Herausgepickt: Kleine Superhelden - Schrot und Korn

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Herausgepickt: Kleine Superhelden

Ob rot, orange, blau oder violett: Sie sind einfach super, diese beerigen Vitalstoffbomben – sowohl aus heimischer Ernte als auch aus Übersee. Am besten jede mal probieren! // Brigitte Sager-Krauss

ORAC: Mit Farbe gegen Radikale

Was Beerenobst so wertvoll macht, ist neben ihren Nährstoffen ihre Farbe. Die stammt zumeist aus Anthocyanen, welche gemeinsam mit den Flavonoiden sehr erfolgreich sind, wenn es darum geht, die Körperzellen vor Umweltgiften und zellschädigenden Radikalen zu schützen. Unter anderem gelten sie als krebsvorbeugend und herzschützend. Maßeinheit für diese Fähigkeit ist der sogenannte ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorption Capacity/100g).

Aronia – Saure Früchtchen mit hohem Potenzial

Die Aronia (Apfelbeere) ist „der“ Newcomer im Saft-Sortiment aus europäischem Anbau. Erfrischend einprägsam ist bereits der erste Schluck: Gerbstoffe und Fruchtsäuren der Aronia-Beere lassen die Gesichts-Mimik selten entspannt. Zusammen mit den Vitaminen, Mineralien und farbgebenden Anthocyanen machen diese bio-aktiven Inhalte die Aronia so wertvoll. Aronia bietet Vielfalt: Neben dem reinen Saft gibt es z.B. Sirup, Wein oder schokolierte getrocknete Früchte.

Hauptanbaugebiete der Aronia liegen in Ost-Europa. Aber auch hierzulande, z.B. in Thüringen, gibt es mittlerweile fruchtbare Aronia-Strauch-Plantagen für Produkte in Bio-Qualität. ORAC der Beere: ca. 16 000 

Sanddorn – Herb und bewährt: Zitrone des Nordens

Sanddorn gehört zu den „Oldies“ unter den Beeren mit antioxidativem Potenzial: Schon seit Jahrzehnten sind Direktsaft und Fruchtaufstrich beliebt. Bekannt ist er vor allem wegen des sehr hohen Vitamin-C-Gehalts: bereits drei Esslöffel Saft decken den Tagesbedarf. Geerntet wird die Sanddornfrucht für Bio-Produkte im Spätsommer in Beständen rund um die Ostsee. Kurze Wege bis zur Verarbeitung sowie schonende Herstellungsweisen garantieren Geschmack und hohe Nährstoffgehalte.

In Kombination mit milden Früchten, z.B. Aprikose, als Fruchtaufstrich ist Sanddorn der Hit auf dem Frühstücksbrot. Sanddorn-Direktsaft ist eine beliebte Vitamin-C-Nahrungsergänzung. ORAC im Saft: ca. 2 700

Heidelbeeren – Blaue Waldfrucht: nur wild so wertvoll

Das süß-säuerliche Aroma der Heidelbeere (Blaubeere) ist unverwechselbar  und weithin geliebt. Die niedrigen etwa bis zu einem Meter hohen Sträucher wachsen wild bevorzugt in feucht-moosigen Heidewäldern. Hier können sie besser noch als Kulturheidelbeeren ihre volle Palette an Vitaminen, Antioxidantien sowie Gerbstoffen bilden. Für Säfte, Fruchtaufstriche und getrocknete Beeren im Bio-Handel werden bevorzugt wildwachsende Sorten verwendet.

