Jeden Tag eine gute Entscheidung. Für eine bessere Welt. Für uns alle.
Umwelt

Küche: Wo Leben ist

Neue Küche, schön und gut. Aber man sollte darin auch noch kochen und sich treffen, ist die Familie von Autor Michalis Pantelouris überzeugt. Er hat sich aufgemacht, sich neu einzurichten - eine schräg-lustige Küchenschau. Und jede Menge Energiespartipps.
01.05.2010
Neue Küche, schön und gut. Aber man sollte darin auch noch kochen und sich treffen, ist die Familie von Autor Michalis Pantelouris überzeugt. Er hat sich aufgemacht, sich neu einzurichten - eine schräg-lustige Küchenschau. Und jede Menge Energiespartipps.

Neue Küche, schön und gut. Aber man sollte darin auch noch kochen und sich treffen, ist die Familie von Autor Michalis Pantelouris überzeugt. Er hat sich aufgemacht, sich neu einzurichten - eine schräg-lustige Küchenschau. Und jede Menge Energiespartipps.

Sie suchen wieder nach Anzeichen für Leben auf dem Mond - nach Wasser, wobei Wasser vielleicht für irgendwelche Chemiker der Ursprung des Lebens ist, aber nicht für mich. Nach meiner Erfahrung spielt sich der größte Teil von dem, was ich Leben nennen würde, in der Küche ab. Ich würde auf dem Mond eine Küche suchen. Und das ist verständlich: Küchen haben eine eigene Gravitation. Sie ziehen an, fast egal wo, und wenn man mich fragt, dann ist das der Grund, warum man in Hotels nicht richtig zu Hause sein kann und warum Beauvoir und Sartre sich immer gesiezt haben - sie haben im Hotel gewohnt und im Hotel kann man nicht in die Küche. Was soll denn das für eine Beziehung sein, so eine Hotelzimmer-Beziehung? Ich kann auch vor Wohnzimmer-Familien nur warnen: Menschen gehören in die Küche. Esszimmer? Sind für Gäste, die nicht vor allem Freunde sind. Gute Partys finden in der Küche statt. Hier ist es warm und riecht gut und man findet Essen und Trinken und etwas, womit man Flaschen öffnen kann.

Das Dumme ist: Meine - unsere - Küche ist, realistisch betrachtet, wie soll ich es sagen: nicht schön. Sie ist sogar hässlich. Denn wir, das sind meine Frau, unsere zwei Mädchen und ich, leben nicht in dem rund um eine Wohnküche konzipierten Haus, das zu bauen ich träume, sondern in einer Mietwohnung, die so viele Vorteile hat, dass man über die Küche hinwegsehen kann. Solange man nicht in der Küche ist. Dann fällt es einem schon auf, dass sie einen orangefarbenen Linoleumfußboden unter den weißen Schränken der billigsten Küchenzeile hat, die der Vermieter finden konnte. Gleichzeitig ist sie aber so lang gezogen und schmal, dass die Küchenzeile das beherrschende Mobiliar bleiben muss, sonst hätten wir überhaupt keinen Platz mehr. Und wahrscheinlich bewahrt die Tatsache, dass wir nicht genug Geld zu verschwenden haben, um eine neue Küche in eine Wohnung einzubauen, von der wir nicht wissen, wie lange wir da wohnen, die Eheleute Pantelouris, also die Frau und mich, vor einer großen Krise. Denn einig würden wir uns wahrscheinlich nicht …

Sexy Spülmaschine ist anders

Eine Spülmaschine und einen Kühlschrank mussten wir kaufen, und da haben wir einiges richtig gemacht. Wir haben also zunächst eine Weile vor diesen amerikanischen Kühlschränken mit zwei Türen aus Edelstahl gestanden, die einen Wasseranschluss haben, einen Bierzapfhahn und einen Monitor mit Internetzugang. Dann hat unsere Tochter an die glänzende Tür gepatscht - und einen schmierigen, fettigen Abdruck ihrer ganzen kleinen Hand hinterlassen.

