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Pasta ist zum Putzen da

Heute schon gelächelt? Schön, wenn dabei gesunde Zähne zum Vorschein kommen. Naturzahncremes reinigen und pflegen die Zähne gründlich, schonend und natürlich. // Jutta Krause
31.08.2012
Heute schon gelächelt? Schön, wenn dabei gesunde Zähne zum Vorschein kommen. Naturzahncremes reinigen und pflegen die Zähne gründlich, schonend und natürlich. // Jutta Krause

Heute schon gelächelt? Schön, wenn dabei gesunde Zähne zum Vorschein kommen. Naturzahncremes reinigen und pflegen die Zähne gründlich, schonend und natürlich. // Jutta Krause

Hast du deine Zähne auch richtig geputzt? Wer jemals Kind war, hat diesen Satz oft gehört und wer Kinder hat, verwendet ihn öfter als ihm lieb ist. Und doch kann man es nicht oft genug betonen: Die richtige Mundpflege – allem voran gründliches Zähne putzen – ist für ein gesundes Gebiss unerlässlich. Die Zahngesundheit wirkt sich zudem auf unser gesamtes Wohlbefinden aus. Bakterien gelangen über die Mundschleimhaut in den Körper und können dort Organentzündungen und Herz-Kreislauferkrankungen auslösen. Zahlreiche Studien belegen den Zusammenhang zwischen chronischen Infektionen im Mund und Ablagerungen in den Blutgefäßen.

Grund genug, mindestens zwei Mal am Tag zu Bürste und Zahnpasta zu greifen und etwas für die Zahn- und allgemeine Gesundheit zu tun. Bei der Pasta sollte man dabei ruhig wählerisch sein, denn manche Produkte enthalten Stoffe, die man lieber nicht in den Mund nimmt.

Naturkosmetik. Was heißt das bei Zahnpasta?

Es gibt ein paar Dinge, die Verbraucher von einer Zahncreme erwarten: Sie soll schonend aber gründlich reinigen, gut schmecken, ein Frischegefühl im Mund erzeugen, stets in der gewünschten Konsistenz aus der Tube kommen und selbstverständlich über mehrere Monate haltbar sein. Um diese Ziele zu erreichen, setzen Naturkosmetikhersteller auf andere Lösungen als konventionelle Anbieter. Viele Stoffe kommen bei Naturprodukten nicht in die Tube.

So enthalten Zahncremes, die als zertifizierte Naturkosmetik ausgewiesen sind, grundsätzlich weder synthetische Farb-, Duft- oder Aromastoffe. Als Konservierungsstoffe sind für Naturkosmetik naturidentische wie Natriumbenzoat oder Kaliumsorbat zugelassen. Für die reinigende und erfrischende Wirkung kommen Kräuterauszüge und natürliche Mineralien zum Einsatz. So weit möglich, sind die Zutaten aus kontrolliert bio-logischem Anbau.

Während einige herkömmliche Zahncremes immer noch das Desinfektionsmittel Triclosan enthalten, das nicht nur unerwünschte Bakterien abtötet, sondern die ganze Mundflora lahmlegt und die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika erhöht, setzen Naturkosmetikhersteller auf die antibakterielle Wirkung echter ätherischer Öle.

Schön sauber. Womit reinigen Naturprodukte?

Zahncreme besteht bis zu 50 Prozent aus Putzkörpern (Abrasiva), welche die Aufgabe haben, die Beläge mechanisch von den Zähnen zu lösen. Wie stark ihre schmirgelnde Wirkung ist, hängt von Härte, Korngröße und Oberflächenstruktur der Putzkörper ab.

Naturzahncremes enthalten meist natürliche Abrasiva wie Kreide (Calciumcarbonat), Kieselerde oder Mineralerde, die mit ihren basischen Eigenschaften Säuren, die den Zahnschmelz angreifen, neutralisieren können. Herkömmliche Pasten nutzen neben Kreide oder Kieselerde auch Polyethylenkügelchen oder Pyrophosphate.

Unterstützt werden die Putzkörper durch Tenside. Diese Schaumbildner sollen die Wirkstoffe im Mund verteilen sowie Schmutzpartikel lösen und binden. In konventionellen Pasten kommen dafür nicht selten Polyethylenglykole (PEGs oder PEG-Derivate), welche die Haut durchlässig für Giftstoffe machen können sowie das stark schäumende Tensid Natriumlaurylsulfat zum Einsatz, das im Ruf steht, die Schleimhäute auszutrocknen und dadurch anfälliger für Entzündungen zu machen. Naturkosmetikhersteller verzichten entweder ganz auf Schaumbildner oder verwenden sanftere Zucker- oder Kokostenside.

