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Weltvegantag: Fünf vegane Pflanzendrinks

Vegane Milch-Alternativen © shutterstock / Antonina Vlasova
Die Auswahl an veganen Milch-Alternativen ist vielseitig. © shutterstock / Antonina Vlasova

Vegane Milchalternativen gibt es mittlerweile in Hülle und Fülle – unterscheiden sich aber sehr in Geschmack, Einsatz und Preis. Diese fünf Pflanzendrinks eignen sich besonders gut als Alternative zur Kuhmilch im Kaffee. 

Der morgendliche Cappuccino gehört für viele Menschen zur Routine wie die Butter unter der Marmelade. Da gibt es nur einen Haken: Diese Kuhmilch im Kaffee. Die rundet den kräftigen Bohnengeschmack zwar angenehm ab - sorgt allerdings auch oft für Unwohlsein und schlechtes Gewissen. 

Die Milchproduktion in Deutschland ist größtenteils industrialisiert. Eine gezüchtete Hochleistungskuh gibt heute im Durchschnitt 20.000 Liter Milch im Jahr: Vor dreißig Jahren war es noch die Hälfte. Die Leistung einer Milchkuh hat sich somit verdoppelt. Und das nicht auf natürlichem Wege.

Unter anderem werden die weiblichen Kühe in Mastbetrieben immer wieder befruchtet, damit sie stetig Milch geben können. Antibiotika und weitere Futterzusätze bringen die Kühe dazu, trotz ständiger Hochleistung gesund zu bleiben. Die männlichen Bullen werden hingegen entsorgt, da sie in diesem System unwirtschaftlich sind. Das sind nur wenige von vielen Missständen, die es in der Milchviehhaltung gibt.

Außerdem steht es auch zur Debatte, wie gesund Kuhmilch für den menschlichen Körper ist. Einige Studien zeigen, dass der Konsum von Milch das Risiko auf Krebs erhöht, andere das Gegenteil. Wie immer heißt es: Die Masse macht das Gift. Wer also ab und zu, auf den gewöhnlichen Milchkaffee verzichten und etwas neues ausprobieren möchte, dem seien folgende Möglichkeiten gegeben:

1. Soja-Drink

Der Soja-Drink ist wohl der bekannteste und günstigste unter den Milchalternativen im Kaffee. Der Drink besteht aus gekochten und ausgepressten Sojabohnen, die sehr Eiweißhaltig ist und sich somit gut zum Schäumen eignet. Oft ist der Drink noch mit Calcium und anderen Vitaminen angereichtert, weshalb er eine gute Nähstoffquelle für Veganer*innen und Vegetarier*innen darstellt.

Viele Soja-Drinks bringen einen bohnigen Geschmack mit sich, der den Kaffee etwas holzig schmecken lässt – besonders bei ungesüssten Drinks ist das der Fall. Mittlerweile stellen viele Marken jedoch extra Soja-Drinks für Kaffeespezialitäten her, die diesen Beigeschmack verhindern und die perfekt samtige Schaum-Kaffee-Konsistenz hervorrufen.

Aus ökologischer Perspektive sind die meisten Soja-Drinks besser, als ihr Ruf es verspricht. Kritiker*innen behaupten, dass für Sojabohnen Regenwald in Südamerika platt gemacht werden.  Studien des WWF besagen allerdings, dass nur 10 Prozent des Soja aus Brasilien weltweit zu Lebensmitteln verarbeitet werden. Die Bohnen in biologisch produzierten Soja-Drinks stammen größtenteils aus Europa.

2. Hafer-Drink

Der Drink aus Hafer wird aus fermentiertem Getreide oder Mehl hergestellt und gehört ähnlich wie der Soja-Drink zu den günstigen Milchalternativen. Wer mag, kann den Hafer-Drink auch relativ unkompliziert selbst herstellen. Hafer ist reich an Mineral- und Ballaststoffen und lässt sich aufgrund zugefügter Fette und Proteine gut aufschäumen.

