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Mit Chaosforschung aus der Krise

HausRat Buchbesprechung Mit Chaosforschung aus der Krise Dieses Buch befaßt sich mit keinem geringeren Thema als mit der Verbesserung der Welt, meint Eberhard von Faber in der Einleitung zu seinem Sachbuch Die Zeit verstehen
28.02.1999
HausRat Buchbesprechung Mit Chaosforschung aus der Krise Dieses Buch befaßt sich mit keinem geringeren Thema als mit der Verbesserung der Welt, meint Eberhard von Faber in der Einleitung zu seinem Sachbuch Die Zeit verstehen

HausRat

Buchbesprechung

Mit Chaosforschung aus der Krise

"Dieses Buch befaßt sich mit keinem geringeren Thema als mit der Verbesserung der Welt", meint Eberhard von Faber in der Einleitung zu seinem Sachbuch "Die Zeit verstehen, Zukunft meistern" ganz unbescheiden. Der 36jährige Systemtheoretiker und Chaosforscher möchte mit seinem Werk auf keinen Fall "intellektuelles Fast-Food" bieten. Statt dessen arbeitet sich der Autor im Stil einer naturwissenschaftlichen Dissertation auf rund 300 dicht bepackten Seiten durch die verschiedensten Aspekte menschlicher Evolution. Er untersucht Schemata und Strukturen menschlichen (Fehl-) Denkens und Verhaltens, die ins Verderben führen. Aber er resigniert nicht: "Wenn wir den Zustand unserer Lebensgrundlagen betrachten, müßte unweigerlich Angst statt eines guten Gefühls aufkommen. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, daß uns der Umschwung gelingen kann!"

Faber führt uns zunächst in die Welt der Wirtschaftsphilosophie ein, denn für den Naturwissenschaftler "gibt es neben der Wirtschaft wohl keinen anderen Bereich innerhalb der Gesellschaft, der auf die anderen derart direkt einwirkt und sie nachhaltig beeinflußt". Dabei deckt er die Schattenseiten des technischen Fortschritts auf, aber verweist auch auf die Gegenbewegung. Schließlich zeige beispielsweise der Boom der Naturkostläden, daß nicht alle Menschen mit den Segnungen der Industrie zufrieden seien.

Modellhaft stellt der Chaosforscher dar, wie Systeme funktionieren und reagieren. Darauf aufbauend überträgt er die wissenschaftstheoretischen Erkenntnisse auf die Evolution sowie auf die Menschheit im besonderen. Und schließlich widmet sich Faber den allgemeinen Konsequenzen für Öffentlichkeit und Politik, denn es sei "dringend angeraten, daß wir beginnen, die Organisationsformen innerhalb unserer Gesellschaft und deren Institutionen den menschlichen Fähigkeiten besser anzupassen". Für Faber bedeutet dies: Macht- und Entscheidungsstrukturen dezentralisieren, um die Auswirkungen des persönlichen Handelns klarer zu verstehen und dadurch Probleme besser bewältigen zu können.

Mario Spalj

Eberhard von Faber: Die Zeit verstehen, Zukunft meistern. Strategien für einen dauerhaften Fortschritt. Bonn Verlag Natur & Umwelt Verlag, 1998, ISBN 3-924749-17-5, 36,80 DM.

"Drinnen und draußen"
Vorsicht bei Schimmelpilzen

Wenn sich der Schimmelpilz in Ecken oder gar auf größeren Flächen breit macht - dann stimmt etwas mit der Feuchtigkeitsregulierung nicht. Unterschätzen sollte man solche Probleme auf keinen Fall, warnt der Berufsverband Deutscher Baubiologen (VDB). Eine dauerhafte Belastung könne zu schweren Krankheiten führen, zum Beispiel zu Hautallergien wie Neurodermitis, zu Migräne oder Magen-Darm-Beschwerden. Um es nicht so weit kommen zu lassen, bietet der Verband über sein bundesweites "Gesünder-Wohnen-Telefon" Hilfe an. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-2001007 vermittelt der VDB Hilfe und Beratung vor Ort. Den sichtbaren Schimmel oberflächlich zu entfernen, schaffe lediglich kurzfristig Entlastung, meinen die Baubiologen. Statt dessen raten sie dringend, der Ursache auf den Grund zu gehen. Es bestehe durchaus die Gefahr, daß die Pilze wachsen, ohne daß ein direkt sichtbarer Befall zu erkennen sei.