Kräuter in der Zahnpasta. Was bewirken sie?

Kräuter sind die Alleskönner in Naturzahncremes: Sie sorgen für den angenehmen Geschmack und das frische Mundgefühl nach dem Putzen. Ausgewählte Kräuterauszüge und ätherische Öle wirken entweder erfrischend oder beruhigend, durchblutungsfördernd oder zusammenziehend. Sekundäre Pflanzenstoffe wirken sich zusätzlich positiv auf die Mundflora aus.

Für den wohlschmeckenden Frischekick ist in den meisten Cremes Pfefferminze zuständig. Häufig kommen auch die Entzündungshemmer Salbei, Myrrhe und Teebaumöl in die Tube. Ringelblume, Hamamelis und Propolis beruhigen und fördern die Wundheilung. Nelke, Neemöl und Myrrhe wirken der Bakterienbildung entgegen. Zusammenziehende Auszüge aus Ratanhia und Rosskastanie stärken das Zahnfleisch und beugen damit Zahnfleischbluten vor. Grünteeextrakt enthält sehr viel Fluor, das den Zahnschmelz härten und widerstandsfähiger gegen Karies machen kann. Das im Tee an Pflanzenstoffe gebundene Fluor gilt als unbedenklich, im Gegensatz zum in der Alternativmedizin umstrittenen Zusatz von Fluoriden.

Fluorid: Kariesprophylaxe oder Gesundheitsgefahr?

Eine der umstrittensten Substanzen in Zahncremes ist Fluorid. Für die einen ist es ein schwer abbaubares Umweltgift, das im Körper zu allerlei Problemen führen kann, für die anderen unabdingbar, um die Zähne effektiv vor Karies zu schützen.

Das Spurenelement Fluor wird auch über die Nahrung aufgenommen und dient im Körper vor allem zur Bildung von Knochen. Das Element ist sehr reaktionsfreudig. Es verbindet sich mit dem Calcium im Zahnschmelz und macht ihn dadurch härter und undurchdringlicher. Das soll Kariesbakterien das Leben schwer machen. In sehr vielen Zahncremes ist es in Form von Natriumfluorid oder Aminfluorid enthalten. Bis zu einer Dosierung von 0,15 Prozent gilt der Zusatz als günstig für die Zähne und ungefährlich für den Organismus.

In Naturheilkunde, Umweltmedizin und ganzheitlicher Zahnmedizin wird die Fluorbeigabe indes sehr kritisch gesehen. Umweltzahnmediziner betonen den kumulativ toxischen Effekt von Fluoriden, das heißt, sie würden sich im Lauf der Zeit auch bei geringen Gaben im Körper anreichern und zu Stoffwechselstörungen, einer Schädigung von Knochen, Zähnen und Immunsystem führen. Die meisten Naturzahncremes verzichten auf Fluoridierung.

Mit Sole, ohne Menthol? Pflege nach Maß.

Empfindliche Zähne, freiliegende Zahnhälse, entzündetes Zahnfleisch: Wer darunter leidet, braucht eine besonders milde Zahncreme, die störenden Belägen und Bakterienkolonien effektiv Paroli bieten kann, ohne dabei Zahnschmelz oder Zahnhälse anzugreifen. Naturkosmetikhersteller setzen hierfür auf Sole und Meersalz. Das enthaltene Salz regt den Speichelfluss an, was wiederum schädliche Säuren neutralisiert, die Neubildung von Zahnstein hemmt und die Selbstreinigung im Mundraum unterstützt.

Ganz neu auf dem Markt sind Zahncremes mit Vitamin-B12-Zusatz. Dieses wichtige Vitamin braucht der Körper für Zellteilung, Blutbildung und die Funktion des Nervensystems. Vor allem Vegetarier und Veganer sind häufig von einem Mangel betroffen. Eine vom Vegetarierbund (VEBU) und dem Naturkosmetikhersteller Logocos in Auftrag gegebene Studie des Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) kommt zu dem Ergebnis, dass Vitamin B12 in einer Zahncreme die Versorgung mit dem Vitamin bei regelmäßiger Anwendung deutlich verbessern kann.

So beliebt der Minzegeschmack aus der Tube auch ist – manchmal muss es ohne gehen. Etwa wenn man sich einer homöopathischen Behandlung unterzieht. Viele Naturkosmetikhersteller berücksichtigen dies und haben mentholfreie Cremes im Repertoire.

Für jeden etwas? Zahncreme im Bio-Laden.