Zudem bringt der Hafer eine süßliche Note mit, die hellere Kaffeeröstungen schnell übertüncht. Wer den Cappuccino allerdings süß und milchig mag, ist mit dem Hafer-Drink gut bedient – die starken Kaffeetrinker eher nicht. Da  Hafer in Europa angebaut wird und EU-weit auch frei von Gentechnik ist, stellt der Drink keinen Nachteil für die Umwelt dar.

3. Reis-Drink

Der Reis-Drink ist wie der Hafer-Drink eine Getreidemilch, die aus Vollkornreis und Wasser besteht, die zum Andicken mit Öl emulgiert wird. Dennoch ist der Drink eine sehr wässrige Alternative, was vielen Kaffeeliebhaber missfallen sollte. Auch für die Schaumproduktion eignet sich der Reis-Drink nicht, da der Eiweißgehalt sehr niedrig ist.

Oft setzen die Hersteller Vitamine oder Calcium zu, weil der Reis-Drink arm an Nährstoffen und Vitaminen ist. Der Vorteil des Reis-Drinks ist, dass er kaum Eigengeschmack mit sich bringt und den Kaffeegeschmack nicht unterdrückt.

Beim Einkauf des Hafer-Drink sollte auf die Herkunft und Herstellung des Produktes geachtet werden. So kann der Reis sowohl aus Asien, als auch aus Europa stammen, was für den Transport und Verbrauch von Treibhausgasen einen erheblichen Unterschied darstellt. Biologische Reis-Drinks werden allerdings meist aus Reis produziert, der in Italien, größter Reisproduzent Europas, oder Spanien angebaut wird. Preislich unterscheidet er sich kaum von Soja- und Haferrinks.

4. Dinkel-Mandel-Drink

Der Dinkel-Mandel-Drink ist eine sehr reichhaltige Milchalternative im Vergleich zu Hafer-, Soja, und Reis-Drink. Die Milchalternative besteht aus Dinkel-Drink gemischt mit einem Drink aus gemahlenen Mandeln, die in Wasser eingeweicht, gekocht und dann gefiltert werden.

Die Mandeln bringen einen nussigen Geschmack und gesunde Fette mit, der Dinkel die Süße. Durch den hohen Protein- und Fettgehalt lässt sich der Drink zum optimalen Milchschaum schlagen. Der Dinkel-Mandel-Cappuccino nimmt eine angenehme Karamellnote an und schmeckt kaum nach Getreide.

Umweltfreundlich ist der Drink allerdings weniger: Mandeln werden hauptsächlich in den USA angebaut und müssen deshalb importiert werden. Zwar wachsen auch in Europa Mandelbäume, diese werden allerdings hauptsächlich in Monokulturen anbgebaut. Das zeigt sich auch am Preis: Wer den Dinkel-Mandel-Drink geniessen möchte, zahlt rund das Doppelte von herkömmlichen Milchalternativen. Dafür macht sich der Drink sowohl im Kaffee, als auch in Smoothies sehr gut.

5. Haselnuss-Drink

Wer gerne Mandel- oder Cashew-Drink trinkt und Nüsse snackt, der sollte auch mit dem Haselnuss-Drink zufrieden sein. Ähnlich wie der andere Nuss-Drinks besteht der Haselnuss-Drink aus gekochten und gefilterten Nüssen. Der kräftige Haselnussgeschmack bringt eine aromatische Eigennote im Kaffee mit.

Die Schaumqualität ist dagegen eher schlecht bis grobporig im Gegensatz zum festen Schaum aus Dinkel- oder Soja-Drink. Wie der Mandel-Drink ist auch der Haselnuss-Drink weniger süß, enthält dafür aber gute Fetten. Dennoch ist der Drink lange nicht so reichhaltig wie andere Nuss-Drinks. Oft setzen die Hersteller süßliche Aromen hinzu.

Aus der ökologischen Perspektive ist der Haselnuss-Drink ähnlich kritisch zu betrachten wie die Mandelmilch. Auch preislich machen sich die Nüsse im Drink bemerkbar.

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Text: Tasnim Rödder

Veröffentlicht:
Rubrik: Ernährung

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