Bio-Wissen: Mix mit Power - Schrot und Korn

Anzeige

Anzeige

Bio-Wissen: Mix mit Power

© Harald Hufgard/bio verlag
© Harald Hufgard/bio verlag

 

BIO-WISSEN Knackige Fakten über eine klassische Mischung: Woher Bio-Studentenfutter kommt, was in ihm steckt und
was nicht. Annette Sabersky

-> Studentenfutter im Bio-Laden

Wussten Sie, dass Studentenfutter seit Langem als ein probates Mittel gegen den „Kater“ gilt? Dieser Tatsache verdankt der typische Nuss-Frucht-Mix wohl auch seinen Namen: Im 17. Jahrhundert sollen feierfreudige Studenten vor einer Sause fleißig Mandeln und Rosinen gegessen und so die unschönen Folgen des Alkoholkonsums abgefedert haben. Da sich aber nur Studenten das nahrhafte „Futter“ leisten konnten, entstand die Bezeichnung Studentenfutter.

Anfangs enthielt es nur Rosinen und Mandeln. Später kamen Hasel- und Erdnüsse dazu. Heute sorgen außerdem Walnüsse, Cashewkerne, Para- und Macadamianüsse für den herzhaften „Knax“. Rosinen sind fast immer fester Bestandteil der Mischungen. Doch es gibt auch Mixe mit Cranberrys, Physalis, Goji- oder Maulbeeren – auch in Kombination mit Kokosflocken, Ananas- und Mangostückchen.

Was genau in die Tüte wandern muss, ist nicht vorgeschrieben. Bei Bio findet man sich aber gut zurecht: Die Anbieter geben neben den Zutaten meist die Anteile an Früchten und Nüssen an. So heißt es dann zum Beispiel „Studentenfutter aus 55 % Nüssen und 45 % Trockenfrüchten“. Oder es werden auf der Verpackung die prozentualen Anteile der einzelnen Nüsse und Trockenfrüchte aufgelistet. Wie auch weitere Zutaten, etwa Sonnenblumenöl, das ein Zusammenkleben der Früchte verhindert.

Da steckt viel drin

Studentenfutter & Co. sind echtes Powerfood. Trockenfrüchte liefern viel Kalium, Magnesium und Vitamin A sowie herzgesunde sekundäre Pflanzenstoffe. Ballaststoffe sorgen dafür, dass die Verdauung auf Trab bleibt. Nüsse sind durch B-Vitamine zudem ein echtes Nerven- und Hirnfutter. Eine 50-Gramm-Portion Studentenfutter enthält zwar rund 250 Kilokalorien – die Nüsse liefern recht viel Fett und das Obst Fruchtzucker. Jedoch handelt es sich beim Fett um gesunde ein- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel senken und somit herzschützend wirken. Experten raten daher zu einer Handvoll Nüsse und Trockenobst am Tag.

Auch eine Portion Sonne wird beim Knabbern mitgetankt. Die Rohstoffe für die meisten Nuss-Frucht-Mixe kommen aus sonnenreichen Ländern (s. Tabelle). Für Bio stammen sie immer aus kontrolliert biologischem Anbau, synthetische Düngemittel und Pestizide sind tabu. In konventionellen Mischungen wurden dagegen schon bis zu 19 verschiedene Pestizide nachgewiesen. Auch Mineralöle fanden sich in Studentenfutter-Tests. Um das zu vermeiden, setzen Öko-Anbieter mehrschichtige Folien mit einer Barriere-Schicht ein und kontrollieren die Produkte regelmäßig. 

Noch mehr mix

Neben den Mischungen aus Trockenobst und Nüssen gibt es in Bio-Läden auch Mixe mit knackigen Sonnenblumen- und Kürbiskernen, mit Sojabohnen und Kakao-Nibs.

 

Mehr als ein Snack

Studentenfutter & Co. sind leckere und gesunde Knabbereien. Sie schmecken einfach zwischendurch, lassen sich beim Fernsehen, Wandern oder Radfahren futtern oder vor dem Sport verzehren. Vor allem für Sportliche sind sie optimal. Denn die Trockenfrüchte liefern schnell verfügbaren Fruchtzucker, Spurenelemente und Mineralstoffe, die Nüsse sättigen sehr gut und anhaltend.

Mehr Pluspunkte

In Bio-Mischungen ist kein weißer Zucker enthalten, die eher sauren Cranberrys werden mit Honig oder Apfelsaftkonzentrat gesüßt. Und die Mixe werden nicht mit Aromastoffen aufgepeppt.

Ab in die Küche

Auch in der Küche sind die Mischungen vielfältig einsetzbar. Sie passen ins Müsli, bilden ein leckeres Topping auf Joghurt, Quark und Pudding und eignen sich auch zum Kuchenbacken und Kochen. Insbesondere asiatische Gerichte mit Reis und Gemüse lassen sich damit verfeinern.

Kühl und trocken

Nüsse werden mit der Zeit ranzig, bei Trockenfrüchten kristallisiert der Zucker aus. Darum müssen die Mischungen kühl, trocken und vor Licht geschützt aufbewahrt werden, am besten in einem Vorratsschrank oder kühlen Vorratskeller. Ungeöffnet sind sie mindestens ein Jahr haltbar.

Im Ganzen gesund

Bio-Trockenobst ist immer ungeschwefelt. Der Zusatzstoff Schwefeldioxid (E 220) wird bei konventionellen Produkten zur Haltbarmachung verwendet und lässt Früchte wie Aprikosen heller aussehen. Für Bio-Produkte ist Schwefeldioxid nicht zugelassen.

Erschienen in Ausgabe 11/2019
Rubrik: Ernährung

Add a comment

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'