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Regeln: Was wir essen sollen

DGE © criene-Photocase
Experten haben neue Regeln für unser tägliches Essen. © criene-Photocase

ERNÄHRUNG Die DGE hat ihre Empfehlungen für unser tägliches Essen und Trinken aktualisiert. Umweltaspekte fallen jetzt unter den Tisch. Stefan Weigt

Brot, Möhren, Steak oder Linsen – in ihren Verhaltensregeln zur Ernährung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) seit 1956, was am besten auf deutschen Tellern landen sollte. Letztes Jahr wurden die zehn Regeln dem aktuellen Forschungsstand angepasst.

Gemüse und Obst werden jetzt noch vor Getreideprodukten als erste Lebensmittelgruppe empfohlen. Zudem wurde die bisherige Empfehlung präzisiert, täglich fünf Portionen Gemüse und Obst zu essen. So sollen es mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst sein. Hintergrund dieser Gewichtung ist, dass ein hoher Obstverzehr und der damit verbundene hohe Konsum von Fruchtzucker zu Übergewicht beitragen können. Auch Hülsenfrüchte und ungesalzene Nüsse werden erstmals namentlich empfohlen. Gut so, denn Linsen, Kichererbsen und Co. sind gute Lieferanten für Proteine und Ballaststoffe. Nüsse liefern wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Allerdings empfehlen die DGE-Regeln nicht mehr, Gemüse und Obst möglichst frisch und kurz gegart zu verzehren. Dabei liefern Gemüse und Obst roh deutlich mehr Nährstoffe, dafür
weniger Kalorien.

Bislang empfahlen die Ernährungsexperten lediglich, „reichlich Getreideprodukte“ zu essen. Nun wird die Vollkornvariante bei Getreideprodukten als die „beste Wahl für die Gesundheit“ hervorgehoben. Damit trägt die DGE erstmals den Erkenntnissen Rechnung, dass eine gesteigerte Zufuhr von Vollkornprodukten das Risiko für Fettstoffwechselstörungen, Dia-
betes, Bluthochdruck, Dickdarmkrebs und Koronare Herzkrankheiten senkt.

Ebenfalls positiv: Von mit Zucker gesüßten Lebensmitteln und Getränken wird grundsätzlich abgeraten. Zuvor hielten die Experten einen „gelegentlichen“ Verzehr noch für akzeptabel. Bei Fetten legen sie mehr Wert auf die Qualität als auf die Quantität.

Milch, Fisch und Fleisch werden weiter empfohlen

Die DGE begründet die Aktualisierung ihrer Empfehlungen u.a. mit neuen Erkenntnissen der Nachhaltigkeitsforschung. Allerdings spielen in den neuen Regeln weder die regionale oder ökologische Erzeugung der Lebensmittel noch die Herkunft aus fairem Handel eine Rolle. Umweltaspekte, wie die Vermeidung überflüssiger Verpackungsabfälle, sind sogar gestrichen worden. Der bisherige Rat, Fisch aus anerkannt nachhaltigem Fang zu bevorzugen, ist ebenso entfallen wie der Hinweis, auf saisonales Gemüse und die Frische der Zutaten zu achten.

Erstmals macht die DGE auf ungünstige Inhaltsstoffe in Fleisch und Wurst aufmerksam und rät, überwiegend pflanzliche Lebensmittel zu wählen. Dennoch empfiehlt sie weiterhin, die Lebensmittelauswahl mit Milch, Fisch und Fleisch zu ergänzen. Auf die Möglichkeit einer vegetarischen oder gar veganen Ernährung und welche Verhaltensweisen hier zu beachten sind, gehen die Experten nicht ein. 

Zum Nachlesen: www.dge.de/10regeln

Erschienen in Ausgabe 05/2018
Rubrik: Ernährung

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