Wir haben gelacht und einen weißen Kühlschrank gekauft, dessen aufregendste Eigenschaft ist, dass er Energie spart. Und eine Spülmaschine, die Energie und Wasser spart. Sexy ist anders. Aber wer eine sexy Spülmaschine will, der hat aus meiner Sicht ganz andere Probleme mit seinen Tassen als dass sie schmutzig sind …

Wenn wir so viel Geld für ‘ne Küche …

Autor Michalis Pantelouris könnte sich zukünftig auch ein Leben in einer modernen Küche vorstellen, beispielsweise in der Greenkitchen (siehe Denkblase und Interview). Aber! „Vermutlich bewahrt die Tatsache, dass wir nicht genug Geld für so eine Küche haben, die Frau und mich vor einer Krise. Denn einig würden wir uns nicht. Wenn‘s nach mir ginge, hätte unsere Küche ansonsten offene Regale und Arbeitsplatten aus Edelstahl. Die Frau findet, ich würde versuchen in einer Werkstatt zu wohnen. Das sagt sie immer (deshalb traue ich mich nicht, ihr zu sagen, dass ich gerne ein Schweißgerät hätte). Sie möchte lieber mit Holz und Naturstein kombinieren. Eben deshalb: Gut, dass wir uns was Neues nicht leisten können.“

Nur: Was sich hier so einfach anhört - sparsame Geräte kaufen -, ist es in Wahrheit nicht. Es ist ein nerdiger Kampf, nein: eine epische Schlacht gegen Zahlen, Naturgesetze und die Werbung. Ich kann das erklären.

Balance finden zwischen Größe, Verbrauch …

Wir mussten also die neue Geschirrspülmaschine kaufen. Unsere alte hatte eines Morgens aufgegeben. Erschöpft. Abgekämpft. Wir haben sie wirklich weit über das erträgliche Maß ausgenutzt, man könnte sagen, die Rente mit 67 wäre für unsere Maschine ein Traum gewesen. Sie hat einfach keine Rente gekriegt, sondern geackert bis zum Umfallen.

Kühlgeräte in Öko-Topqualität

Ecotopten listet Ihnen die besten Geräte - alle in der Energie-Effizienzklasse A++. Da sie sich aufgrund unterschiedlicher Größen nicht direkt vergleichen lassen, wird auf ein Ranking verzichtet. Die Marktübersicht unter: www.ecotopten.de/prod_kuehlen_prod.php

Frau Pantelouris und ich waren also aufgerufen, uns auf eine neue Maschine zu einigen. Im Prinzip geht es heute bei allen Küchengeräten um das Gleiche: Die perfekte Balance zwischen der nötigen Größe, dem Energie- und gegebenenfalls Wasserverbrauch, dem Design und, nicht zuletzt, dem Preis. Die Leistung, also das, was die Maschine zu erledigen hat, ist eher eine Art Voraussetzung. Die Hersteller überbieten sich darin, zusätzliche Funktionen zu erfinden, die den Ausschlag für die Kaufentscheidung geben können. Allerdings hat das bei mir eher den gegenteiligen Effekt: Bei jedem bisschen mehr Hightech in einem Küchengerät habe ich Angst vor einem Teil mehr, das kaputt gehen kann. Also konkret: Für uns, eine vierköpfige Familie mit zwei durchschnittlichen kleinen Kindern - die mehrmals am Tag einen neuen Becher aus dem Regal ziehen -, ist die Größe ein Kriterium.

Die Kapazitäten für Haushalts-Spülmaschinen werden in sogenannten Maßgedecken gerechnet. Also etwa für 12, 9 und 4 bis 6. Mit den Kindern brauchen wir die 12er, denn unsere Maschine läuft mindestens einmal am Tag. Außerdem haben sich die Hersteller raffinierte Sachen ausgedacht wie zum Beispiel die folgende. Sie lassen „intelligente Automatik-Spülprogramme“ mitdenken: Hochempfindliche Sensoren ermitteln, wie trüb das Spülwasser gerade ist sowie „Anzahl und Größe der Schmutzpartikel“. So wird immer genau so viel Zeit, Energie und Wasser verwendet, wie Geschirr und Gläser für eine optimale Reinigung benötigen. Es ist fantastisch. Und es macht mir Angst, aber darüber komme ich weg. Trotzdem gibt es Riesenunterschiede zwischen den Herstellern. Bevor wir also in den Laden sind, habe ich mich online bei der Verbraucherzentrale Nieder-sachsen umgetan. So erfahre ich, dass es in unserer Kategorie einerseits Maschinen gibt, die wirklich nur 9 Liter pro Spülgang verbrauchen, andere aber noch bis zu 17 Liter. Beim Stromverbrauch - es beruhigt mich Rechenscheuen gleich ein bisschen - schwanken die Werte in meiner Klasse nur zwischen 1 und 1,05 Kilowattstunden, sodass ich beschließe, mich vor allem auf den Wasserverbrauch zu konzentrieren.

