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Umwelt

Woher soll mein Apfel kommen?

Obst aus Übersee? Das gibt es auch im Bioladen. Wer hier die Klimafrage stellt, sollte sich auch an die eigene Nase fassen.
30.04.2009
Obst aus Übersee? Das gibt es auch im Bioladen. Wer hier die Klimafrage stellt, sollte sich auch an die eigene Nase fassen.

Obst aus Übersee? Das gibt es auch im Bioladen. Wer hier die Klimafrage stellt, sollte sich auch an die eigene Nase fassen.

Der niederländische Bioimporteur Eosta hat einmal berechnen lassen, wie viel Kohlendioxid der Transport eines Kilogramms Äpfel von Argentinien in einen deutschen Bioladen verursacht. Es waren 163 Gramm. Das entspricht der Menge CO2, die man mit einem Mittelklasse-Pkw bei einem Kilometer Fahrt in die Luft bläst.

Das heißt: Bei der Frage „Woher kommt das Produkt?“ sollte man auch überlegen: „Wie krieg ich mein Futter von der Ladentheke auf den Küchentisch?“ Bernhard Burdick von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklärt das verblüffende Ergebnis der Eosta-Studie so: „Wenn man Äpfel mit dem 38-Tonner zum Hafen fährt und sie mit einem großen Containerschiff transportiert, dann ist der Aufwand pro Kilogramm sehr gering, weil sich der Energieverbrauch von Laster und Schiff auf viele Tonnen Äpfel verteilt.“ Miserabel ist die Klimabilanz allerdings bei Bioware, die mit dem Flugzeug nach Deutschland kommt.

Apfel im März: schlechte Bilanz

Gleich nach der Ernte verzehrt, schneiden heimische Äpfel in den einschlägigen Klimabilanzen deutlich besser ab. Doch die Äpfel aus Südamerika oder Neuseeland sind im März reif und kommen im April in die Läden. Bis dahin haben deutsche Äpfel mehrere Monate in Kühllagern verbracht und dadurch ebenfalls das Klima belastet. Der Unterschied in der Bilanz ist dann gering.

Zumal auch die Größe von Apfelplantagen in Übersee - unter Klima- aspekten betrachtet - positiv zu Buche schlägt. Denn große Betriebe sind energieeffizienter. Trotzdem ist es sinnvoll, wegen des Klimas aus der Region und mit den Jahreszeiten zu essen. Außerdem stärkt das die heimischen Landwirte, spart Energie und macht weniger Straßenbau notwendig.

Am besten fürs Klima

Bei vielen Obst- und Gemüsesorten geht die Saison früh los: Frühkartoffeln aus Ägypten, Tomaten von den Kanaren, Erdbeeren aus Spanien. Weil sich Obst und Gemüse relativ klimaschonend erzeugen lassen, wirkt sich der Transport über weite Strecken deutlich in der Klimabilanz aus. Trotzdem ist sie oft günstiger als bei einer Produktion hierzulande im beheizten Treibhaus. Am besten fürs Klima aber ist regionales Obst und Gemüse aus dem Freiland.

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