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Klaus-Peter Wilbois verlässt AGÖL Wie der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) mitteilt, hat der Geschäftsführer Dr. Klaus-Peter Wilbois das Arbeitsverhältnis zum 31. März gekündigt
28.02.2001
Klaus-Peter Wilbois verlässt AGÖL Wie der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) mitteilt, hat der Geschäftsführer Dr. Klaus-Peter Wilbois das Arbeitsverhältnis zum 31. März gekündigt

Klaus-Peter Wilbois verlässt AGÖL

Wie der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) mitteilt, hat der Geschäftsführer Dr. Klaus-Peter Wilbois das Arbeitsverhältnis zum 31. März gekündigt. Für seinen Schritt gibt Wilbois unterschiedliche Auffassungen in der Politik zum Öko-Prüfzeichen (ÖPZ) an. Er hatte vor knapp einem Jahr die Geschäftsführung der AGÖL übernommen. Der in der Fachrichtung Pflanzenbau promovierte Agrarwissenschaftler gehört seit Sommer 1996 dem Mitarbeiterteam an.

Wilbois hatte es sich mit der Übernahme der Geschäftsführung zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit Vorstand und Mitgliederversammlung eine inhaltliche Neuausrichtung der Arbeitsschwerpunkte des Dachverbandes vorzunehmen. Es gab jedoch unterschiedliche Auffassungen darüber, wie stark das ÖPZ die Arbeitskapazitäten des Geschäftsführers in Anspruch nehmen soll. Wilbois hatte für eine Reduzierung dieses Arbeitsschwerpunktes plädiert.

Hoher Arsengehalt bei Volvic

Der Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) und das Bundesamt für ge-sundheitlichen Verbraucherschutz (BgVV) sind sich einig: Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollten Eltern ihren Kleinkindern kein Volvic-Mineralwasser zu trinken geben. Der Grund: Volvic enthält 16 bis 20 Mikrogramm (Millionstel Gramm, µg) Arsen je Liter. Das ist zwar weniger als die 50 µg/l, die die Mineralwasserverordnung erlaubt, liegt jedoch deutlich über den 10 µg/l, die in der Trinkwasserverordnung festgesetzt sind.

Der Schadstoff ist natürlichen Ursprungs, er stammt aus dem Vulkangestein, in dem die Quelle liegt. Bei den meisten anderen Mineralwässern spielt der Arsengehalt mit 1 bis 2 µg/l keine Rolle.

Arsen ist als krebserregend eingestuft. Bei solchen Stoffen können keine Grenzwerte festgelegt werden, bei deren Einhaltung die Substanz mit Sicherheit ungefährlich wäre. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Trinkwasser einen Richtwert von 10 µg/l, in Deutschland ist dieser Wert für Trinkwasser verbindlich festgelegt. Der Berechnung liegt eine maximal tolerierbare wöchentliche Arsenaufnahme von 15µg je Kilogramm Körperge-wicht zugrunde. Dieser Wert sollte laut WHO durch Trinkwasser nur zu einem Zehntel ausgeschöpft werden. Denn auch andere Lebensmittel, vor allem Fisch und Meeresfrüchte können relevante Mengen Arsen enthalten.

Die Ernährungswissenschaftlerin Wiebke Franz vom UGB rechnet vor, dass ein 70 kg schwerer Erwachsener, der pro Tag einen Liter Volvic mit 16 µg/l Arsen trinkt, den 10-Prozent-Wert der WHO genau ausschöpft. Wer das Mineralwasser anstelle von Leitungs-wasser verwendet und 1,5 bis 2 Liter täglich zu sich nimmt, liegt bereits darüber. Stärker belastet seien auch Kinder mit ihrem wesentlich niedrigeren Körpergewicht.

Wiebke Franz kommt daher zu dem Schluss: "Es ist im Sinne der Vorbeugung sinnvoll, Mineralwässer mit einem Arsengehalt über 10 µg/l nicht dauerhaft in größeren Mengen (täglich ein bis zwei Liter) zu trinken. Dies gilt insbesondere für Kinder." Auch Jürgen Kundke, Sprecher des BgVV, bestätigt diese Haltung.

Dagegen verweist Nadine Fezeu von der Französischen Mineralquellen GmbH (dem deutschen Volvic-Importeur) auf die Mineralwasserverordnung, die 50 µg/l Arsen zulässt: "Das natürliche Mineralwasser Volvic kann unbedenklich in jedem Lebensalter und in unbegrenzten Mengen konsumiert werden."

