Raus in den Biergarten! - Schrot und Korn

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Raus in den Biergarten!

Prost! In vielen bayerischen Biergärten kann man die eigene Brotzeit mitbringen und gesellig unter Kastanienbäumen verspeisen. Hier finden Sie Rezepte für einen wohl gefüllten Picknickkorb. // Text Gabriele Augenstein Rezepte Anke Rabeler Fotos Antje Plewinski

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Brotzeit

Wohl nirgendwo kann man ungezwungener einkehren als in einem echten bayerischen Biergarten. Zum einen – und das ist die Münchner Besonderheit – steht es traditionell jedem frei, die eigene Brotzeit mitzubringen und nur für Getränke zu bezahlen. Das macht die Einkehr familienfreundlich und für breite Schichten der Bevölkerung erschwinglich. Zum anderen ist es für die meisten Besucher selbstverständlich, selbst unbekannten Tischnachbarn zuzuprosten und sich mit ihnen intensiv zu unterhalten.

Biergärten entstanden im 19. Jahrhundert in München. Da Bier nur in der kalten Jahreszeit gebraut wurde, legten die Brauer für den Sommer Bierkeller zum Kühlen an und pflanzten Kastanienbäume darüber, die zusätzlich Schatten spendeten. Sie stellten Tische und Stühle unter die Kastanien und schenkten Bier aus – der bayerische Biergarten war geboren.

Die Bürger strömten in Scharen dorthin, tranken ihre Maß und aßen reichlich – sehr zum Ärger der städtischen Wirte, die um ihren Umsatz bangten. König Ludwig I. schlichtete den Streit, indem er den Verkauf von Speisen im Biergarten untersagte. Fortan brachten die Gäste ihre Brotzeit selbst mit. Bis heute erlaubt dies die bayerische Biergartenverordnung ausdrücklich.

Vor allem salzhaltige, deftige Brotzeiten werden in Biergärten angeboten, denn der Gerstensaft entzieht dem Körper Natrium. Grundlage der Brotzeit ist meist dunkles Holzofenbrot aus Natursauerteig, in dicke Scheiben geschnitten. Dazu gibt's Rettich, Würstchen mit süßem Senf oder Krautsalat.

In der bayerischen Biergartenverordnung heißt es: "Die Geselligkeit und das Zusammensein im Freien wirken Vereinsamungserscheinungen im Alltag entgegen." In diesem Sinne empfehlen wir Ihnen eine gesellige und erholsame Einkehr und wünschen guten Appetit! Etwa bei Bulgur-Buletten mit Rauke und Gänseblümchen oder Spitzkohl-Champignon-Salat mit Salzmandeln.

Prost!

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Stefanie P aus GE
Das ist eine klasse Tradition, von der ich noch nichts wusste u mir die Bayern glatt sympatisch macht. Schade, dass so eine Regelung nicht hier in NRW zu finden ist, das würde für (noch) mehr Geselligkeit in Biergärten führen, da sich diese dann viel mehr Bürger leisten könnten.