Auch gut für mich - das erfahre ich ebenfalls bei der Verbraucherzentrale -, die meisten Geräte weisen die Bestnote A für die Energie-Effizienz, Reinigungs- und Trocknungswirkung auf. Die Bewertungen B und C sind inzwischen kaum noch auf dem Markt zu finden. Als extra fett rot markierten Tipp nehme ich noch mit: „Achten Sie nicht nur auf das Energie-Label, sondern konkret auf die Verbrauchszahlen!“ Da die Verbraucherzentrale die Minimal- und Höchstwerte für die verschiedenen Maschinengrößen angibt, habe ich mich letztlich gar nicht so schwer getan. Jetzt haben wir die Kiste mit 9 Litern. Das ist Spitzenwert. Und wir sind ganz schön stolz.

So wenig Energie wie möglich verschwenden

Kümmern wir uns als nächstes um den Herd. Ich ganz persönlich finde, es wird ein bisschen viel über Küchen gesprochen, geschrieben und sie werden wunderschön fotografiert, ohne dass wir genug übers Kochen reden. Oder übers Essen. Es gibt einen Satz, den ich bei aller Recherche nicht endgültig belegt kriege, aber die Tendenz stimmt und er ist instinktiv glaubwürdig: Die Deutschen geben in Europa am wenigsten Geld für Essen aus - und am meisten für die Kücheneinrichtung. Ich glaube das sofort: Ich habe schon einige sehr schöne Küchen gesehen, in denen so gut wie nicht gekocht wird. Ansonsten ist mir persönlich wichtig, so wenig Energie wie möglich zu vergeuden.

Tipps fürs Spülen mit der Maschine

Erst bürsten. Vorspülen von Hand vergeudet unnötig Wasser. Grobes einfach abbürsten.

Wasserhärte einstellen. Sie können Wasserhärte und Klarspül-Dosierung in Ihrer Spülmaschine genau einstellen (Wasserhärte beim örtlichen Wasserversorger erfragen). So dosiert die Maschine nicht mehr als nötig.

Separate Produkte wählen. Nutzen Sie separate Reiniger, Salz- und Klarspüler-Produkte. Diese können Sie je nach Bedarf dosieren - das schont Umwelt und Geldbeutel.

Gut füllen. Nutzen Sie den Platz Ihrer Maschine - erst einschalten, wenn das Gerät voll beladen ist.

Nicht hochstapeln. Das Geschirr wird leichter sauber, wenn es sich nicht gegenseitig berührt.

Richtig wählen. Leichte Verschmutzungen werden auch mit dem Sparprogramm sauber - schont Geschirr, spart Strom und Wasser.

Und einmal heiß. Ein Spülgang mit 65 °C einmal pro Monat beugt Fettablagerungen in Ihrer Maschine vor und schützt vor Defekten.

Bei „Ende“ aus. Wenn das Gerät fertig ist, schalten Sie’s aus. Im Stand-by-Betrieb benötigt es unnötig Strom - und belastet zudem Ihre Stromrechnung.

Elektrizität in Wärme umzuwandeln ist irrwitzig aufwendig und herkömmliche Elektroherde sind schon deshalb hoffentlich vom Aussterben bedroht. Sie sind natürlich in den letzten Jahrzehnten unendlich viel besser geworden, aber im Verhältnis zu Gas immer noch unterlegen - vor allem, weil Gas eben als Gas vorliegt, während Strom erst aufwendig erzeugt werden muss und in herkömmlichen Ceran- oder gar Kochplattenherden eine Ewigkeit braucht, um zu Hitze zu werden. Gas ist sofort da und brennt sofort heiß. Aber so ganz einfach ist die Entscheidung auch für diejenigen nicht, die überhaupt Gas in der Küche anliegen haben. Denn erstens ist Gas ein fossiler Brennstoff und damit eine endliche Ressource. Und zweitens gibt es - das muss ich als Gasfan ehrlich bekennen - ja noch eine Alternative. Induktion ist für mich das Nächstbeste - wenn ich auch ein bisschen Angst vor diesem Wunderzeug habe. Gas kann ich verstehen, Feuer auch. Aber haben Sie mal mit Induktion gekocht?