Neem, Nelken, Ingwer, Pfeffer und Minze – das sind nur einige der Pflanzen, die im Ayurveda für ihre zahnpflegenden Eigenschaften geschätzt werden. Entsprechend sind sie auch Teil der kräftig-würzigen, hochkonzentrierten Mischung aus 17 Kräutern, die in der Zahncreme Ayurdent Classic von Maharishi Ayurveda enthalten sind.

Die ebenfalls nach einer ayurvedischen Rezeptur zusammengesetzte Auromère Kräuter-Zahncreme von Apeiron enthält Auszüge aus 24 Kräutern, die Zähne und Mundraum mit ihren Bakterien- und entzündungshemmenden, kräftigenden und erfrischenden Eigenschaften pflegen.

Die nach anthroposophischen Gesichtspunkten gemeinsam mit Zahnärzten entwickelte Dr. Hauschka Med Forte Zahncreme Minze ist tensidfrei und wirkt entzündungshemmend. Der adstringierende und in speziellen rhythmisierten Verfahren hergestellte Auszug aus Rosskastanienrinde stärkt das Zahnfleisch.

Mild und mentholfrei ist die ebenfalls anthroposophische Calendula-Zahncreme von Weleda. Sie ist besonders geeignet für alle, die auf Pfefferminzöl verzichten wollen. Die tensidfreie Creme reinigt sanft mit Kreide-Putzkörpern und erfrischt mit Calendulaextrakt und Fenchelöl.

Altes Kräuterwissen in modernen Produkten

Der antimikrobielle, entzündungshemmende Alleskönner Teebaumöl sorgt in der Teebaumöl Classic Zahncreme mit Meersalz und Minze von CMD Naturkosmetik für ein gesundes Mundklima.

Erfrischend und schonend reinigt und pflegt Farfalla Cool Mint Natur-Zahncreme Zähne und Zahnfleisch mit Minze, Zitrone und Grüntee-Extrakt.

Wer auch in einer Naturzahncreme nicht auf Fluorid verzichten will, wird mit der Lavera basis sensitiv Zahncreme Mint mit Bio-Minze und Natriumfluorid fündig.

Bei schmerzempfindlichen Zähnen verspricht Logodent Zahncreme sensitiv von Logona Linderung. Sie enthält Kaliumchlorid, das bei freiliegenden Zahnhälsen in die feinen Dentinkanälchen eindringt und einen Schutzmantel um den von äußeren Reizen geplagten Zahnnerv legt.

Mit der Dental Med Zahncreme Vitamin B12 hat Sante die erste Vitaminzahncreme entwickelt. Das Vitamin wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. Zusätzlich ist Natriumfluorid enthalten.

Hauptbestandteil der biodent basic Zahncreme von Terra Natura ist grüne Mineralerde – ein schonender, basisch wirkender Putzkörper, der Säuren neutralisiert. Stevia wirkt der Plaquebildung entgegen, Kamillen- und Olivenblattextrakt helfen bei Zahnfleischproblemen.

Putzig. Was gehört sonst noch zur Mundhygiene?

Mindestens zwei Mal täglich drei Minuten lang mit einer nicht zu harten Zahnbürste in sanften Kreis- oder Schüttelbewegungen von „Rot nach Weiß“ (vom Zahnfleisch zum Zahn) putzen. Der bes-te Zeitpunkt ist etwa eine halbe Stunde nach dem Essen. Damit werden stärkehaltige Rückstände entfernt, bevor sie den Zähnen schaden. Der Zahnschmelz hat sich von Säuren erholt, die in Speisen enthalten sind, und wird durch mechanische Reinigung nicht beschädigt.

Die Zahnzwischenräume täglich mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen reinigen. Zungenbelag kann mit Zungenbürste oder Schaber entfernt werden. Und: die Zahnbürste alle sechs bis acht Wochen und immer nach einer Erkältung erneuern, damit sie kein Tummelplatz für Bakterien wird.

Sauber ohne Tenside?

Waschaktive Substanzen wie Natriumlaurylsulfat (NLS) sorgen für Sauberkeit, auch in Zahncremes. Es geht aber auch ohne Tenside, sagt Heike Rose von Apeiron: „Eine Kombination aus ayurvedischen Kräutern, Pflanzen und Mineralien entfernt Zahnbeläge und wirkt Karies verursachenden Bakterien entgegen. Tenside würden die Zahncreme nur mit Füllstoffen versehen.“ Weil sie ohne viele Füllstoffe auskommt, reichen von Naturzahncreme kleine Mengen.

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