Sie nehmen zudem regelmäßig Honig- und Wachsproben. Große Honig-Firmen, insbesondere solche, die ausländischen Honig kaufen, geben eigene Laboranalysen in Auftrag.

Mehr dazu lest ihr hier:

Akazienhonig richtig aufbewahren

Akazienhonig ist ein naturbelassenes Produkt. Wärme und Licht schaden den Inhaltsstoffen. Daher müsste Akazienhonig wie alle anderen Honigsorten eigentlich in undurchsichtigen Gläsern verkauft werden. Aber wer würde bei so einem Honig zugreifen? Die Mindesthaltbarkeit liegt meist bei zwei Jahren. Dafür muss er kühl und dunkel aufbewahrt werden. Wichtig: Das geöffnete Glas immer sehr gut verschließen. Honig zieht Feuchtigkeit aus der Luft an, das kann zur alkoholischen Gärung führen.

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