Ein Induktionsherd ist fast schon Hexerei

Es ist unfassbar schnell, im Prinzip genau wie Feuer. Und dabei wird die Platte nicht heiß? Seien wir ehrlich, es ist nicht lange her, da wäre man für so eine Erfindung auf einem Scheiterhaufen verbrannt worden - wegen Hexerei. Aber gut: Es spart sogar ein bisschen Energie im Verhältnis zum modernen Elektroherd mit Ceranfeld und verbraucht bis zu 40 Prozent weniger als die klassischen Herdplatten (wobei der große Verbraucher in der Küche ja eh der Kühlschrank ist).

Allerdings haben sehr viele dieser modernen Herde eingebaute Automatiken, die sie mir völlig suspekt machen. Zitat aus der Presseerklärung eines Herstellers: „Dafür sorgen 10 oder mehr Beheizungsarten sowie auch komfortable Automatikprogramme - nach dem Motto ‚Perfekter Genuss auf Knopfdruck‘.“ Und das will ich nicht. Dass ein Herd ausgeht, wenn der Topf überkocht, ist eine Sache - und das gibt es tatsächlich. Sehr vernünftig sind auch Platten, die gar nicht heizen, wenn ein paar Minuten lang kein Topf darauf steht. Aber es gibt jetzt auch Geräte, die angeblich wissen, wann das Essen fertig ist. Bei Bosch gibt es einen sogenannten Europa-Backofen, der mit 13 verschiedenen Heizarten verschiedene Öfen imitiert: Für Pizza oder als Grill, zum Brotbacken oder Sanftgaren.

Garantie schriftlich!

Ecotopten empfiehlt: Kaufen Sie Spülmaschinen, bei denen Hersteller den Schutz vor Wasserschäden ein Geräteleben lang garantieren - fachgerechte Installation vorausgesetzt. Gehen Sie auf Nummer sicher: Lassen Sie sich diese Garantie schriftlich geben. www.ecotopten.de

Es ist schon toll. Aber ganz tief in meinem Unterbewusstsein bin ich, fürchte ich, froh, dass ich mir so etwas sowieso nicht leis-ten kann. Denn ich will kochen, nicht Nintendo spielen. Bis es vielleicht doch einmal so weit ist, dass wir uns einen Induktionsherd leisten, haben wir uns zumindest damit beholfen, dass wir ordentliche Töpfe gekauft haben. Grundsätzlich habe ich zu diesem Thema gelernt: Kochgeschirr aus Edelstahl oder Kupfer strahlt weniger Wärme ab als Töpfe aus Emaille, nutzt also die Energie besser fürs Kochen. Für den Fall, dass es bei uns doch mal reicht für den Induktionsherd: Da braucht man dann spezielle Pfannen und Töpfe. Aber da bin ich nun wirklich kein Spezialist. Was ich noch aus Studentenzeiten weiß: Töpfe mit verbeultem Boden verlängern bei Elektroherden oder Gaskochfeldern, bei denen der Gasbrenner unter Glaskeramik liegt, die Garzeit - und kosten daher unnötig Energie und Geld.Ebenfalls nicht unwichtig: Mit einem passenden Topf- oder Pfannendeckel verkürzt man nicht nur das Garen, sondern verbraucht auch drei- bis viermal weniger Energie als beim Kochen ohne Deckel.

Im Übrigen ist sich Frau Pantelouris mit mir einig, dass eine Mikrowelle ein Verbrechen gegen alles ist, an das man als Mensch überhaupt nur glauben kann. Wer, bitte schön, erfindet denn ein aufwendiges technisches Gerät, das eine Menge Energie dafür verschwendet, ehemals hochwertige Nahrungsmittel geschmacksneutral und matschig zu machen?

Insofern müsste man differenzieren: Wenn man tatsächlich eine Küche auf dem Mond finden würde, dann wäre das für mich der Beweis, dass es dort oben Leben gibt. Aber intelligentes Leben wäre es nur, wenn man dort keine Mikrowelle findet.

Energiespar-Tipps

Kochen

Kleine Speise - großer Topf? Lieber nicht, denn so verbrauchen Sie unnötig viel Energie! Besser: Wählen Sie für jede Portion die angemessene, kleinstmögliche Topfgröße.

Große Platte - großer Topf! Sind Topf oder Pfanne nur wenige Zentimeter kleiner als die Herdplatte oder Koch-zone, so verpufft ein Teil der Energie ungenutzt.

