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Kostbare Tropfen

SPEISEÖL Bei diesen Spezialitäten können Flaschen und Dosen gerne mal Kopf stehen. Denn hier gilt es, den Geschmack bis zum Letzten auszukosten. // Brigitte Sager-Krauss

Arganöl

Arganöl (© Tabea Mathern/bio verlag)
(© Tabea Mathern/bio verlag)

Geschützt und kostbar

Orientalische Note mit zart-nussigem Aroma gewünscht? Mit Arganöl in sparsamer Dosierung gut möglich. Das goldgelbe, aromaintensive Öl ist mit über 80 Prozent ungesättigten Fettsäuren – hauptsächlich Öl- und Linolsäure – und einer guten Portion zellschützendem Vitamin E sowie verschiedenen bioaktiven Phytosterinen ein wahrer Schatz. Die Arganbäume in biologischer Kultur wachsen allein im südwestlichen Marokko unter strengem Schutz der UNESCO.

  • Die Samen der Früchte werden in Handarbeit gewonnen und das Öl schonend kalt gepresst. Es gibt das Bio-Öl „nativ“ oder aus pfannengerösteten Kernen. Besonders aromatisch jetzt im Winter: ein Löffelchen als Zugabe ins fertig gegarte Linsengericht.

Hanföl

Hanföl (© Tabea Mathern/bio verlag)
(© Tabea Mathern/bio verlag)

Grünes Gold

Nutzhanf ist im Kommen. Besonders wertvoll sind die Saaten dieser Rauschmittel-freien Pflanzen. Deren Öl kann guten Gewissens im Essen landen. Belohnt werden Körper und Gaumen zugleich: Der hohe Gehalt an Linol- und Alpha-Linolensäure im Verhältnis von 3:1 macht das grün-goldene Hanföl ernährungsphysiologisch unschlagbar. Das nussig-frische Aroma mit kräutriger Note passt hervorragend in Salatdressings und Marinaden.

  • Besser nur kalt! Hanföl behält seine wertvollen Inhalte am ehesten in der kalten Küche. Nach Herstellerangaben auch zum Dünsten und Dämpfen geeignet, dabei aber nicht über 120 Grad Celsius erhitzen.

Kokosöl

Kokosöl (© Tabea Mathern/bio verlag)
(© Tabea Mathern/bio verlag)

Dufte Sache

Die Optik täuscht: Im Regal steht Kokosöl meist im Glas als marmoriert-weißliches Fett. Trotzdem ist es Öl. Es enthält mittelkettige Fettsäuren, beispielsweise Capryl-, Caprin- und Laurinsäure. Die sorgen dafür, dass das ungehärtete Bio-Fett bereits bei Zimmertemperatur fest ist. Die gesättigten Fettsäuren galten lange Zeit als ungesund, sind aber mittlerweile ernährungswissenschaftlich rehabilitiert. Weiterer Vorteil: gut für die heiße Küche.

  • Die beste Qualität hat möglichst erntefrisch gepresstes Kokosöl. Besonders verführerisch ist der feine Kokosduft, der sich sehr gut für asiatische Rezepturen eignet. Wer den nicht mag, kann auf schonend desodoriertes Bio-Kokosfett ausweichen.

Kürbiskernöl

Kürbiskernöl (© Tabea Mathern/bio verlag)
(© Tabea Mathern/bio verlag)

Kerngesunder Allrounder

Ein richtiger Dickkopf ist er, der steirische Kürbis, und er hat es ganz schön in sich: Seine schalenlosen Kerne spenden aus kalter Pressung ein herzhaftes Öl mit unverwechselbarer Kürbiskern-Note. Ungefähr 30 Kürbisse braucht es, um einen Liter Kürbisöl zu pressen. Linolsäure und Phytosterine machen den Wert des Öls aus, dem auch immun- und prostatastärkende Effekte zugeschrieben werden.

  • Ganz schön viel Aroma: ein paar Tropfen Kürbiskernöl über warme Pellkartoffeln, über ein Stück gebratenen Ziegenkäse oder in die Kürbissuppe … mmh! Besonders gut kommt der Geschmack in der gerösteten Öl-Variante hervor. Wichtig: Kürbiskernöl besser nicht erhitzen.

Leindotteröl

Leindotteröl (© Tabea Mathern/bio verlag)
(© Tabea Mathern/bio verlag)

Klassik auf Neu

Sie denken an blau blühenden Lein? Falsche Fährte. Leindotter ist eine andere, filigrane Pflanze mit gelblichen Blüten und zarten Samenkapseln. Sie kannte zu Uromas Zeiten noch jedes Kind. Gut, dass in französischen, aber zunehmend auch deutschen Landstrichen Leindotter wieder angebaut wird. Die unempfindliche Pflanze eignet sich perfekt für den Bio-Anbau in Mischkultur.

  • Leindotteröl ist goldgelb und von unverwechselbarer erbsig-frischer Geschmacksnote. Das Fettsäureprofil: Etwa 1/3 einfach ungesättigt und 2/3 mehrfach ungesättigt, davon die Hälfte wertvolle Alpha-Linolensäure. Ergänzt sehr gut alle Arten von Gemüsegerichten und sollte nach dem Kochen zugegeben werden.

Sesamöl

Sesamöl (© Tabea Mathern/bio verlag)
(© Tabea Mathern/bio verlag)

Märchenhaft in der Küche

Sesam offenbare deine Kostbarkeit: Das typische Aroma von Sesamöl passt perfekt zur asiatischen Küche und sehr gut zu Desserts. Das Öl gibt es in heller nativer oder in gerösteter dunklerer Variante. Zum Dünsten und Braten sollten helles Sesamöl und niedrige Temperaturen genutzt werden. Die Sesamsaaten stammen meist aus dem Bio-Anbau ferner Länder wie Burkina Faso, Mali, USA … teilweise aber auch aus Europa.

  • Ein ausgewogenes Verhältnis von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist eine der Stärken von Sesamöl. Außerdem drin: Sesamolin und Sesamin – zwei spezielle Inhaltsstoffe, denen zellschützende Effekte zugeschrieben werden.

Fettsäuren

Abwechslung ist Trumpf

Ein ausgewogener Mix von Fettsäuren unterstützt gesunde Blutfettwerte und ein ausgeglichenes Hormonsystem. Besonders wichtig: Omega-3-Fettsäuren, zum Beispiel Alpha-Linolensäure, sie fehlen häufig auf dem Speiseplan. Ein Verhältnis von Omega-6 (wie Linolsäure) zu Omega-3 von 5:1 oder niedriger gilt als optimal. Grundsätzlich: nicht nur auf ein Öl setzen, sondern immer wieder wechseln.

Erschienen in Ausgabe 11/2016
Rubrik: Ernährung

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