Paradies zum Anbeißen - Schrot und Korn

Anzeige

Anzeige

Paradies zum Anbeißen

Wenn schon ein roher Apfel im Paradies so unwiderstehlich war, wie sehr munden dann erst diese Kreationen? Etwa Crêpes mit Apfel, Honig und Ziegenkäse oder Apfelsuppe mit Karamellmandeln. Probieren Sie selbst!
Text Gabriele Augenstein Rezepte und Styling Pia Westermann Fotos Thorsten Suedfels

-> Rezepte
-> Tipps rund um Äpfel

Apfelrezepte

Die klügsten Gemüter haben schon darüber gestritten, was im Paradies nun wirklich geschehen war und warum Eva vom verbotenen Apfel gegessen hatte. Der Engländer Douglas Jerrold meint dazu, Eva habe den Apfel nur gegessen, weil sie endlich Kleider haben wollte. Und tatsächlich hat das Feigenblatt seither Hochkonjunktur. Ebenso emsig wie die Modeschöpfer das Feigenblatt stets neu erfanden, widmeten sich die Pomologen dem Apfel, dem kulinarischen Sternchen im Paradiesdrama.

Die ersten Äpfel waren kleine Holzäpfel. Dieser Urapfel war eine sauere, harte Frucht. Vom wilden Holzapfel bis zu den heutigen Tafeläpfeln war ein langer Weg. Doch seit die Menschheit die Lust am Jagen und Sammeln verloren und stattdessen die Vorzüge von Ackerbau und Viehzucht erkannt hatte, nahm sie sich dem Apfel an. Heute soll es weltweit 20 000 verschiedene Sorten geben. Das war zwar im Alten Ägypten noch Zukunftsmusik, doch nichtsdestotrotz waren die Äpfel schon so beliebt, dass die Pharaonen sie als Proviant mit in ihre Pyramiden nahmen.

Später, bei einer Reise über das Mittelmeer, lernte der Apfel Italien kennen und eroberte die Herzen und Münder im Nu. Die Römer, von den Apfelvitaminen gestärkt, waren auf ihrem Siegeszug durch Europa nicht zu bremsen. Sie nahmen den Apfel mit und brachten die Kunst des Pfropfens in die Besatzungsgebiete. Dem Apfel gefiel das Klima so gut, dass er sich dort ansiedelte.

Während der folgenden Jahrhunderte erholte sich der Apfel in der Ruhe und Abgeschiedenheit der Klöster. Die Mönche und Nonnen kultivierten unzählige Sorten. Gestärkt kehrte er nach wenigen Jahrhunderten zurück ins weltliche Leben.

Wer nun Lust hat, es Eva gleichzutun und von der vorzüglichen Frucht zu kosten, dem seien unsere paradiesischen Rezepte auf den folgenden Seiten an Herz und Gaumen gelegt. Zum Beispiel als Kartoffel-Apfelauflauf mit Feta – einfach zum Anbeißen!

Add a comment

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'
Andreas Schneider
Eigentlich ist mir die Adam- und Evageschichte bis heute zu abgedoschen und banal. Schließlich handelt es sich bei unserem Freund dem Apfel um ein jahrtausendealtes Kulturerbe, dass wir Menschen beständig mit Mühsal und doch mit Freude auf seines Fruchtes Glück bearbeitet haben. Die historische Schilderung der Autorin trifft den Nagel auf den Kopf!

Dem Apfel sei Dank!