Im Bundesgesundheitsministerium nimmt man die mahnenden Stimmen dagegen erns-ter. Dort liegt der Entwurf für eine Änderung der Mineralwasserverordnung auf dem Tisch. Der sieht vor, dass ein Mineralwasser, das sich mit der Aufschrift "für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet" schmücken will, maximal 5 µg/l Arsen enthalten darf. Außer-dem wird damit gerechnet, dass die Welternährungsfachleute von der sogenannten Codex Alimentarius Kommission und im Anschluss daran die EU auch für Erwachsene den Grenzwert für Arsen in Mineralwasser herabsetzen wird: auf von 10 µg/l.

20 Jahre im Dienste der Gesundheit

Die Vereine für Unabhängige Gesundheitsberatung - Europa (UGB) feiern dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Aus Anlass dieses Jubiläums sind im neuen Terminkalender der Organisation einige neue Kurse zu finden: Zum Beispiel "Kochen für Kinder", "Praxistrai-ning für Küchenprofis" und "Frischer Wind in der Frischkostküche". Den Terminkalender gibt's bei UGB Deutschland, Sandusweg 3, 35435 Gießen, Telefon 0641/ 808960, E-Mail: info@ugb.de, Internet: www.ugb.de.

Gold für Bio-Produkte

Vier Produkte der Molkerei Berchtesgadener Land sind von der Deutschen Landwirt-schafts-Gesellschaft mit Gold prämiert worden. Die Auszeichnung erhielten die Haltbare Naturland Bio-Milch, die Haltbare Naturland Bio-Milch fettarm, der Demeter Bioghurt und die Demeter Vollmilch.

Wala baut neues Gebäude

Die Wala Heilmittel GmbH im baden-württembergischen Eckwälden hat den Bau eines neuen Gebäudekomplexes begonnen. Investitionskosten: etwa 43 Millionen Mark. Durch den Neubau werden ab Sommer/Herbst 2002 Wareneingang, Hochregallager, Versand und ein großer Teil der Produktion in einem Haus gebündelt. Das entlastet vor allem den Ort Eckwälden von Verkehr.

Die neuen Räume werden nach baubiologischen Gesichtspunkten erstellt: Regenwasser wird genutzt, Energie- und Wasserkreisläufe sind geschlossen, mit neuer Technik werden Strom, Wärme und Dampf erzeugt.

10.000 Bio-Emmentaler gefeiert

Die Käserei Bauhofer mit Sitz in Kofeld im Allgäu hat ihren zehntausendsten Laib Bio-land Rösslerhof-Emmentaler produziert. Seit 16 Jahren verarbeitet der Familienbetrieb Bioland-Milch. Er hat als erste deutsche Käserei Bio-Emmentaler nach den anerkannten Standards der Öko-Anbauverbände hergestellt. Heute werden jeden Monat sechs Tonnen davon gemacht, die über die ÖMA (Ökologische Molkerein Allgäu) bundesweit vermarktet werden.

Landkrone jetzt online

Die Landkrone Naturkost und Naturwaren GmbH ist seit kurzem mit einer eigenen Home-page im Internet zu finden. Neben der Vorstellung eigener Produkte gibt es unter anderem Ernährungstipps und die Möglichkeit, individuelle Informationen anzufordern. Die Adresse: www.landkrone.de.

Wasser-Turbinen für Sri Lanka

Den ersten Großauftrag seit Beginn der Produktion in der neuen "Zukunftsfabrik" hat die Wasserkraft Volk AG (WKV) abgewickelt. Die neue Fertigungsräume sind nach Betreiber-Angaben die erste Schwermaschinenfabrik Deutschlands, die energieautark ist, das heißt, die benötigte Energie wird vor Ort selbst hergestellt.

Für zwei Mark Millionen wurden jetzt zwei Turbinen nach Sri Lanka geliefert. Mit den fünf Megawatt Gesamtleistung wird die Stromversorgung der Region um die Hauptstadt Co-lombo auf umweltfreundliche Weise sichergestellt.

Käserei Zurwies feiert Jubiläum

Baden-Württembergs älteste noch aktive Käserei hat genau vor zehn Jahren komplett auf "Bio" umgestellt. Seither ist dort kein Tropfen konventioneller Milch mehr geflossen.

