Trink dich gesund - Schrot und Korn

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Trink dich gesund

Bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit helfen gut ein Dutzend Pflanzen. Die muss man nicht sammeln und trocknen. Sie stehen schon als Tee im Bioladen. Nur noch aufgießen … // Leo Frühschütz

Erkältungstees aus dem Bioladen

Die Tasse wärmt die Hände. Der Duft ist so intensiv, dass sogar die verschnupfte Nase ihn wahrnimmt. „Entspann dich“, signalisiert er. Und: „Das wird schon wieder“. Noch einen Löffel Honig rein rühren, ein bisschen pusten und dann vorsichtig probieren. Schon diese Vorbereitungen machen es einem leichter, die Erkältung zu ertragen. Doch die eigentliche Hilfe kommt erst beim Trinken. Der warme Tee tut dem aufgerauhten Hals gut und führt einem die Flüssigkeit wieder zu, die durch Husten und Schniefen verloren gegangen ist. Und die Kräuter haben sich schon seit Jahrtausenden zur Linderung von Erkältungssymptomen bewährt.

Geballte Kräuterkraft

Quer durch alle Kulturen gehören sie zu den ältesten Heilmitteln. Bei uns gibt es über ein Dutzend Pflanzen, die sich als Erkältungs-Ersthelfer bewährt haben. Wenn ein Kratzen im Hals eine beginnende Erkältung anzeigt, sind Salbei, Thymian und Spitzwegerich angesagt. Alle drei können Bakterien und Viren bekämpfen und dadurch einen Infekt schon zu Beginn abwenden oder zumindest lindern. Holunder- und Lindenblüten fördern die Durchblutung und helfen dabei, eine Erkältung über Nacht auszuschwitzen. Eibischwurzel, Malve, Huflattich und Spitzwegerich beruhigen die Schleimhäute und dämpfen den Hustenreiz. Anis, Fenchel und Kamille wirken entkrampfend. Thymian, Königskerze und Süßholzwurzel erleichtern das Abhusten, während sich entzündete Schleimhäute besonders über Brombeer- und Salbeiblättertee freuen. Weniger bekannt ist der schleimlösende und desinfizierende Ysop. Majoran und Oregano (Dost) können ebenfalls Bakterien hemmen und Hustenkrämpfe lösen. In ayurvedischen Gewürztees finden sich zusätzlich noch typische Lebkuchengewürze wie Zimt, Nelken, Kardamom und Ingwer, die neben ihrer antibakteriellen auch eine wärmende Wirkung entfalten.

Kräuter als Medizin

Auch wenn es sich um die gleichen Kräuter handelt – der Gesetzgeber macht zwischen Lebens- und Arzneimitteln einen großen Unterschied. Als Arzneimittel müssen die Heilpflanzen die Bestimmungen des Deutschen Arzneibuches (DAB) einhalten, das heißt einen Mindestgehalt der jeweiligen ätherischen Öle und Inhaltsstoffe aufweisen. Für Rückstände von Pestiziden oder Schwermetallen gelten sehr niedrige Grenzwerte und die Verwendung der Pflanzenteile ist genau vorgegeben,

Alle Arzneimittel bekommen vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine Zulassungsnummer. Sie steht ebenso auf der Verpackung wie die Chargen-Bezeichnung, Kürzel „Ch.-B.“ Zudem müssen die Arzneitees über Dosierung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie eventuelle Nebenwirkungen Auskunft geben. Nur wer all diese Auflagen einhält, darf mit dem gesundheitlichen Nutzen seines Tees werben. Solche Produkte heißen Erkältungstee oder Bronchialtee und tragen Hinweise wie „bei Bronchitis“ oder „zur Behandlung von Atemwegserkrankungen.“ Fitne, Herbaria und Lebensbaum bieten Arzneitees an. Obwohl bei ihnen sämtliche Zutaten aus ökologischem Landbau stammen, sucht man das Bio-Siegel vergeblich. Grund: Die Produkte sind Arzneimittel, und das Bio-Siegel dürfen nur Lebensmittel tragen.

Kräuter als Lebensmittel

Lebensmittel sind laut Gesetz für den Genuss vorgesehen – deshalb darf ein Hersteller für Salbei oder Thymian, die er als Kräutertee oder Gewürz verkauft, nicht mit „hilft gegen Husten“ werben. Viele Anbieter geben ihren Kräutertees jedoch Namen, die dezent auf ihren möglichen Verwendungszweck hinweisen: „Wind & Wetter“, „Halswohl“ oder „Frei Atmen“. Die Unterscheidung zwischen Arznei- und Lebensmittel gilt auch für Tees aus einzelnen Kräutern.

Übrigens darf nicht jeder Bioladen einfach so Medizin verkaufen. Wer als Arzneimittel zugelassene Heilkräutertees im Regal stehen hat, musste zuvor in einer Prüfung bei der Industrie- und Handwerkskammer sein Fachwissen nachweisen. „Kräuterschein“ heißt dieses Diplom für Beratungskompetenz. Zu ihr gehört auch der klare Hinweis: Ist die Erkältung nach einer Woche immer noch da oder kommen Symptome wie starkes Halsweh, Brustschmerzen oder hohes Fieber hinzu, muss in jedem Fall der Arzt aufgesucht werden.

4:0 für Bio

Ein geschwächter Körper kann sich schlechter gegen Schadstoffe wehren. Um so wichtiger ist es, dass Heilkräuter frei von Pestizidrückständen sind. Der Bio-Kräuterbauer darf keine synthetischen Spritzgifte einsetzen, die Kräuter werden bei der weiteren Verarbeitung weder begast noch bestrahlt. Zur Bekämpfung von Keimen und Schädlingen kommen Dampf, Kohlendioxid und Stickstoff zum Einsatz. Bei Kräutern aus zertifizierter Wildsammlung achten Bio-Kontrolleure auf das rechte Maß.

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