"Dies und Das"

  • Nicht in die Öko-Röhre schauen - darum bemüht sich der "Blaue Engel", den es nun auch für Fernsehgeräte gibt. Ein vierseitiges Infoblatt stellt die Kriterien vor und hilft beim Kauf. Kostenlos zu beziehen bei: Fachinformationszentrum Karlsruhe, Büro Bonn, Melchenstr. 57, 53129 Bonn, Tel. 0228-92379-0, Fax -29, e-Mail: bine@fiz-karlsruhe.de.
  • Lkw-Leerfahrten müssen nicht sein. Das dachte sich die "Möbel-Umzugs-Zentrale" und organisierte eine kostengünstige "Mitfahrgelegenheit" für Möbel. Die Zentrale registriert bundesweit Leerfahrten von Speditionen. Wer sich dafür interessiert, bekommt nach einigen Tagen ein Angebot von einer oder mehreren Fuhrunternehmen. Falls er zugreift, erhält die Zentrale zehn Prozent des Transportpreises als Vermittlungsgebühr. Telefon: 01805-671626, Internet: www.moebel-umzugs-zentrale.de.
  • Beispiele für ökologisches Bauen präsentiert eine gleichnamige Broschüre der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Das Heft wendet sich sowohl an Planer als auch an Laien und kann kostenlos bezogen werden: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, An der Bornau 2, 49090 Osnabrück.
  • Was kostet mich meine Mobilität - finanziell und gesundheitlich? Ist die Bahn günstiger und nervenschonender als das Auto - auch wenn man den Zeitfaktor einkalkuliert? Oder lohnt es sich gar, ab und zu mit dem Taxi zu fahren? Auf solche Fragen gibt das PC.Programm "Win Mobil" Antwort. Geldbeutel, Gesundheit und Umwelt werden dabei abgewogen. Weitere Infos: UPI-Institut, Handschuhsheimer Landstr. 118a, 69121 Heidelberg, 0 62 21 / 45 50 -55, Fax: -56, oder Internet: www. upi-institut.de.
  • Die Alkoholunfälle auf deutschen Straßen sind im ersten Halbjahr 1998 um 13 Prozent zurückgegangen, meldet der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) Der Grund: Seit April 1998 gilt statt der 0,8 die 0,5 Promille-Grenze. Dennoch plädiert der VCD für eine weitere Senkung des Limits. Immerhin gab es noch 34.432 Unfälle unter Alkoholeinfluß mit 567 Toten.
  • Alle Bahnlinien Deutschlands sowie S-Bahnen und ausgesuchte Buslinien verzeichnet die Fahrplankarte des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Statt Kilometerangaben werden hier die Strecken in Minuten angegeben. Starke beziehungsweise schwache Linien verdeutlichen die Takthäufigkeit. Das dazugehörige Beiheft listet zudem alle 8.000 in der Karte verzeichneten Bahnhöfe auf, jeweils mit der Telefonnummer des örtlichen Verkehrsverbundes oder Verkehrsbetriebes.

    Zu beziehen für 19,80 DM + 5 DM Versandkosten bei: VCD, Postfach 170160, 53027 Bonn, Fax: (0228) 9858510, oder im Internet unter www.vcd.de.

Klimaschutz durch Abschalten

Über 20 Milliarden Kilowattstunden Strom werden in Deutschland jährlich von ungenutzten, im Leerlauf betriebenen Elektrogeräten verschwendet. Ein Fernseher verbrät im stand-by-Betrieb mitunter 100 Kilowattstunden im Jahr, ein Videorecorder bringt es sogar auf 150. Es lohnt sich also darauf zu achten, daß Fernseher, Stereoanlage & Co. nicht nur per Fernbedienung "ausgezappt", sondern richtig abgeschaltet oder vom Netz getrennt werden.

Unser Tip: Steckerleisten mit eigenem Schalter benutzen. Sie kosten nicht viel - und ein Knopfdruck genügt, um gleich mehrere Stromverschwender stillzulegen.

Dieser Tip kommt von der Verbraucher Initiative e. V., dem Bundesverband kritischer Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Verbraucher Initiative bietet Infos, Rechtsberatung und andere Serviceleistungen für ökologisches und gesundheitsbewußtes Leben, für Mitglieder kostenlos. Rückfragen: Verbraucher Initiative e. V., Bundesgeschäftsstelle, Breite Straße 51, 53111 Bonn, Tel. 0228/726 33 93, Fax. 0228/726 33 99

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