Viel Wasser? Wasserkocher nutzen! Gerade bei Nudeln oder Eiern sparen Sie Zeit, Strom und Geld, wenn Sie das Wasser im Wasserkocher anstatt auf dem Elektroherd erhitzen.

Viel Wasser? Verbraucht viel Energie! Je mehr Flüssigkeit Sie zum Kochen verwenden, desto mehr Energie brauchen Sie zum Erwärmen. Nutzen Sie den Wasserdampf zum Garen - zwei Zentimeter Wasser reichen.

Schnell gekocht - clever gespart! Für große Mengen ab zwei Kilogramm oder für Speisen mit langer Gardauer lohnt sich der Schnellkochtopf. 50 Prozent Zeit- und Energieersparnis!

Backen

Backofen? Nicht immer die richtige Wahl! Brötchen lassen sich viel schneller und effizienter auf einem Toaster mit Brötchenaufsatz aufbacken - bis zu 70 Prozent Energieersparnis!

Nur so viel Platz wie nötig! Mit einem zusätzlichen „Backraumteiler mit integrierter Unterhitze“ können Sie das Volumen Ihres Backofens um ein Drittel verkleinern - bis zu 30 Prozent Energieersparnis!

Kräftig vorheizen? Meist nicht nötig! Nur bei empfindlichen Speisen, etwa speziellen Teigen oder Filets, muss man vorheizen. Meist lässt sich darauf verzichten - bis zu 20 Prozent Energieersparnis.

Mit Umluft? Wenn Sie anstelle von Ober- und Unterhitze die Heiß- oder Umluft Ihres Backofens nutzen, können Sie die Gartemperatur deutlich niedriger wählen - bis zu 40 Prozent Energieersparnis.

Frische Brise im Ofen? Lieber nicht! Öffnen Sie die Backofentür nicht öfter als nötig - denn dabei gehen jedes Mal rund 20 Prozent der Energie verloren.

„So sieht die Küche im Jahr 2012 aus“

Kerstin Triebener arbeitet für die Bauknecht Hausgeräte GmbH

Ihr Konzept für die Geschirrspülmaschine in der „Greenkitchen“ verspricht einen Verbrauch von 0 Litern. Aktuelle Geräte verbrauchen 11 Liter Wasser, um das Geschirr einer 12-Personen-Tafel zu spülen. Wie soll das gehen?

Bei Greenkitchen durchläuft das verwendete Wasser ein intelligentes Filtersys-tem. Das Wasser wird gereinigt, unterhalb der Spüle in einem speziellen Tank aufgefangen und anschließend zu 100 Prozent wiederverwendet.

Sie sprechen von „Eco-System“, vergleichen also mit einem Öko-System?

Elf integrierte Küchengeräte bilden ein interagierendes, geschlossenes System. Das hat zum Beispiel den Effekt, dass Energie, die an einem Ort innerhalb des Systems erzeugt wird, mehrfach genutzt werden kann.

Ein Beispiel, bitte.

Die vom Kühlschrankkompressor produzierte Wärme kann genutzt werden, um das Wasser für den Geschirrspüler aufzuheizen.

Aktuell verbrauchen Haushaltsgeräte ein Drittel der Energie eines Haushaltes. Was verspricht Greenkitchen?

Wir denken daran, bis zu 70 Prozent einsparen zu können.

Welches Konzept liegt dem zugrunde?

Es gibt vier Bausteine. Erstens geht es hier um effiziente Produkte. Dadurch lassen sich bis zu 16 Prozent einsparen; in Verbindung mit dem genannten Eco-System können weitere 24 Prozent gespart werden. Zusätzlich kann auch das Verhalten des Verbrauchers einen entscheidenden Beitrag leisten - zum Beispiel durch die Wahl des richtigen Spülprogramms. Das kann noch einmal 10 Prozent Ersparnis bringen. Die vierte Komponente ist die sogenannte Co-Generation. Da geht es um die angesprochene interne Energienutzung. Dadurch werden weitere 20 Prozent Energie gespart. In der Summe erzielen wir so die 70 Prozent.

Wann wird Greenkitchen wahr?

Über einige Techniken, die Teil von Greenkitchen sind, verfügen wir bereits heute. Sie alle in ein geschlossenes „Eco-System“ einzubinden, wird voraussichtlich bereits ab 2012 möglich sein.

Infos, mit denen man was gebacken kriegt

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren

Ähnliche Beiträge