Das Käsen bei Zurwies erfolgt - wie bei der Gründung des Betriebes vor hunderteins Jahren - handwerklich nach klassischen Verfahren, ohne jeglichen Zusatzstoffe und natür-lich ganz ohne Gentechnik. Die Milch kommt von elf Demeter- und Bioland-Bauern aus der Region. Das Ergebnis sind Weichkäse (Camembert, Brie, etc.) und Rotschmierkäse-Spezialitäten (Backsteinkäse, Münster, etc.) in Premium-Qualität. Im Naturkost-Fachhandel sind sie unter der Marke der ÖMA (Ökologische Molkereien Allgäu) erhältlich. Aufgrund der geschmacklichen Qualität ist die Käserei Zurwies die einzige Käserei Deutschlands, die zum "Salon del Gusto 2001" in Turin eingeladen wurde, einer Feinschmeckermesse von internationalem Rang, veranstaltet von Slow Food International. Im Mai 2001 werden die Zurwieser ihr Jubiläum mit einem großen Fest feiern.

Wegen BSE: Bio-Branche boomt

Die deutsche BSE-Krise beschert dem Naturkosthandel nicht nur neue Kunden, sondern verlangt der Branche auch einige Anstrengungen ab. Um die Umsatzzuwächse in Größenordnungen von 30 bis 40 Prozent bei Tofuprodukten und 100 Prozent bei Schweinefleisch zu bewältigen, müssen Sonderschichten gefahren, Produktionspläne umgestellt und Überstunden gemacht werden. Trotzdem konnten die Verbraucher Ende Januar/Anfang Februar nicht immer und überall das gewünschte Produkt bekommen. Es war jedoch zu beobachten, dass sich die Neukunden für das gesamte Sortiment interessierten und meist auf andere Angebote auswichen. Insgesamt stellt sich die Branche darauf ein, dass es im Jahr 2001 ein höheres Wachstum gibt als es vor der BSE-Krise eingeplant war. Zuwachsraten von 20 bis 30 Prozent werden nicht für unrealistisch gehalten.

Aktionsbündnis Ökolandbau stellt Zehn-Punkte Programm auf

Um die neue Landwirtschaftspolitik der Bundesregierung zu unterstützen und konkrete Schritte zu ihrer Umsetzung vorzuschlagen, hat sich ein Aktionsbündnis Ökolandbau gegründet. Die 17 Organisationen und Verbände stellten auf der Grünen Woche in Berlin ein Zehn-Punkte-Programm vor. Darin wird Ministerin Renate Künast in ihrem Ziel unterstützt, bis zum Jahr 2005 den Anteil des Ökologischen Landbaus von 3 auf 10 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu steigern. Dies bedeute eine jährliche Steigerung um 25 Prozent und sei durchaus machbar. So konnte Dänemark in den Jahren 1993 bis 1998 ein jährliches Wachstum von über 50 Prozent vorweisen, mit steigender Tendenz. Um das Ziel zu erreichen, schlägt das Aktionsbündnis unter anderem eine breit angelegte Informationskampagne, eine Umschichtung von Fördermitteln zugunsten von Ökolandwirten sowie eine stärkere Unterstützung von Vermarktungsstrukturen vor. Dem Bündnis gehören Naturschutzverbände wie der NABU, Verbraucherorganisationen wie die Verbraucher-Initiative sowie die Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau (AGÖL) an.

Viele Bauern wollen umstellen

Immer mehr Landwirte überlegen, ob sie Bio-Bauern werden sollen. Vor allem aus Bayern, Baden Württemberg, und Nordrhein Westfalen kommen viele Anfragen, berichtet der Bioland-Verband. Aber auch in den anderen Bundesländern schnellt die Zahl der Anfragen explosiv in die Höhe. So berichtet Manfred Nafziger vom Bioland-Landesverband Saarland/Rheinland-Pfalz: "Zur Zeit rufen vier bis sechs Bauern am Tag an, im letzten Jahr hatten wir insgesamt gerade mal 40 Anfragen." Allerdings könne man die Zahl der Betriebe, die wirklich umstellen, erst in sechs Monaten beziffern. Meldet sich ein umstellungswilliger Landwirt bei einem der neun Verbände des ökologischen Landbaus, wird ein genauer Betriebsplan ausgearbeitet und der Bauer mit den Bedingungen der biologischen Wirtschaftsweise vertraut gemacht.

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