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Besser schlafen – dank pflanzlichen Schlafmitteln

Bei leichten bis mittleren Schlafproblemen müssen es nicht gleich starke Arzneimittel sein, auch pflanzliche Mittel wie Baldrian, Melisse und Hopfen helfen.

30.09.2006

Bei leichten bis mittleren Schlafproblemen müssen es nicht gleich starke Arzneimittel sein, auch pflanzliche Mittel wie Baldrian, Melisse und Hopfen helfen.

Schon lange ist erwiesen, dass Baldrian (lat. Valeriana officinalis) beim Einschlummern und bei Schlafstörungen hilft. Nun hat eine Forschergruppe um Professor Dr. Christa Müller von der Universität Bonn herausgefunden, woran das liegt. Die Pflanze enthält einen bislang unbekannten sekundären Pflanzenstoff aus der Gruppe der Lignane. Der greift in den Hirnstoffwechsel ein und macht schläfrig – in genau umgekehrter Weise wie der Wachmacher Koffein.

Forscher weisen Baldrian-Effekt nach

„Baldrian ist die Heilpflanze der Wahl bei den natürlichen Schlafmitteln“, sagt Schlafspezialistin Dr. Anke Görgner, Ärztin für Naturheilverfahren. Sie lobt die harmonisierende Wirkung des Heilkrauts bei Schlafstörungen, mit dem sich Stressgeplagte auch am Tage besser fühlen. „Baldrian fördert das Einschlafen und den Schlafrhythmus, also die Schlafqualität.“

Baldrian hilft bei leichten und mittleren Schlafproblemen. Die Wirkstoffe des pflanzlichen Schlafmittels befinden sich in der Wurzel. Oft ist zu lesen, dass das Mittel im akuten Fall nichts nutze, weil es erst nach zwei Wochen wirke. Anke Görgner kann das so nicht bestätigen. „Es stimmt, dass der Wirkungshöhepunkt nach zwei bis vier Wochen erreicht ist.“ Es gebe jedoch viele Patienten, die mit dem pflanzlichen Schlafmittel bereits nach wenigen Tagen oder sofort besser schlafen.

Melisse, Hopfen, Johanniskraut: Natürliche Schlafmittel

Andere pflanzliche Mittel, die sich bei leichten Schlafproblemen bewährt haben, sind Melissenblätter, Hopfenzapfen, Passionsblume, Lavendel und Johanniskraut. Vor allem Hopfen und Melisse bieten sich zur Kombination mit Baldrian an, der ihren schlaffördernden und beruhigenden Effekt verstärkt. Ob man die genannten Mittel als Tablette, Tinktur oder Tee einnimmt ist Geschmackssache. Anke Görgner bevorzugt Tee: „Schon das Zubereiten und Trinken entspannt, es ist ein kleines Schlafritual.“

Pflanzen zum Einschlafen

Baldrian: beruhigend, Muskel entspannend, Schlaf anstoßend.

Hopfenzapfen: enthalten Bitterstoffe Humulon und Lupulon, aus denen das Schlaf fördernde Methylbutenol freigesetzt wird.

Melissenblätter: enthalten ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Citral. Beruhigend und krampflösend.

Passionsblume: tropische Schlingpflanze. Ihre Alkanoide erleichtern das Einschlafen.

Lavendel: wirkt am schönsten in einem entspannenden Bad. Sein ätherisches Öl beruhigt die Nerven.

Johanniskraut: Stimmungsaufheller, dadurch indirekt Schlaf verbessernd. Nachgewiesene Wirkung gegen Depressionen. Achtung: kann Sonnenbrandgefahr erhöhen.

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