Myritillin, das ist ein Farbstoff, mit dem die blauen Früchtchen im Körper gegen Alterungsprozesse trumpfen. Ein weiteres Plus: Gerbstoffe, die gegen Darmkeim-Attacken helfen. ORAC der Blaubeere, wild: ca. 9 800

Physalis – Leuchtende Lampions: die Frucht vom Kap

Andenfrucht, dieser Name der Physalis (auch Kapstachelbeere) lässt bereits erahnen, wo ihre Ursprünge liegen: in Südamerika. Heutzutage wird sie allerdings auch sehr erfolgreich in Afrika kultiviert. Die feinsäuerlichen Physalis sind beliebt als frische Frucht, werden aber für das Bio-Sortiment auch direkt nach der Ernte schonend getrocknet und sind beliebte Zutat für die Rohkostküche. Der hohe Gehalt an ß-Carotin, Vitamin C und E sowie Antioxidantien bleibt dabei weitgehend erhalten.

Die reife Frucht ziert mit ihren zarten Blütenblättern häufig das ein oder andere Dessert. Toll, dass auch die Inhalte stimmen: viel Vitamin C, E, Carotinoide und Eisen und jede Menge bioaktiver Substanzen.

Cranberry – Starke rote Früchtchen aus Übersee

Die kanadische Kranichbeere (Cranberry) ist die große Schwester der hier heimischen Preiselbeere. Ebenso wie diese hat sie sich als Superfrucht vor allem deswegen etabliert, weil sie Harnwegsinfekte positiv beeinflusst. Für die antibakterielle Wirkung verantwortlich sind wahrscheinlich farblose Bitterstoffe, die Proanthocyanidine, die reichlich im konzentrierten Saft vorhanden sind. Beliebt sind ungeschwefelte, getrocknete, die Bio-Cranberrys auch als saftig-säuerliche Snack-Alternative.

Zur Ernte der Super-Kranichbeeren werden die strauchbewachsenen Felder geflutet, die Beeren schwimmen oben und werden abgeschöpft. Das ist schonender als maschinelles Rupfen. ORAC der Beere: ca. 9 500

Acai – Besonderer Schatz: Beeren vom Amazonas

Im tropischen Regenwald an der Kohl-Palme gewachsen, gereift und per Hand geerntet: Für die Einwohner Amazoniens gehört die Acai-Beere bereits seit Urzeiten zum alltäglich nahrhaften Speiseplan. Bei uns gibt es die dunkelblaue Beere mit leicht schokoladigem Aroma nicht frisch, dafür als Saft oder Pulver, denn sie ist leicht verderblich.
Das Besondere der Beere: neben vielen Vitaminen und Mineralstoffen liefert sie Eiweiß und eine geballte Ladung an wirkungsvollen Antioxidantien.

Die Acai besteht zu etwa einem Fünftel aus Fruchtfleisch mit Schale, den Hauptteil macht der Kern aus. Das leicht verderbliche Fruchtmark wird direkt nach der Ernte gefriergetrocknet. ORAC, Acai-Saft: ca. 2 000

Goji – Geheimtipp aus Asien: belebend süß

In China und Tibet ist die Goji-Beere, die auch Wolfsbeere benannt wird, bereits seit Jahrtausenden Zutat für zahlreiche Gerichte. Dort liegt auch ihr Hauptanbau. Seit ein paar Jahren hat sie – vor allem als Trockenfrucht, aber auch als Saft – den Sprung in die westliche Welt getan. Das Benefit der leicht säuerlich, mehr süß schmeckenden Beere: viele Vitamine, vor allem Beta-Carotin und B-Vitamine und ein hohes Maß an verschiedenen Antioxidantien, die Fitness und Infektabwehr stützen.

Auch die Traditionelle Chinesische Medizin arbeitet seit Langem mit der hellroten Beerenfrucht. Anwendung bei Augenproblemen, hohem Blutdruck und verminderter Infektabwehr. ORAC der Beere: ca. 3 300.

Erschienen in Ausgabe 09/2014
Rubrik: Ernährung

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Ein ganz besonderes starkes Antioxidans ist das Traubenkernmehl. Hier wirkt vor allem das OPC . Das ist der natürliche, antioxidative Wirkstoff aus den Traubenkernen. Also, beim nächsten Einkauf lieber zu den Trauben mit den Kernen greifen.